Title: Die schwarzen Brüder: Eine abentheuerliche Geschichte. 2/3
Author: Heinrich Zschokke
Release date: July 9, 2013 [eBook #43164]
Most recently updated: October 23, 2024
Language: German
Credits: Produced by Jens Sadowski (based on page scans provided
by the Staatsbibliothek zu Berlin - PK,
digital.staatsbibliothek-berlin.de)
Eine abentheuerliche Geschichte
von
M. J. R.
Zweites Bändchen.
1793.
An
Herrn und Madame
Beneke
zu Landsberg an der Warte.
Meine Lieben,
Sagt’ ichs nicht gleich voraus, daß man mich misverstehen würde? — Da deutelt der eine über den Zwek meines Büchleins hierhin, der andre dahin, und keiner hat mich recht verstanden und verstehen wollen. Was in diesen Blättern mit deutschen, jedermann verständlichen Worten gesagt worden ist, sehn die sonderbaren Leute für Hieroglyphen an, worunter ein verborgner Sinn liegen müsse, der nun seyn mag, wer und wie er wolle.
Sie fragen mich: woher daß dieses komme? — Ich antworte: daher, weil viele der Herrn Märchendichter das mysteriensüchtige Publikum mit ihren Plaudereien verwöhnt haben. Da spricht der eine von einer Gans, und will darunter einen Fürsten verstanden — der andre von einem Tyger, und will darunter einen Kriminalrichter gedacht wissen. Das appliziren nun die Leute allenthalben; und Gott weis es, was sie sich nicht alles schon unter meinem Herzog Adolf, meinem Florentin, Holder, Hello u. s. f. geträumt haben.
Viele denken sich unter den schwarzen Brüdern nichts geringers, als die Herrn Freimäurer, andre wieder einen Orden aus Kagliostros Fabrik; und beide Theile habens doch nicht getroffen! — —
Aber wissen Sie, was mich am meisten von verschiednen Lesern gefreut hat? — daß sie dies Buch nicht ohne Theilnahme gelesen, wohl gar zuweilen die Richtigkeit meiner Empfindungen mit eignen Thränen bestätigt haben. O, der Lohn ist mir süsser, als jeder andre; denn die oben erwähnten Kannegiessereien sind nur eine ärgerliche Belustigung! —
Ich wünsche, daß Ihnen dies Bändchen viel Vergnügen in einsamen Stunden erwekke, und beherzigen Sie zulezt mit mir und Florentin von Duur die fürchterliche Wahrheit: „Selten ist der Mensch in der Gegenwart glüklich, am meisten in der Vergangenheit und Zukunft, in der Rükerinnerung und Erwartung!“ —
Ja in der Rükerinnrung bin auch ich jezt glüklich! — Wie gern vertauscht ich jezt meine Feder mit der bunten Mahlerschürze, um Burgheims originellen Pinselstrich zu belachen — oder säß ich neben meiner Freundin H**, um in ihrer Gesellschaft eine Dachspizze zu betrachten, — Behalten Sie mich lieb und vergessen Sie nicht den
Verfasser.
| Erster Abschnitt. | |
| Erstes Kapitel. Seelengröße. | 1 |
| Zweites Kapitel. Monolog eines guten Fürsten, Glossen darüber. — Abreise. | 7 |
| Drittes Kapitel. O, die glükliche Nachwelt! | 13 |
| Viertes Kapitel. Abschied von der Sorbenburg. | 26 |
| Fünftes Kapitel. Eine schöne Erscheinung. | 29 |
| Sechstes Kapitel. Aufklärungen. | 36 |
| Siebentes Kapitel. Ein Nachtstük. | 44 |
| Achtes Kapitel, Freude — Verdrus — und Schauder. | 54 |
| Zweiter Abschnitt. | |
| Erstes Kapitel. Kanella. | 61 |
| Zweites Kapitel. Der Landesvater mit seinen Landeskindern. | 67 |
| Drittes Kapitel. Gewitterwollen, die sich zerstreun. | 74 |
| Viertes Kapitel. Das Haus im rothen Walde. | 81 |
| Fünftes Kapitel. Etwas für Republikaner. | 95 |
| Sechstes Kapitel. Die Eremitage. | 101 |
| Siebentes Kapitel. Florentin in Kanella | 112 |
| Dritter Abschnitt. | |
| Erstes Kapitel. Umfaßt einen Zeitraum von drei Jahren. | 153 |
| Zweites Kapitel. Die Dachspizze. | 157 |
| Drittes Kapitel. Florentins Verwandlung. | 169 |
| Viertes Kapitel. Neue Verwirrungen. | 185 |
| Fünftes Kapitel. Sturm und Liebesfreuden. | 197 |
| Sechstes Kapitel. Die schwarzen Brüder. | 214 |
| Siebentes Kapitel. Der Garten von Dosa. | 221 |
| Achtes Kapitel. Fortsezzung des vorigen. | 229 |
| Neuntes Kapitel. Sturm in Kanella. | 244 |
| Vierter Abschnitt. | |
| Erstes Kapitel. Ruhe? — für Florentin? | 257 |
| Zweites Kapitel. Mühvolle Jahre. | 270 |
| Drittes Kapitel. Dulli und Ladda. | 276 |
| Viertes Kapitel. Der große Florentin im Vaterlande. | 284 |
| Fünftes Kapitel. Der Kirchhof. | 289 |
| Sechstes Kapitel. Die Alpen. — Epilog an den Leser. | 299 |
Die
schwarzen Brüder.
