[1] Namentlich ist das Ungenügende der bisherigen Biographieen handgreiflich. Ich übergehe die Aufzählung der kleineren biographischen Arbeiten über Blum, die sich in Zeitschriften, Lexicons &c. zerstreut finden. Aber auch die größeren Versuche dieser Art leiden an zwei Hauptfehlern. Sie sind sämmtlich unmittelbar nach der Revolution und insgesammt vom radicalsten, parteiischsten Standpunkt aus geschrieben. Und sie sind geschrieben, ohne daß den Verfassern — mit Ausnahme der Wiener Briefe Blum’s an seine Frau, einiger seiner Gedichte, Zeitungsartikel, Broschüren und Reden, — eine einzige Mittheilung oder Aeußerung Blum’s über sich selbst oder Mittheilungen seiner Angehörigen über ihn zur Verfügung gestanden hätten. Der reiche Schatz handschriftlicher Aufzeichnungen, den Blum hinterlassen, und der zwar keine Selbstbiographie, wohl aber überall die wichtigsten Fingerzeige für die Geschichte seines Lebens enthält, der überaus interessante Briefwechsel Blum’s mit den Seinen, den Freunden u. s. w. wurde von jenen früheren Biographen völlig unbenützt gelassen. Selbst die historischen Quellen, welche uns heute über die wichtigsten Jahre in Blum’s Leben, namentlich über das Jahr 1848 zu Gebote stehen, waren damals zum großen Theil unerschlossen. Die Titel jener früheren biographischen Versuche sind:
„Das Buch von Robert Blum. Ein Denkmal seines Lebens und Wirkens von Eduard Sparfeld, eingeführt durch Franz Rauch, Pfarrer der christ-kathol. Gemeinde zu Leipzig. Leipzig, 1849. Im Selbstverlag des Verfassers und in Commission bei H. Matthes,“ 96 Seiten. Völlig werthlos. — „Robert Blum als Mensch, Schriftsteller und Politiker von Arthur Frey. Mit einem Portrait Robert Blum’s. Mannheim, J. P. Grohe. 1849. 216 Seiten.“ Der Verfasser steht auf dem Standpunkt der äußersten Linken. Das Büchlein gibt eine Anzahl Zeitungsartikel, Briefe und Reden Blum’s im Wortlaut. — „Robert Blum. Sein Leben, sein Wirken. Ein Buch für das Volk, nach den besten Quellen bearbeitet von Adolph Streckfuß.“ Enthält interessante, nur leider durchaus beweislos gelassene und nach der parteiischen Schreibweise des Verfassers wenig glaubhafte Details aus den Leipziger Augusttagen, den Jubelwochen der Revolution und den Frankfurter Septembertagen. Im Uebrigen breiter, gedankenarmer Schwatz. Alle diese Biographen berichten über die Jugend Blums fast wortgetreu dasselbe und beschränken sich betreffs der parlamentarischen Wirksamkeit ihres Helden auf einige gesinnungstüchtige Phrasen.
[2] In den Familienaufzeichnungen, denen ich hier folge, und welche in der Hauptsache von der Schwester Robert Blum’s, Frau Margaretha Selbach geb. Blum in Köln herrühren, werden sogar ausdrücklich die „Lehren des Professor Hermes“, wird E. Blum ein „Hermesianer“ genannt. Da jedoch die erste epochemachende Schrift dieses Gelehrten erst 1805 erschienen ist und Hermes nur fünf Jahre älter war (geboren 1795) als Engelbert Blum, so ist das jedenfalls ein Irrthum, zumal da Hermes niemals persönlich als Lehrer oder sonstwie auf die Schüler jenes Kölner Gymnasiums eingewirkt hat.
[3] Treitschke, die Anfänge des Zollvereins, Preuß. Jahrb. 30. Band. S. 897 fg.
[4] Das „Reisejournal“ verzeichnet hier, charakteristisch genug, nur Orte und Meilendistanzen ohne jede Bemerkung.
