WeRead Powered by ReaderPub
Beyträge zur Kenntniss der altdeutschen Sprache und Litteratur. Erster Band. Theil 1. cover

Beyträge zur Kenntniss der altdeutschen Sprache und Litteratur. Erster Band. Theil 1.

Chapter 15: ANHANG.
Open in WeRead

About This Book

A scholarly volume that assembles and critically edits a corpus of medieval German lyric poetry, presenting transcriptions of Minnelieder with a prefatory discussion of manuscript sources and distinct scribal hands. The editor compares variant codices to expose omissions and corruptions in earlier prints, proposes measured emendations, and supplies added punctuation and annotations to facilitate reading. The work includes a list of poets, editorial apparatus indicating readings, and reflections on orthographic practice together with recommendations for further collation and textual correction.

THEIL II.

S. 59 Col. 2. Z. 10 Uf dem wasser und dem plane ist er so vermessen
18 Offenbar —
Lich getar
S. 62 Col. 1. Z. 11 Ir vatter der hies Willebrant
15 Da lag ouch Menelaus tot
26 Das er mich reche an Parcifale
S. 63 Col. 2. Z. 3 Das ander ist Kabiz
7 v. u. Und die von Bridaniane
S. 66 Str. 2 (Strophe 2 und 3 ist der  Refrain angehängt: Ja huͤte u. w.)
- 3 Des da lag her Parcyfal
249 7 Das ist dú magt von Ysse her geborn
- 9 Daniel mit beiden handen swůr
- 11 Er befal uns einer túren diet
250 9 Ob dus niht underrihtest das sich beider schade gezemen

ANHANG.

HER NITHART.

Welche sonderbare Spiele der Zufall bisweilen treibt, das zeigt sich bey dem folgenden Liede auf eine höchst auffallende Weise. — Hr. G. VON BRETSCHNEIDER, Rath und Bibliothecar in Lemberg, fand zwischen dem Holz und Leder eines alten Einbandes aus dem funfzehenten Jahrhunderte ein Pergamentblatt, worauf ein Deutsches Lied stand. Er schickte dieses Blatt an Hrn. Hofrath MEUSEL, mit dem Wunsche, es in Kupfer stechen zu lassen, und in das historisch-litterärisch-bibliographische Magazin aufzunehmen. Diesem Wunsche gemäss, erschien in dem zweyten Stücke dieses Magazins (Zürich 1780. S. 81 ... 90) das Lied in Kupfer gestochen, abgedruckt, und mit einer Übersetzung und Anmerkungen von Hrn. VON BRETSCHNEIDER begleitet. So viele Ehre war bis jetzt noch keinem Altdeutschen Liede widerfahren. — Wem die Minnesinger nur etwas mehr als dem Nahmen nach bekannt sind, der kann dieses Lied nicht durchlesen, ohne sich an HER NITHART zu erinnern. Mir schien es, seinem Ton und Inhalte nach, so bekannt, dass ich den Abdruck der Mannessischen Sammlung aufschlug, um nachzusehen, ob ich es vielleicht dort bereits gelesen hätte. Das war nun zwar nicht der Fall mit dem ganzen Liede, aber doch mit den vier letzten Zeilen; und vor diesen vier letzten Zeilen findet sich (Th. II. S. 78) die Bemerkung des Herausgebers:

(Wieder eine Lyke von etlichen Strophen)

So musste also ein Buchbinder im funfzehnten Jahrhunderte ein Pergamentblatt einkleben, auf dem dasselbe Lied steht, das auf einem aus der Pariser Handschrift ausgerissenen Pergamentblatte stand; und eine Lücke, die in einem zu Zürich gedruckten Buche gewissenhaft angezeigt war, musste in einem ebendaselbst gedruckten Buche dreyssig Jahre später unbemerkt ausgefüllt werden. Schade nur, dass wir nichts Besseres dadurch gewonnen haben, als ein Lied von HER NITHART! Jedoch auch diess mag als Neckerey des Zufalls gelten. — Auf alle Fälle ist der Fund als eine Ergänzung nicht des Abdrucks der Manessischen Sammlung, sondern der Handschrift selbst anzusehen, und da Hr. VON BRETSCHNEIDER, woran wohl die verlöschte Schrift Schuld ist, nicht durchaus richtig gelesen zu haben scheint, so mag das Lied, so wie ich es lese, mit beygefügter Interpunction, hier stehen.