Ich riß den Faden meiner Erzählung im vorigen Bande da ab, wo unser Delinquent entgeistert in des Herzogs Arme stürzte; ich knüpfe ihn wieder an, die Geschichte weiter zu spinnen.
Florentins Selbstbewustsein erwachte, aber es war ein fürchterliches Erwachen — das Erwachen zum Tode. Der Anblik der schwarzen Tapeten des Zimmers, der matte Schimmer der Wachskerze, welcher zum Theil von den düstern Wänden eingetrunken wurde, die schrekliche Stille dieser Mitternacht, die Rükerinnerung an dasjenige Verbrechen, welches ihn hieher gebracht — alles das wirkte so sehr auf ihn, daß ihm wenig fehlte, um in eine neue Entgeisterung zurük zu sinken.
Er fand sich von den Armen eines Mannes gehalten, drehte sich um und der Herzog lies ihn los.
„O, gnädigster Herr!“ rief, er, und wollte sich auf die Kniee niederwerfen, aber der Fürst verhinderte es.
„Mensch, was haben Sie begangen?“ fragte Herzog Adolf nach einer Weile mit fürchterlichen, majestätischen Ernst im Ton und Mienen.
„„Ich weis es,““ entgegnete der unglükselige Graf, der bleichen Antlizzes, zur Erde gebeugten Blikkes, mit gefaltenen vor sich niedergestrekten Händen da stand, als einer, über welchem das verdammende Urtheil des Richters herniederdonnert: — „„ich weis es gnädigster Herr, ich läugne mein Verbrechen nicht.““
Herzog. Sonderbar, wie würden Sie das auch im Stande sein? Aber fühlen Sie das ganze, schrekliche Gewicht desselben, Leichtsinniger?
Graf. Ich fühle es. — Sie, der Sie mich zu den glänzenden Ehrenstufen, die nur nur je die ausschweifendste Einbildungskraft vorzeichnen konnte, empor halfen, Sie sind durch mich — entehrt worden.
Herzog. Warum fühlten Sie das nicht früher, schlechter Mensch?
Graf. O, Durchlauchtigster Herr, es sind Stunden wo — doch nein, ich kann mich nicht entschuldigen.
Herzog. Nicht genug, daß Sie einen Fürstenstamm entehrten, welcher nur gewohnt ist Königskronen auf seinen Nebenzweigen zu tragen; nicht genug, daß sie jede Pflicht des Unterthanen vergessen; nicht genug, daß Sie die Wohlthaten Ihres Gönners mit Niederträchtigkeiten bezahlten — so haben Sie auch auf ewig die so seltne häusliche Glükseeligkeit einer fürstlichen Familie zerstört — haben mich auf meine Lebenszeit misvergnügt, elend gemacht, und meine Schwester, die ich sonst so sehr liebte, gleichfalls.
Graf. Ich bin strafwürdig — ach, nicht so sehr Ihre Durchlauchte Schwester. Lassen Sie mich unser beider Vergehen allein abbüßen, sammeln Sie alle Strafen für mich allein!
Herzog. Elender, die Zeit ist vorüber, wo Ihre Bitten bei mir galten. Jetzt bereiten Sie sich zu ihrem Urtheil. — Ich werde Sie verlassen; haben Sie noch in diesem Leben Ihrer Familie etwas zu vertrauen: so schreiben Sie. In jenem Winkel liegen Papier, Dinte und Federn auf dem Tische. In zwanzig Minuten müssen Sie fertig sein.
Der Fürst verlies ihn wieder.
Florentin rang die Hände; Schauer des Todes wehten ihn an.