[5] Das älteste Heftchen dieser Art trägt den stolzen Titel: Mémorial analytique de mes recettes et dépenses pour les ans 1828, 29 et 30. Von da an bis 1848 liegen von Blum eigenhändig geschriebene Jahreshefte über seine Einnahmen und Ausgaben vor, von der Leipziger Zeit (1832) an auch fast sämmtliche Belege über die Ausgaben. Hierauf beruhen, wo nicht andere Quellen angegeben sind, meine Angaben über die finanziellen Verhältnisse Blums.
[6] Dem Reisejournal wird im Nachstehenden in allen Zeitangaben u. s. w. gefolgt, während das „Mémorial“ die finanziellen Verhältnisse Blum’s klar legt.
[7] In dem schon erwähnten Mémorial analytique.
[8] Die bei weitem billigeren Preise jener Jahre sind dabei schon berücksichtigt. Die Sächsische Gesindeordnung von 1835 setzt den Unterhalt für einen rechtswidrig entlassenen Dienstboten auf 1 meißn. Gülden (zwei Mark dreiundsechszig Pfennig) pro Woche fest. Viel mehr dürfte Robert Blum damals (1830) auch nicht zu verzehren gehabt haben.
[9] Der Titel lautet: „Kurze Abhandlung über die Straßenbeleuchtung zum Gebrauche (!) der städtischen Polizei- und Verwaltungsbehörden, nebst einigen Erläuterungen über das allgemeine Unternehmen der Straßenbeleuchtung“ von R. Blum (Preis 10 Sgr.), Berlin bei Leopold Wilhelm Krause, Adlerstraße Nr. 6. 1829.
[10] Große, Gesch. Leipzigs, 2. Band S. 704, berechnet 32 Einwohner auf ein Haus (1840).
[11] Auch R. Wagner lebte bis 1824 hier.
[12] Heutzutage freilich ist in diesem Blatte von einer literarischen Fundgrube nichts mehr zu entdecken.
[13] Bekanntlich hat die Sächsische Regierung vor zwei Jahren die trefflich rentirende Bahn angekauft und dabei jede Actie von hundert Thaler Nominalwerth mit eintausend Mark 3%iger Sächsischer Rente entschädigt.
[14] Z. vergl. die gedruckten Protocolle dieser Generalversammlungen 1842 bis 1846.
[15] Dem späteren König Friedrich August von Sachsen.
[16] Extra-Beilage zum Leipziger Tageblatt 30. Nov. 1835.
[17] Er selbst rauchte damals Zigarren zu 40 Pfennigen 25 Stück.
[18] Leipzig, Verlag von Robert Blum & Comp. 1848. I. Band. S. 369, 370.
[19] Selbst die Brockhausische Leipziger Allgemeine bezog in den ersten Jahren ihres Bestehens eine große Anzahl offiziöser Mittheilungen. Vgl. Wigand’s Vierteljahrsschrift 1845.
[20] Große, Geschichte Leipzigs S. 686.
[21] Zeitung für die elegante Welt, 13., 14., 16. November 1837.
[22] A. Springer, Dahlmann, 2 Thl. S. 22 fg.
[23] Damals war der Bruch zwischen den Freunden noch nicht erfolgt.
[24] Für Spiritisten und andere Menschen, die ungewöhnliche, krankhafte Seelenfunctionen gern zum Gegenstand ihres Nachdenkens machen, lasse ich die wesentlichsten Stellen dieser Niederschrift im Wortlaut folgen. (Die Worte „Er“, „Sie“, sind von mir hinzugefügt.)