Traget us dy schamel und dy stuͤle!
Heist dy schragen
Vuͤrder tragen!
Talank suln wir tanczes werden muͤde.
Tůt uns uf dy stůbe, so ist uns kuͤle,
Das der wint
An dy kint
Wee ein lúczel durch dy úbir muͤde.
Do wirt wol czu czeche vor gesungen;
Durch dy venster gink der galm.
Adelhalm
Tanczet nicht wenne czwischen czweien jungen.
Loz us!  ich hor in der stůben tanczen.
Jungen man,
Nempt ewchs an!
Do ist der dorf  meite ein  michel  truͤnne;
Do gesicht man vil  geribe  swanczen.
Czwene gingen,
Do si swingen:
Das was geiler getelinge wunne.
Als dy vorsinger denne sweigen,
So seit alle des gebeten,
Das wir treten
Aber ein abent tenczel nach der geigen.
Gosprecht, Wilprecht, Gumprecht unde Eppe,
Willeprecht,
Meyer knecht,
Wernbolt und auch der junge Cunze,
Megenbolt, des meyers sun und Reppe,
Irrenbart,
Brochselhart;
Darnach springet der vil wilde Runse;
Der ist ein tummer, geiler hohlingere,
Her get vreien durch das jar,
(Des nemt war)
Und ist doch den meiden gar unmere.
In sach ny gebowern so gemeiten,
Denne er ist,
Wisse Crist!
Er get als czu vordrist an der schoyen.
Einen vessel czweier spannen breiten
Hat sin swert.
Harte wert
Dunket er sich seiner newen troyen;
Dy ist von cleinen vier und czwenczik tůchen;
Dy ermel gingen uf dy hant;
Sein gewant
Sol man an eim oden kragen sůchen.
Hofelich ist alles sein gerúste,
Das er treit.
Mir ist geseit,
Er wolle Engelbolden tochtir haben.
Den gewerb teil ich im czu vorlúste;
Sy ist ein weip,
Das ir leip
Czeme wol czu minne einem graven.
Dorab lasse er sich richten tougen;
Seh er anderthalben hin!
Den gewin
Trug er wol czu meins in seinen augen.
Im sey ny sein troy so gar czuhowen,
Noch sein kel
Ny so hel,
Er ensolde sies doch habn vorlazen.
Dysen sumer hat er sy gekowen,
Gar vorbrot,
Schamerot,
Ward ich, do sy bey einander sazen.
Sy ist ein weip, der ich vil gerne din;
Gůtes gib ich ir di wal:
Rewental
Do ist mein eygen, dorczu hoen sin.

ZUSÄTZE UND VERBESSERUNGEN.

S. IX. der Vorrede. (*) Die hier gewünschte Vergleichung der Pariser Handschrift ist, wie ich aus einer öffentlichen Ankündigung ersehe, unterdessen durch Hrn. RASSMANN angestellt, und ein Theil seiner Arbeit in dem Museum für altdeutsche Literatur und Kunst Th. 2. St. 2. abgedruckt worden.
S. 3. Z. 2. ist das Comma nach sit auszustreichen.
S. 8. Z. 11. ist Wolde irgeben
  14.  
Ich irgibe das leben
zu lesen, und die Lesart des Textes als Lesart der Handschrift unter den Text zu setzen.
S. 12. Z. 12. v. u.
Summer l. Sumer.
S. 16. Z. 9.
heide l. beide (heide ist die Lesart der Handschrift.)
S. 44.
Dieses XXI. Lied muss, statt in vier Strophen, in zwey abgetheilt werden.
S. 85. Z. 18.
pfat l. Pfat.
S. 99. Z. 9 13. l.
Lobes vil,
Den man ir tůt,
Und ouch bekeren
Nach ir hulden
Swen si wil.
Si ist so gůt;
Wie moͤhte ich eine
Si verlassen?
S. 99. Z. 5. v. u. Note: In der Handschr.
Als si di Minne hat getan
S. 101. Z. 2.
l. Sol mich vergan
Ir grosse guͤte
S. 109. Z. 5. v. u. Note: In der Handschr.
Wa din nam git underbint
S. 114. Z. 7.
Note: In der Handschr. Die noch nie.

FUSSNOTEN

[1] In der Handschrift: Mir verkunden.

[2] In der Handschrift: Son darf mich blangen der vil süsse bernden zit.

[3] In der Handschrift: Frouwen minne tůt so wol.

[4] In der Handschrift:

Und minneclichen gruͤssen
Und es lachelich sich an,

[5] In der Handschrift, so wie in der Samml. v. Minnesing.: Ald kan dú minne....

[6] Durch eine eigene Künsteley schliesst jede Strophe dieses Liedes mit derselben Sylbe, mit der sie anfängt.

[7] Auch dieses Lied hat sehr gekünstelte Reime. Nicht nur reimt das erste Wort der Strophe mit dem letzten; sondern der männliche Reim ist auch jedesmahl mit dem vorhergehenden weiblichen von Einem Stamme. Eine ähnliche Reimkünsteley zeichnet das XXVI. Lied aus.

[8] Die funfzehnte Zeile reimt mit der ersten, die sechszehnte mit der zweyten u. s. f. Daraus ergibt sich, dass die sechste und siebente Zeile fehlen. In der Handschrift ist dieses nicht bemerkt, sondern die sechste Zeile: O we als der Anfang der zweyten Strophe, die dreyzehnte: Ir vil wunneklichen als der Anfang der dritten Strophe angegeben.