„Ach, so ist denn das Ziel meiner Hoffnungen, meiner Arbeiten, meiner schlaflosen Nächte? — Ein unnatürlicher, früher, schändlicher Tod! — Gott, und dahin konnte ein wollüstiger Rausch führen? — O mein guter Oheim, meine Schwester und du mein Holder wüßtet ihr! — wüßtet ihr! — wo Florentin stände! —“
Er gieng zum Winkeltischchen, zog die Taschenuhr hervor, legte sie neben die Papiere, ohne in der Angst nach ihren Minuten hinzusehn, und schrieb mit kalter bebender Hand:
Freunde,
Ich bin ein Verbrecher. — Diese Nacht ist die letzte meines Lebens, ich leide in ihr die wohlverdiente Strafe. — Verzeiht mir, wie Gott mir verzeihen wird, zu dem ich hoffe. — Ich danke Euch für Eure Liebe. Erinnert Euch noch zuweilen des unglükseeligen Florentins, wenn er lange schon im Grabe vermodert ist. — Bittet dem beleidigten, ehmals so liebevollen, Herzog, nach meinem Tode noch, in meinem Namen um Verzeihung. — Nun lebt wohl, ich getröste mich der süssen Hoffnung, in einer bessern Welt Euch wieder zu sehn. Lebt wohl.
Florentin.
Der Graf schrieb so langsam, legte so oft die Feder nieder, setzte dann wieder an, sprang auf, schwankte jammernd durchs Zimmer, setzte sich wieder hin, um zu schreiben, daß er kaum das Billet beendiget hatte, als die bestimmten 20 Minuten schon vorüber waren und der Herzog ins Zimmer trat.
Florentin stand auf, ergriff den Zettel, überreichte ihn dem Fürsten, ohne eine Sylbe zu sprechen.
Adolf wikkelte das Papier ungelesen zusammen, trat Florentinen um einen Schritt näher, nahm dessen Hand in die seine, und betrachtete so den Unglüklichen lange Zeit mit wehmüthigen Blikken.
„Noch hab ich,“ sagte er „keinen Freund gehabt, wie dich, das heißt, ich, habe noch keinen Mann so sehr geliebt, wie dich — o Florentin, daß du mich doch nicht so wieder lieben konntest! Der Herzog spricht jetzt nicht mit dir, sondern dein ehemaliger vertrauter Freund!“
Florentin. (mit stets niedergeschlagenen Blikken) Mein Fürst — — —
Herzog. Nicht dein Fürst, sondern dein Freund spricht jezt mit dir, und zwar in diesem Leben zum leztenmahle. Der Herzog hat dich gerichtet, und der Freund nimmt von dir Abschied; — kömmt, dir das lezte Lebewohl zu sagen. — Fühlst du gar nichts mehr für Adolfen?
Florentin. (bestürzt) Ich verstumme, wie ich —
Herzog. O lieber Florentin, es thut weh, sich trennen zu müssen von dem, den unser Herz lieb gewonnen.
Die Stimme des guten Fürsten zitterte bei den lezten Worten. Florentin verwirrt durch die jähe Verwandlung des zürnenden Fürsten in den mitleidenden Freund, schlug die Augen auf, und gewahrte Thränen auf der Wange desselben. Der Herzog drehte sich von ihm ab, gieng an ein Fenster und rief: „ich bin noch zu jung, bin noch nicht eiskalt genug — meine Gefühle schweigend zu machen! Aber sag mir, sonderbarer Mensch, wie ist dir? hast du deine Empfindung ganz verloren?“
Florentin. Ganz; nur das Gefühl meines Elendes meiner Reue ist mir geblieben, und die Hoffnung, Gott werde sich meiner Seelen in der lezten Erdenstunde erbarmen, — und droben — droben wirds besser sein.
Herzog. Du willst sterben?
Florentin. Ich bin bereit.
Herzog. Nein, dein Leben soll dir der Herzog nicht nehmen, aber — —
Florentin. (erschüttert) Mein Fürst! (zu seinen Füssen stürzend) Mein Fürst!
Herzog. Was machst du? steh auf.
Florentin. Ich kann nicht. Ich habe keine Gnade verdiene, und auch nie Anspruch darauf gemacht.
Herzog. Bist nicht begnadigt. Du hattest das Leben verwirkt, aber theils deiner Verdienste um Herzog und Land, theils der Geheimhaltung von der Schwangerschaft der Prinzeßin Louise willen, wird dir das Leben geschenkt. Noch weis niemand am Hofe und in der Stadt von der unglüklichen Begebenheit. Die Prinzeßin heißt es, ist wegen ihrer Kränklichkeit auf eines ihrer Landgüter gereiset, und du bist wichtiger geheimer Geschäfte willen zu mir berufen. — Deine Strafe ist — — Landesverweisung. Mehr konnte die Freundschaft bei der Gerechtigkeit nicht auswirken. So lange Herzog Adolf lebt und regiert, sollst du nie wieder die vaterländischen Fluren erblikken, im Auslande sollst du umherwandeln, von mir vergessen, keine andere Strafe zu fürchten haben, als die, welche dir das zarte Gewissen eines gefühlvollen Biedermanns auflegen wird.
Florentin umarmte weinend, mit sprachlosen Danke, die Knieen des gütigen Fürsten.