Er. „Adelheid, endlich sehe ich Dich wieder!“
Sie. „Endlich? scheint Dir das so lange! Du weißt und ich habe Dir’s gesagt, daß wir uns nur selten, und immer seltener sehen können. Du mußt mich vergessen.“
Er. „Das kann ich nicht. Warum kommst Du nicht öfter? Mußt Du auf ein Glück, auf die Seeligkeit verzichten, wenn Du kommst?“
Sie. „Lieber Robert, die Begriffe von Glück und Unglück sind mit unserer Existenz und ihrer Gestaltung verwachsen. Ich habe keinen Maßstab für Dein Gefühl, Du keinen für das meinige.“
Er. „Kannst Du Dir die Möglichkeit der Vertauschung Deines jetzigen Zustandes mit einem früheren denken?“
Sie. „Ich würde gern noch mit Dir leben und wäre glücklich.“
Er. „Es giebt also eine Fortdauer? Eine Fortdauer mit Bewußtsein?“
Sie. „Robert, Dein Wissen geht nicht über die Grenzen Deiner jetzigen Existenz. Forsche nicht nach Dingen, die jenseits liegen.“
Er. „Um meiner Ruhe willen, gib mir eine bestimmte Antwort! Meine Zweifel können ja Frevel sein.“
Sie. „Dein Zweifel, der in Deiner mangelhaften Natur begründet ist, stört den ewigen Gang der Wesen nicht. Die Skepsis ist eine Frucht der menschlichen Schwäche und der Eitelkeit; sie leugnet die Dinge, die sie nicht begreift, deren Ahnung sie indessen nicht verbannen kann. Laß diese Fragen und wenn es Dich freut mich zu sehen, so grüble nicht die kurze Zeit, die uns vergönnt ist.“
„(Hier ist eine Lücke, nicht unbedeutend in der Zeit, von der ich gar keine Erinnerung habe, als daß wir zusammen verkehrten, traulich und herzlich, doch ohne irgend einen Anflug von Heiterkeit.)“
Er. „Seh’ ich Dich wieder? und wann? —“
Sie. „Du wirst mich wiedersehen.“
Er. „Aber wann? wann?“
Sie. „Das kann ich Dir nicht sagen. Du wirst mich ganz von Dir stoßen, Robert. Du willst wissen, wo Du nur ahnen kannst. Der Versuch zu wissen, zerstört die Ahnung für immer. Ich muß nun fort ... Robert, weine nicht! Du weißt ja, daß ich scheiden muß! Wende Dich ab von einer Lebensphase, die nun einmal ganz vollendet ist, und richte Dich auf das Leben, das noch viele Ansprüche an Dich hat.“
„(Hier ist wahrscheinlich eine kleine Lücke; wenigstens ist der Moment wie die Art der Entfernung gänzlich verschwommen. Auf meiner Uhr schlug es Eins, als ich mich sitzend mit nassen Augen im Bett fand. Ein Lichtschimmer war mir aus dem Traume geblieben; als ich ihn verfolgte, war es ein einzelner Stern, der vor dem Fenster stand, woraus hervorgeht, daß meine Augen geöffnet waren.)“
„Niedergeschrieben in der Nacht vom 11. bis 12. November 1838.“
„Erste Erscheinung am 24. September; zweite am 1. October.“
[25] Von den Schwiegereltern fort.
[26] Nach § 1 b des Verlagsvertrags 7½ Druckbogen.
[27] „Die Eroberung von Mantua.“ Zeitung für die Eleg. Welt. Nr. 172–187. (3. bis 15. Sept. 1838).
[28] Auch von ihr hat Maler Storck Mitte 1840 ein lebensgroßes Brustbild gemalt, welches gleichfalls bekundet, wie wenig diesem Meister die Kunst des Schmeichelns eigen war.
[29] Noch im Jahre 1848 schrieb Fanny Lewald über Blum, er habe etwas dämonisch Anziehendes in seiner Natur.
[30] Auch vom Rechtsstandpunkte aus waren diese Verlangen durchaus unbegründet.
[31] Hier, wie überall, wo nicht das ganze urkundliche Material mitgetheilt werden konnte, bin ich bestrebt gewesen, ohne alle Tendenz und vorgefaßte Meinung dasjenige herauszuheben, was den Mann am besten zeichnet. Namentlich ist nirgendwo etwa eine Aeußerung unterdrückt worden, die ihn und insbesondere seine politischen Ansichten, in einem anderen Lichte erscheinen lassen könnte, als die von mir ausgewählten Aeußerungen Blum’s.
[32] Der verfassungsbrüchige König von Hannover.