[9] In der Handschrift: Ich ouch ir swas mir geschiht.

[10] In der Handschrift: Sit ich mich der lie ze dienste bot.

[11] In der Handschrift:

Solde ich si vil minnekliche
Sehen als ich sie zeinen male
Sach so wer min froͤide gros
Und were in seldenriche
Wan das mich ir minne strale.

In der siebenten Zeile steht: das (wie öfter) statt dast oder das ist, und din bezieht sich mit einer nicht ungewöhnlichen Härte auf das mit strale zu Einem Worte verbundene minne.

[12] In der Handschrift: Swer den sorgen welle entwichen.

[13] In der Handschrift: Und wil mich von ir scheiden.

[14] In der Handschrift: Mich hat aber

[15] Wenn noch ein Zweifel obwalten sollte, ob die Bremer Handschrift eine Abschrift der Pariser ist, so kann dieses ausgeschnittene Blatt auf den ersten Blick die Sache entscheiden.

[16] In der Handschrift: Nim frouwe Minne war ichs meine.

[17] In der Handschrift: So sult ir von mir triben.

[18] Durch das ganze Lied sind lauter reiche Reime gebraucht.

[19] In der Handschrift: Hei gewnne ich ir noch die kúnde.

[20] Hier ist in der Handschrift eine Zeile ausgelassen. Fehlt sie auch in der Pariser Handschrift?

[21] In der Handschrift fehlt das erste Wort dieser Zeile.

[22] In der Handschrift: Wilkome si uns du wnne.

[23] In d. Handschr.: Schouwent wie der walt und dú heide lit.

[24] In der Handschrift: Man siht mich froͤlich lachen.

[25] Die ersten zwey Sylben dieser Zeile sind in der Feder des Abschreibers geblieben; vielleicht bůs fúr.

[26] Statt spilten steht in der Handschrift spilte.

[27] In der Handschrift: Beschiht niht u. s. w.

[28] Der Fuss, den man bey dieser Zeile in der Sammlung von Minnesingern vermisst, fehlt auch in der Bremer Handschrift.

[29] In der Handschrift: Das min herze an froeiden kranket.

[30] Hier sind durch die Schuld des Abschreibers zwey Zeilen in Eine zusammen geschmolzen. Vielleicht ist zu lesen:

Die mit ir vil liehten ougen
In mein sendes herze brach,

[31] In der Handschrift: Ach ie doch das tůt mir dú reine suͤsse.

[32] In der Handschrift: Nu sich an wan min lip ist kranc.

[33] Steht dieses Lied eben so abgebrochen in der Pariser Handschrift?

[34] In der Handschrift: Sach ein kint.

[35] In der Handschrift: Si minnent ie.

[36] In der Handschrift: Ist das niht gewinne.

[37] In der Handschrift: Das si giht u. w.

[38] In der Handschrift:.. mit solcher not striten.

[39] In der Handschrift: Nu ein weis ich niht zware.

[40] In der Handschrift: Von in klagen můs

[41] In der Handschrift: Wesen mac so sol dein muͤt

[42] In der Handschrift: Swenne ich den minen morgen an der strassen.

[43] In der Handschrift: Nach Gote sin min ane bet

[44] In der Handschrift: Ein grůs von mir.

[45] In der Handschrift: Lebe an ende

[46] In der Handschrift: Der nigen můs

[47] Hier fehlt eine Zeile; vielleicht: Helfe senden

[48] In der Handschrift: Swie ich doch mit dienste ir hulden lage.

[49] In der Handschrift: Ze so wirt mir sorge buͤs.

[50] In der Handschrift: Wie wil der tat so gahen

[51] In der Handschrift: Ir hant en unther

[52] Die fünfte Zeile fehlt in der Handschrift. Da sie nicht als fehlend bemerkt ist, so kann sie vielleicht aus der Pariser Handschrift ergänzt werden.

[53] In der Handschrift, so wie in der Samml. von Minnesingern: Ich bin tumb das ich min langes leit den lúten kúnde

[54] In der Handschrift: Froͤide nider singen lat

[55] In der Handschrift: Niht den sin

[56] In der Handschrift: Ein wahter lute sang

[57] In der Handschrift: Das geschah

[58] In der Handschrift: Do sang ein wahter an der zinne

[59] In der Handschrift: Mir mag lieb lieblich ende machen

[60] In der Handschrift: Du solt mir nach sender ein froͤidelin erzeigen

[61] In der Handschrift ist bereits am Rande bemerkt: hic videtur deficere versus qui respondeat secundo; es fehlen aber drey.

[62] In der Handschrift: Froͤlich machen

[63] In der Handschrift:

Umb das
Ich der schande

[64] Die fehlende Zeile ist in der Handschrift nicht bemerkt. Ein Paar für den Sinn entbehrliche und nach dem Versmass überzählige Wörter habe ich ausgestrichen.