„Noch vier Wochen,“ fuhr lezterer in seiner Rede fort: „noch 4 Wochen hältst du dich in meiner Residenz auf, erscheinst du öffentlich am Hofe, um dem Volke jeden Verdacht zu rauben, und damit du dich zur Abreise aus deinem Vaterlande vorbereiten, wie auch die angefangenen Staatsgeschäfte beenden kannst, — so dann gehst du unter dem Vorwande, daß ich dich auf Reisen schikke, fremde Länder, Einrichtungen, Sitten, und Verhältnisse zu studieren, auf ewig aus deinem Vaterlande. Ließest du dich irgend einmahl wieder in demselben gewahr werden: so stehe ich nicht für dein Leben. Und nun, mein lieber ehemaliger Freund, leb wohl! So wie wir uns jezt sahen und sprachen, sehn und sprechen wir uns nie wieder in dieser Welt!“
Florentin stand auf, der bewegte Herzog sank dem Grafen um den Hals und weinte. Florentin von zu vielen Empfindungen bestürmt, empfand gar nicht. Der grosmächtige Fürst verzieh ihm diese scheinbare Kälte sehr gern, denn er wußte, daß Florentin mehr denn zu gefühlvoll war.
„Komm, es ist schon spät in der Nacht. Mein Wagen wartet unten auf dich, er soll dich zu deinem Hause bringen!“ sprach Adolf nach einer Weile, küßte ihn noch einmal heftig, führte ihn selber die Treppen hinab, ließ ihn in die Kutsche steigen und heimfahren.
Adolf hörte das dumpfe Donnern des Wagens über die Schloßbrükke; wehmüthig flog er in sein Schlafkabinet, vermummte er sein Gesicht in das Schnupftuch, um keinem lauschenden Ohre seine Seufzer, sein lautes Schluchzen wahrnehmen zu lassen.
Die tiefste Stille wohnte im ganzen Schlosse — der Mond schwebte gebrochen hinter Wolkenstreifen, alles athmete Schwermuth, alles war von dem Pinsel der Melancholie mit traurigen Farben überkleidet. Kein Wunder, wenn der gefühlreiche Fürst die Mitternacht im Arme des seelnagenden Grames überwachte.
„O wie ich so elend bin!“ rief er: „ich habe alles verloren, denn ich habe einen Freund verloren! — da fuhr er bin, der unglükseelige Verbrecher, von mir verdammt, der ich ihn doch liebe! — Noch hab ich keinen gehabt, welchen ich so liebte, und nun werde ich nie einen wieder erhalten! — O verdammt sei das schönlarvigte Gespenst, Weiberliebe, das sich in den Zirkel unsrer Freuden schleicht, und jede derselben erwürgt! — Florentin, warum mußt ich dich verlieren? —“
So klagte ein Herzog, und er hatte Recht zu klagen; denn Freundschaft ist das schönste Blümchen, welches der Sterbliche am Lebenswege pflükken kann. — Man klage nie über die Seltenheit wahrer Freunde. Gotteswelt ist schön, und faßt manches schöne Herz in sich; schwarze Seelen sind nur da, den Glanz von jenem zu erhöhn. Wer die Seltenheit ächter Freunde beklagt, der nährt entweder ein überspanntes Ideal von der Freundschaft, oder ihm mangelt selber das Wesentliche ein Freund sein zu können; ist eher vielleicht im Stande Freundschaften zu knüpfen, als zu erhalten. Freundschaft, die bei ihrem Entstehen heftig aufbraußet, tändelt, mit Küssen spielt, und Umarmungen sich als das höchste Gut derselben vorschwärmt, ist eben so bald verdünstet, als die, welche beim Weinglase entspringt, und sich mit dem Rausche verliert.
Der Fürst trauerte lange noch um Florentinen, da dieser schon Jahr und Tag von ihm geschieden war; ein Beweis, daß seine Liebe gewis aus lautern Quellen floß.
„Wenn denn Adolf Florentinen so sehr liebte, warum vergab er ihm sein Verbrechen nicht ganz und behielt ihn nicht an seinem Hofe?“ So mögten einige meiner Leser fragen, denen ich zur Antwort gebe, der Fürst mußte, als Fürst, so handeln, er darf mit den Gesezzen keinen Schleichhandel treiben — der Freund mußte als Freund, so handeln, wenn er seinem Geliebten nicht eine noch schreklichere Zukunft bereiten wollte, weil Florentins Verbrechen doch gewis einmal offenbart werden konnte, und die herzoglichen Verwandten dann nicht geschwiegen haben würden. Der Bruder mußte als Bruder, gegen seine Schwester so handeln, um eine Leidenschaft in ihren Busen zu unterdrükken, die sie nie nähren dürfte. — Landesverweisung war Florentins Strafe, hart für ihn, aber doch milde!