[33] So schreibt er am 17. Juni 1846 an Johann Jacoby: „Meine Pflicht legt mir auf, Sie zu benachrichtigen, daß die im Mai v. I. beschlossene Familienconferenz im August und zwar auf dem Gute meines alten Onkels Hallgarten bei Oestrich am Rhein“ (bei Adam v. Itzstein), „stattfindet, und Sie einladen, derselben beizuwohnen, oder irgend einen Verwandten zur Theilnahme zu veranlassen. Die Erscheinungen gerade der letzten Zeit haben die Nothwendigkeit eines innigeren und festeren Zusammenhaltes, eines gemeinsamen und gleichmäßigen Handelns dargethan; sofern man — woran ich kaum zweifle — einig darüber ist, daß der bisherige Weg keine Früchte bringt oder verspricht, wird man gemeinsam einen anderen suchen oder den bisherigen fruchtbar machen, vor allen Dingen aber an die Herbeischaffung von Mitteln zur Hebung und Förderung des Geschäfts denken müssen.... Die Einrichtung ist so, daß der 8. August als Versammlungstag, der 9. und 10. aber als Berathungstermin bestimmt sind.“
[34] Auch Th. Flathe, Gesch. v. Sachsen, 3. Band S. 525 gibt dieser Zusammenkunft diese Auslegung.
[35] Mithin nahmen auch Voigtländer Parteigenossen an der Versammlung Theil.
[36] Da Böhler’s keine Literaten, sondern Fabrikanten waren, so wird auch hier die S. 136 ausgesprochene Vermuthung bestätigt, daß Alles, was in den Briefen an Eugenie auf literarische Zwecke bei diesem Unternehmen und seiner Theilnehmer hindeutet, fingirt ist.
[37] „In der Ueberzeugung, daß jene Rechtsfrage schon in der Bundesversammlung ihren Richter finden werde.“ Flathe a. a. O. S. 522.
[38] Flathe, a. a. O. S. 526.
[39] a. a. O. S. 689.
[40] Zu vergleichen „Bericht über das Entstehen, die Zwecke und die bisherige Wirksamkeit des Leipziger Literatenvereins. Vorgetragen in der 18. Versammlung des Vereins den 30. April 1842.“
[41] Flathe a. a. O. S. 526.
[42] Gesammelt in dem Gedenkbuch an Friedr. Schiller, das 1855 der Schillerverein bei Th. Thomas in Leipzig herausgegeben.
[43] Vergleiche z. B. Flathe a. a. O. S. 545 flg. 578.
[44] Anspielung auf den Verfassungsbruch in Hannover 1837.
[45] Anspielung auf den bekannten Toast des Erzherzogs Johann von Oesterreich.
[46] Es ist das Verdienst der Erstlingsschrift von Karl Braun, diesen Irrthum nachgewiesen zu haben.
[47] So schreibt Blum am 5. Januar 1845 an Jacoby: „Morgen haben wir hier eine Versammlung der Gesinnungstüchtigen“ (Abgeordneten) „um unsere Operationen für die einzelnen Wahlen sowohl, als für die Haltung in und außer der Kammer im Allgemeinen zu besprechen und feststellen, soweit sichs thun läßt.“
[48] Den ich der Güte des Herrn Dr. Wittig in Leipzig verdanke.
[49] Die Redaktion sagt zum Taschenbuch von 1844: „Für den vorigen Jahrgang gab uns ein süddeutscher bekannter Dichter ein Gedicht „Der arme Gaul“, welches wir leider nicht mittheilen konnten. Da dasselbe jedoch später vielfach bekannt geworden ist, glauben wir uns hier wohl darauf beziehen zu können, da den Dichter zu nennen uns nicht vergönnt ist.“ Die Gedichte dieses Mitarbeiters stellt die Redaktion immer oben an.
[50] Das Taschenbuch wurde 1843, 1845, 1846, 1847, ausgegeben. 1844 erlag es der frischen, fröhlichen Reaction.
[51] Zu vergleichen über das Folgende Flathe a. a. O. S. 528 flg. Die Gegenwart, 5. Band, das Königreich Sachsen (v. 1831 bis März 1849.) S. 574 flg. Ein sehr lehrreicher Aufsatz, wahrscheinlich von Biedermann. (Brockhaus 1850.)