Unser Graf war einige Tage hindurch unpäslich — die lezten Begebenheiten des Lebens hatten gleich mächtig auf Seel und Körper gewirkt, beiden stand eine auffallende Veränderung bevor. Kaum hatte er sich erholt, so erschien er wieder am Hofe; der Herzog lächelte wiederum gnädig auf ihn hin, die Damen kokettirten von neuem, die Hofschranzen schmeichelten wieder öffentlich und verfluchten insgeheim. Alles gieng den ehmaligen Gang, keiner von allen ahndete etwas von dem Vorgefallenen und Zukünftigen, keiner wußte, daß Florentins Versendung auf Reisen eine Landesverweisung sei.
Ein Tag vergieng nach dem andern, eine Woche nach der andern und ehe es Herzog und Florentin vermutheten, rükte die lezte Woche heran.
Gram im Herzen, Gram im Blik nahm der Graf von seinen Freunden Abschied; er beurlaubte sich von der herzoglichen Familie — jeder wünschte ihm mit beklemmter Brust glükliche Reisen, jeder sich selber sein baldigen Wiedersehn. Nur der Herzog that Angesichts aller kalt, und keiner litte mehr, als er, in seinem Herzen um Florentins Verlust.
O wie schöne Thränen sah man izt an den seidnen Wimpern manches Mädchens beben, deren schüchterne Liebe nie um Florentins Gegenliebe buhlte! wie viel niedliche Lippen küßten hier den heftigsten Abschiedskuß, die sich sonst spröde dem Munde liebender Jünglinge entzogen! — der Neid selber trauerte um Florentins Verlust, denn nun blieb ihm nichts mehr zu beneiden übrig.
Der Graf hatte seine Geschäfte in Ordnung gebracht, alles Ueberflüßige in Geld umgewandelt, die Bedienten sammt und sonders abgedankt, ausser dem alten, stummen Badner und seinen Reitknecht, dem frohgelaunten Gotthold.
Der Graf hatte vom Herzoge noch die Erlaubnis genommen, den Rest der lezten, vierten Woche bei seiner Familie zu genießen. Der Morgen graute für ihn zum leztenmale in der Residenz; die Pferde waren gesattelt, die Pilger in ihr Reisegewand gehüllt.
Man wollte aufbrechen; eine große Menge Volks stand um den ehmaligen Duurschen Pallast versammelt, den Besizzer desselben noch einmal zu sehen.
Und als Florentin eben heraustrat, sank ein Greis vor ihm nieder, seine Kniee umfassend. Ein Haufen Kinder drängte sich hinzu, seine Hände zu küssen; einige Männer und Frauen schlossen sich näher an dieselben — keiner sprach, aber in den Zügen ihrer Gesichter las man die unter allen Zonen der Erde bekannte Sprache der Empfindung.
Bestürzt fragte der Graf: „was wollt ihr, lieben Leute?“
„Nichts, nichts!“ stammelte der Greis: „Sie haben uns schon so viel gegeben, wir wollen nichts mehr! — aber — sehn Sie nur, lieber Herr, ich bin noch in meinen alten Tagen durch Sie recht froh, recht glüklich geworden, und meine Kinder auch. Da kommen wir nun und wollen danken, und Sie noch einmal recht ansehn, um Ihr Bildnis sobald nicht zu vergessen. Auch, wir haben Sie so lieb, so lieb!“
„„Ja, so lieb! so lieb!““ lallten einige von den Kindern, die an seinen Händen hiengen. „Ich bin nunmehro alt und schwach,“ fuhr der Greis mit gebrochner Stimme fort: „der liebe Gott wird mich bald heimfodern zu sich und da will ich an seinem Throne für Sie beten, und der liebe Gott wird mich gewis erhören. — Ach, sehn Sie doch um sich, sehn Sie diese Familien, das sind da meine Kinder, die dort meine Enkel, und ich, ich bin ihr Grosvater — und wir alle freuen uns des Lebens, denn Sie habens ja so herzlich gut mit uns gemeint. Und nun — und nun ach! — —“
Der Alte schluchzte; die jungen Männer und Weiber verhüllten ihre Augen in Tücher und Schürzen, die kleinen lärmten lustig an Florentins Seite, und Florentin — fühlte alles und nichts, stand da mit düstrer Stirn, sah umher durch die Menge der Zuschauer, als suchte er einen Mittelsmann, welcher ihn mit guter Art von diesem schönen Auftritte ablösen möchte.
Die erste traurige Spur von den Wirkungen seiner Schiksale auf sein Herz! Er war nicht mehr der herrliche, blühende Jüngling, voll Hochgefühl für der Natur erhabne Szenen; nicht mehr dürstend nach den Thränen des Dankes; nicht mehr ringend nach Unsterblichkeit seines Namens. Misgestimmt stand er da unter lieblich gestimmten Seelen, als verständ’ er die Sprache der Herzen nicht mehr. Das ehrerbietige Schweigen der Menge begeisterte ihn nicht; das schwimmende Nas in Männer- und Weiberaugen belohnte ihn nicht, das Lallen der Unmündigen war ihm keine Harmonie mehr. Er, ehmals mit dem lieblich schwankenden Karakter, der nach allem sich hinewigte, von einem Gefühl zum andern, von einer Leidenschaft zur andern überflog, hatte jezt eine melancholische Festigkeit gewonnen.