[52] Ges. vom 5. Februar 1844.
[53] Braun bestimmte 1851 die Erträgnisse dieser Sammlungen zu einer Stiftung für arme Leidende in Bad Elster und bestritt alle diese Reisen aus eigenen Mitteln. (Flathe, a. a. O. S. 534).
[54] Ergangen bei dem Vereinigten Criminalamt der Stadt Leipzig. Rep. I. Nr. 6664, 1843.
[55] Das gelang erst ein Jahr später.
[56] Gretchen war Lehrerin.
[57] Beilage zu Nr. 26. der Sächs. Vaterl.-Bl. 1845.
[58] Rede am Grabe des Herrn Joseph Della Porta von Robert Blum. Leipzig, Robert Friese, 1845.
[59] Zu vergl. Biedermann, Sächs. Zustände, S. 309 flg. in der von ihm herausgegebenen „Unsere Gegenwart und Zukunft,“ 1846 Leipzig. Gustav Mayer.
[60] Flathe, a. a. O. S. 539.
[61] Die von mir über die Leipziger Augustereignisse benutzten Quellen sind: die Sächs. Landtagsmittheilungen v. 1845/46. — Das Leipziger Tageblatt vom 14. August 1845 an (Leipziger Rathsbibliothek). — Eduard Hermsdorf, Mittheilungen aus den Plenarverhandlungen der Stadtverordneten zu Leipzig, 2. Band, 2. Heft, Jahr 1845. Leipzig, Fest’sche Buchhandlung, 1846, S. 38 flg. — Biedermann, Sächs. Zustände a. a. O. S. 338–351. — Deutsche Allgemeine Zeitung, 1845 v. 14. August an. — Dr. Carl Krause, der 12. 13. 14. und 15. August 1845 in Leipzig, Leipzig, Hoßfeld, 1845. — Die Opfer des zwölften August, Leipzig, Pönicke, 1845. — Die Leipziger Augustnacht (12. August 1845) und die Verhandlungen der gegenwärtigen sächsischen Ständeversammlung über dieselbe, nebst dem Deputationsberichte der Kammer, allen Actenstücken und einem Situationsplan. Leipzig, Pönicke, 1846. — Bekanntmachung des Köngl. Sächs. Ministeriums des Innern, das Ergebniß der commissarischen Erörterungen über die am 12. August 1845 in Leipzig stattgefundenen Ereignisse betreffend. Nebst Beilagen. Mit höherer Erlaubniß. Nebst Situationsplan. Leipzig, B. G. Teubner 1845. — Die letzten vier Schriften sind auf der Leipziger Stadtbibliothek sehr verständig in einem Bändchen (H. Sax. 226 p. 6) vereinigt worden. Weitere Quellen finden sich im Text nachgewiesen.
[62] Bei Darstellung der Ereignisse vom 12. August folge ich nur den officiellen Berichten.
[63] Officielle Bekanntmachung des Ministeriums (letzte der S. 187 namhaft gemachten Schriften) S. 16.
[64] Landtagsmittheilungen über die Sitzung der 2. Kammer am 14. Mai 1846.
[65] Offizieller Bericht S. 29.
[66] Diese Details sind dem Leipziger Tageblatt vom 14. August 1845 an entnommen.
[67] Offizieller Bericht, Anlage ⊙ (Zeitberechnung der Ereignisse des 12. August).
[68] Offizieller Bericht, S. 43.
[69] D. Allg. Ztg. v. 15. August 1845.
[70] Ebenda.
[71] Flathe, a. a. O. S. 545.
[72] a. a. O.
[73] In dem Aufsatz „das Königreich Sachsen“ 1830–49. Gegenwart, Band 5 S. 585 heißt der Ausdruck: Blum habe erklärt, dem Stadtrath „die Majestät des Volkes zeigen zu wollen.“
[74] „Die Opfer des 12. August“ S. 8. D. Allg. Ztg. a. a. O.
[75] D. Allg. Ztg. a. a. O.