„Lebt wohl!“ rief er, ris sich los, schwang sich aufs Roß, sprengte die noch schlummernden Straßen hinunter, Gotthold und Badner ihm nach, und so zum Thor hinaus.
„Lebt wohl! lebt wohl!“ riefen ihm einige hundert Stimmen nach: „lebt wohl! Gott vergelts! glükliche Reise! Habt Dank! in der Ewigkeit wieder!“ — — —
„Was soll denn der Küster, Onkelchen?“ fragte Rikchen den alten Herrn von Duur, der sich voll heimlicher Freude, die Hände rieb.
„„Du wirsts ja sehn, du neugieriges Ding!““ antwortete der Onkel, und schob sich die weiße Mütze tief über die schmunzelnden Augen herunter, indem er gegen das Fenster gieng.
„Aber Sie haben ja heute schon dreimahl zu ihm geschikt?“
„„Ja, ja, das läßts vermuthen, daß ich jezt eine Sache von Wichtigkeit, die auch dich interessiren, muß!““
„Auch mich, Onkelchen?“
„„Auch dich, gnädige Frau von Sorbenburg!““
Man klopfte an. Der Küster des Dorfes Sorbenburg trat herein, mit drei respektvollen Verbeugungen. Er war heut ungewöhnlich gepuzt; in seiner Hand hielt er ein halbes Duzzend zusammengelegter Briefe.
„Habe die unterthänige Gnade, Ew. Hochgräflichen Gnaden, hier — habe — war — ich machte — Gnaden — die Gevatterbriefe. —“
Der gute Custos loci, welcher sein erlerntes Kompliment so schmälig vergessen hatte, stotterte, wurde blas, wurde roth, hielt die Papiere hin, zog sie wieder zurück und kam darüber so ausser aller Fassung, daß wenig fehlte und er wäre wieder zurück gelaufen, um das Kompliment besser durchzustudiren.
„Gevatterbriefe?“ fragte Rickchen, indem sie von der Seite sah und roth wurde.
Onkel. (lächelnd) Freilich, Gevatterbriefe, freilich! — es hätte mit ihnen wohl noch ein paar Monate Zeit gehabt, aber das ist nun so einmahl mein Fehler, daß ich die Zeit nie abwarten kann. Ich mußte sehn, wie sich dein Name auf einem Gevatterbriefe präsentirt. — Nun und du wirst ja wissen, ob wir bald Gebrauch davon machen können. He, he, he, he!
Küster. (der sich inzwischen zu sammeln suchte) Verzeihen unterthänigst Ew. Hochgräfl. Gnaden, daß wenn — aber — ich wollte — hatte — hier sind die Gevatterbriefe.
Onkel. Was fehlt ihm denn, Herr Küster; Er bringt ja kein vernünftiges Wort heraus? hat Er etwa schon auf baldige Kindtaufe seiner gnädigen Frau ein Schnäpschen getrunken? bravo! geb Er die Briefe her.
Küster. (reicht sie dem Grafen) Ew. Hochgräflichen Gnaden unterthänigstermaaßen aufwarten zu thun.
Onkel. (die Aufschriften lesend) „Sr. Wohl- und Hochgeboren dem Herrn, Herrn von Bastholm“ — ha, ha, ha, der soll sich wundern! — „Sr. Gräflichen Hochgebornen Gnaden dem Herrn, Herrn von Duur, herzoglichen“ — — allerliebst! nun geh Er, Küster, und laß Er sich vor der Hand ein Glas guten Landwein geben.
Der Küster gieng. Onkelchen öffnete einen der Briefe und las: „Nachdem es nun dem grundgütigen Gott gefallen, was maaßen er meine liebe Frau —“ Hier hielt ihm Rikchen die Hand vor den Mund und stellte sich lächelnd böse. Der frohe Alte wollte lesen, Rikchen hinderte es, erwischte die Briefe und lief zum Zimmer hinaus.
„Wart! warte!“ rief der Onkel, indem er aufstand, und sie so eilfertig, als es seine Wohlbeleibtheit verstattete, verfolgte: „warte, das soll dir durchgehen!“
Er schlenderte eben die Hausflur hinunter, als er zu seinem größten Erstaunen die Briefe zerstreut auf dem Erdboden liegen sah. Er machte Anstalten sie aufzulesen, als er Florentins Namen unzählige mahle von Rikchens Lippen hörte. Frohe Ahndung durchzukte ihn — rasch lief er der Stimme nach, und sah — o Wunder! — sah den lieben Florentin in den Armen seiner holden Schwester liegen.
Ihn umarmen, ihn küssen, ihm Vorwürfe machen, war Eins.
„Ei du Blizkammerherr, mußt du denn immer das Spiel der Ueberraschung mit uns treiben?“ rief der frohe Greis: „unvermuthet, verschwandst du vor etlichen Wochen, und unverhoft stehst du wieder hier.“
Man begab sich in ein Zimmer. Florentin erzählte die vorgeblichen Ursachen seiner plözlichen Ankunft.
„Ein paar Tage nur willst du bei uns sein?“ fragte der Onkel und sah ziemlich misvergnügt aus.
„Ein paar Tage nur,“ sagte Rikchen, und es war ihr, als sollte sie weinen.
„Doch nein!“ hub der Onkel wieder an, da er Rikchens Stimmung gewahrte: „Das ist recht! das ist brav, daß dich Sr. Durchlaucht auf Reisen schikt — Donner, aus dir kann einmal ein ganzer Mann werden. Höre, Florentin, höre, und hast du denn die lezte Ehrenstufe erklettert, gafft dich verwundrungsvoll das ganze Herzogthum an, hast du recht viel braves gethan und bist müde: dann nimm deinen Abschied und ein Weibchen, komm zu uns und ruhe im Arme deiner guten Freunde von guten Thaten aus. Hörst du? — o, wenn ich doch nur die Seeligkeit noch erlebte, dann wollt’ ich meinen Kopf herzlich gern zur ewigen Ruhe niederlegen! —“
„Alter, guter Mann, wirst sie nicht erleben; wohl dir, daß du nicht allwissend bist!“ dachte Florentin bei sich selber.
Man konnte sich nicht sobald müde schwazzen, aber weil Holder noch fehlte, so wollte man Boten ausschikken, ihn herbei zu rufen, denn er war aufs Feld hinausgegangen. Allein Florentin brachte in Vorschlag, daß er sich die Freude des Ueberraschens nicht rauben lassen, sondern ihn selber aufsuchen wolle. Wer konnte ihm widerstehn? Er gieng.
Florentin, wie war dir, als du jezt vor dir hinwandertest, du zum Dorfe hinaustratest, und in nachbarlicher Ferne das Duursche Schloß erbliktest, die fröhliche Wohnstatt deiner Jugend? — In schwermüthige Gedanken verloren, gieng er unwillkührlich den Weg, welcher dorthin führte, und er wäre vielleicht, ohne zu wissen wie, dort angekommen, hätte ihn nicht eine bekannte Stimme aus seinen melancholischen Träumen erwekt. Er blieb stehn, sah sich um und ward Holdern gewahr, der seitwärts über eine Wiese zu ihm herangelaufen kam.
Florentin erschrak, ohne sich angeben zu können, warum?
„Nun, irrender, in Bann und Acht erklärter, vogelfreier Ritter, wie gehts?“ fragte Holder mit einem traurenden Lächeln, und schloß den Grafen in seine Arme.
Florentin. (mit einem Seufzer) Wie du siehst, es geht alles nach Wunsche.
Holder. Es freut mich, armer Landesverwiesner, dich noch einmahl im Vaterlande zu sehn.
Florentin. (bestürzt) Wie?
Holder. Warum so befremdend, da ich doch um dein Schiksal weis? Sei zufrieden mit deinem Loose, es ist noch nicht das fürchterlichste.
Florentin. Fürchterlich genug!
Holder. Der Erdenball ist unser Vaterland; ein Weiser ist an allen Orten zu Hause, denn allenthalben bietet ihm die Gelegenheit Stoff dar, wodurch er sich um das Wohl seiner Brüder verewigen kann.
Florentin. Und allenthalben Stoff zu neuen Leiden.
Holder. Mensch, wer bist du geworden? Bist du noch Florentin von Duur, er der ehmals versprach, jeder Gefahr lachend ins Auge zu sehn? Bist du der Thatensüchtige Jüngling, der für das Wohl der Menschen sein Wohl opfern wollte?
Florentin. (verdrüslich) Was willst du?
Holder. Was ich will? — Erforschen will ich, wer du jezt bist? — erforschen, ob ich mich schändlich in dir betrog? — erforschen, ob du auch der erhabne Mann im Unglükke bist der du im Glükke warst?
Florentin. (wie oben) Wozu das?
Holder. Um danach meine Freundschaft abzumessen? Große Menschen bedürfen unsrer größten Freundschaft, kleine Seelen mögen sich mit einem Lächeln, einem Händedruk, einem Kus begnügen.
Florentin. (ihn um den Hals fallend) O Bruder!
Holder. Laß uns nach Sorbenburg zurükkehren.
Florentin. Nein, noch nicht. Bleib noch! — ein Viertelstündchen muß ich mit dir allein sein!
Holder. Man wird sehnsuchtsvoll auf uns warten.