[76] „Generalanzeiger für Deutschland,“ Leipzig, den 15. Aug. 1845. — Unsere Gegenwart und Zukunft, Sächs. Zustände. Biedermann, S. 340. — „Die Opfer des 12. August“ S. 14
[77] Das siebente Opfer wurde erst Nachmittags beerdigt.
[78] Der König gab also in seiner vom 15. August datirten Antwort selbst zu, daß noch Dunkel über den Vorgängen vom 12. August liege. Herr v. Langenn dagegen erklärte gleichzeitig, die Regierung werde „ihre Organe vertreten“, sie hätten „nach dem Gesetz gehandelt!“
[79] Nr. 196, 1845.
[80] Biedermann, Sächs. Zustände a. a. O. S. 348.
[81] Biedermann, ebenda S. 349.
[82] Erklärung des Kriegsministers v. Nostiz-Wallwitz in der letzten Sitzung der zweiten Kammer über die Augustereignisse. (s. u.)
[83] Bekanntmachung der Regierung über die Untersuchungsergebnisse vom 29. August 1845.
[84] Landtagsmittheilungen der 2. Kammer über die Sitzung vom 14. Mai 1846.
[85] Wahrhaft erfreulich im Gegensatze zu diesem von einer junkerlichen Reaction dem milden König in die Feder dictirten Bescheid lautete die echt königliche Antwort des Prinzen Johann: „Ich war stets von der Anhänglichkeit aller guten und loyalen Bürger Leipzigs überzeugt und bin weit entfernt davon, die Frevel eines aufgeregten Haufens einer ganzen Bevölkerung auferlegen zu wollen.“
[86] Daraus folgt, von welch’ willkürlichen Alternativen die Reaction die Duldung verhaßter Schriftsteller abhängig machte.
[87] Durch alle diese Chicanen und Confiscationen wurde schließlich selbst die Rentabilität des Taschenbuchs aufgehoben (Brief Friese’s und Blum’s an Heinrich Grahl in Schwarzenberg v. 19. August 1846).
[88] Ueber das Folgende zu vergl. Landtagsmittheilungen 1845/46; Flathe a. a. O. S. 549 flg.; Gegenwart, 5. Band S. 588. flg.
[89] In Erwiderung auf die Rede Schumann’s. Landtagsmittheilungen. Sitzung der 2. Kammer vom 14. Mai flg.
[90] So sagte der Kriegsminister v. Nostitz zum Abgeordneten Hensel: „Ich kann dem Abgeordneten nur wünschen, daß, wenn er jemals in die Lage kommen sollte, als Commandant der Communalgarde längere Zeit geschimpft und mit Steinen geworfen zu werden, ihm auch gelingen möge, bei nächtlichem Tumult Diejenigen herauszufinden, welche ihm diese Ehre erwiesen haben“. Und als der Abgeordnete Joseph sich auf Zeugenaussagen in Acten berief, erlaubte sich der Minister Könneritz die Antwort: „Sind sie vor einer Behörde oder vielleicht infolge einer Aufforderung der Versammlung auf dem Schützenhause aufgenommen worden?“
[91] Gegenwart, V. Band, S. 591.
[92] Ebenda S. 592.
[93] Acten d. Ver. Crim. A. Rep. I. Nr. 6664. 1843 fg. Bl. 122.
[94] Diese Aeußerung, die geschrieben wurde, ein Jahr bevor Frankreich ihre Richtigkeit so bitter an den „Nationalwerkstätten“ erprobte, beweist deutlich, wie fern Robert Blum den socialistisch-communistischen Utopien stand.
[95] Geschichte und Literatur der Staatswissenschaften. I. S. 163. (Erlangen, Enke, 1855.)
[96] Sehr interessant und faßlich zusammengestellt in: Franz Mehring, Die deutsche Sozialdemokratie. Bremen, Schünemann. 2. Aufl. 1878.