Florentins. Ich bitte dich, bleib. Ich habe vorher viel mit dir zu besprechen.
Holder. Das ich nicht wüßte.
Florentin. Uebermorgen muß ich schon über die Gränze gehn.
Holder. Ich weis es.
Florentin. Du weißt es? — ist dir alles bekannt, was zwischen mir und dem Herzog — —
Holder. Alles.
Florentin. (verwunderungsvoll die Hände faltend) Ist es möglich? — Holder, ich kenne dich noch nicht ganz. Räthsel löse dich mir endlich!
Holder. Laß uns weiter gehn, der Himmel bezieht sich mit Regenwolken.
Florentin. (ungeduldig) Bleib, wenn du mein Freund bist.
Holder. Rede, was willst du von mir?
Florentin. Aufschlus, und Rath!
Holder. Sprich deutlich.
Florentin. Holder, du der du mir sonst in allem zuvor kamst, Holder, du, verstehst mich nicht?
Holder. Wie sollt’ ich?
Florentin. (ihm näher tretend und ins Auge fassend) Julius, Regent Julius, sprich, hat mich ein Traum belogen?
Holder. Ja, Vinzenz, und nein!
Florentin. (froh auffahrend) Nun, Gott seis gedankt, nein! — nein, es war kein Hirngespinnst, Wahrheit ists — die schwarzen Brüder sind vorhanden! du bist nicht allwissend, wie wolltest du sonst wissen, was ich nur träumte und noch keinem Sterblichen verrieth? — du bist der Regent der Brüder, ich bin dein Genosse! —
Holder. (lächelnd) Bist du’s?
Florentin. Spotte nicht, um Gotteswillen nicht! ich stehe izt von allen Verhältnissen und Verbindungen abgerissen, werde aus meinem Vaterlande verstoßen, habe keinen Freund, keinen Bruder. Mein Traum — nein, Traum wars nicht! — hat mich noch gefesselt an diese Welt und an die Lust großer Thaten. Nimm mir den Traum, und ich bin nichts! gieb mir ihn noch einmal zurük und ich bin alles was du willst.
Holder. (mit sich aufklärender Miene) Ich spottete dein nicht. — Bruder, sei ruhig.
Florentin. Ich ruhe nicht; laß mich noch einmal den schreklichen, geliebten Traum zurükträumen, ich fühl es, er würde mich wieder erquikken; würde meinem Geiste den alten Schwung wiedergeben, und Kraft und Gefühl für das Große. —
(beide schweigen lange.)
Florentin. Warum verstößest du mich? — Bruder, es ist wahr, ich bin ein Verbrecher, aber die Unbekannten wußten darum, und fanden mich doch würdig einer ihrer geringsten Diener zu sein. Und warum verstössest du mich?
Holder. Laß uns davon abbrechen. Doch zum Troste sage ich dir dies: Du bist des Landes verwiesen, und dies ist der erste Schritt für dich auf einer gefährlichen Laufbahn zu einem glorvollen Ziele. Jeder andre, als du, würde nun in die weite Welt hineingehn, und der Gelegenheit in Osten und Westen nachlaufen, sich durch schöne Thaten zu vergrössern, aber sie nicht sobald erhaschen. Für dich ist sie schon bestimmt. — Das Gebiet großer Handlungen liegt offen vor dir da, den nächsten Weg dahin zu gelangen findest du folgendermaaßen. Ohnweit dem Städtchen Mungenwall liegt ein kleines Gehölz, der rothe Wald genannt, dahin begieb dich am Tage des heiligen Urbanus von Mungenwall aus. In der Mitternachtsstunde mußt du an der Landstraße links, ohnweit einem steinernen daselbst aufgerichteten Kreutze sizzen; Es wird ein Mensch die Landstraße gen Mungenwall herauf kommen, welcher einen Bündel Reiser auf dem Rükken trägt, und eine Axt unter dem linken Arm hält. Grüßt er dich, so antworte: „Gott dank euch, Hugo!“ fragt er, warum du da sizzest? so entgegne: „Ich sizze zum Feste der Schwarzen.“ Nimmt er sodann die Axt und schlägt dreimal wider das steinerne Krucifix: so folge ihm.
Florentin. Sonderbar.
Holder. Und von nun an, Florentin, falle kein Wort davon weiter, während deines Aufenthalts in Sorbenburg, zwischen uns vor; komm zurük nun, es regnet schon stark!
Schweigend eilten sie nach Sorbenburg, wo der Onkel und Rikchen indessen mit ängstlicher Ungedult beider Zurükkunft entgegen sahn.
Ach, wie seelig flog das schöne Paar dieser Tage vorüber! Florentin selber glaubte sich heitrer zu fühlen, von seiner Schwermuth zu genesen — als der lezte Abend über diese Glüklichen verdämmerte, und der Traum seiner Freuden zugleich.