[97] Als Quellen für diesen Abschnitt sind benützt: Sparfeld, Chronik von Leipzig, Leipzig 1848. S. 210 fg. — Leipziger Tageblatt 1848, I. u. II. Quartal (Rathsbibliothek). — Vaterlandsblätter I. u. II. Quartal 1848. — D. Allg. Zeitung I. u. II. Quartal 1848. — Die Gegenwart, V. Band. S. 594 bis 602. — Flathe, a. a. O. S. 563–571. — Biedermann, Erinnerungen aus der Paulskirche, Leipzig, G. Mayer 1849. — H. Laube, das erste deutsche Parlament, I. Band. Leipzig, Widmann 1849. — Biedermann, Beiträge zur Geschichte des Frankfurter Parlaments im Histor. Taschenb. von Riehl, V. Folge, 7. Jahrg., S. 107 fg. — Protokolle der Stadtverordneten zu Leipzig vom 1. März an. (Archiv der Leipziger Stadtverordneten.) — Außerdem die im Text nachgewiesenen.
[98] Auch an anderen Orten urtheilt Biedermann unter Allen am gerechtesten über Blum, s. unten.
[99] Flathe, S. 578, dessen tapfere Wahrhaftigkeit im Uebrigen aufs freudigste anerkannt wird.
[100] Später ist er nach Preußen übergesiedelt und ein langjähriges Mitglied des Abgeordnetenhauses unter den Altliberalen geworden. Auch im Norddeutschen Reichstag bin ich noch mit ihm gesessen. (1867 flg.). Starb 9. August 1874.
[101] Sehr charakteristisch für die mesquine Art, wie Herr Heinrich Laube, in seinem zweibändigen Opus „Das deutsche Parlament“ „Geschichte“ schreibt, oder vielmehr das, was Herr Laube für Geschichte hält, ist z. B. die Episode S. 139–141, in der er Frau Oberländer nach Leipzig in Blum’s Buchhandlung reisen läßt, um sich da „von dem feisten Mann in Hemdsärmeln, welcher an einem unangestrichenen Schreibpult stand und ein Papier faltete“ Raths zu erholen, „ob ihr Mann Minister werden solle und was das Leben in Dresden ungefähr kosten werde.“ Diesem traurigen Klatsch widmet Herr Laube den ihm zur Verfügung stehenden Witz und Raum — heute würde sich die kleinste Winkelzeitung bedenken, so etwas unter dem Strich zu drucken. Und die Pointe von alledem ist: „Herr Oberländer wurde Minister des Innern und ist es noch; der weiter sehende Rathgeber“ (Blum) „aber ist in den Tod gerathen (!).“ Um keinen Zweifel darüber zu lassen, wann dieses tiefe Urtheil zur Welt gekommen, bemerkt Herr Laube in einer Note: „Im Winter 1848/49 geschrieben —“ also nach dem Tode Blum’s! Wir werden dem Herrn noch öfter begegnen.
[102] Biedermann, Beiträge zur Geschichte des Frankfurter Parlaments in Riehl’s Histor. Taschenbuch 5. Folge, 7. Jahrgang S. 115. (Brockhaus, 1877.)
[103] Biedermann a. a. O. S. 137.
[104] Mittheilungen eines noch lebenden Ohrenzeugen an mich.
[105] Laube a. a. O. I. Bd. S. 10–35. Die Zeit des Vorparlaments bis S. 120. — An anderen Quellen sind für diesen Abschnitt benützt: Biedermann, Erinnerungen aus der Paulskirche. — Jürgens, „Das deutsche Verfassungswerk,“ 3 Bände, ein leidenschaftlich-großdeutsches, für objective Würdigung der Gegner fast unbrauchbares Buch. — Freytag, Karl Mathy. 4. Abschnitt. — A. Springer, Dahlmann II. Band. S. 203–251. — Flathe a. a. O. 571–578. — Gegenwart, das Königreich Sachsen. V. Band S. 602–609. — Ggwart, Bd. II. S. 682–707. (Vorparlament). Bd. IV. S. 419 bis 442. (Fünfzigerausschuß). — Biedermann, Beiträge zur Gesch. des Frankf. Parl. a. a. O. S. 116 fg. — Und vor Allem: Verhandlungen des Deutschen Parlaments, Offizielle Ausgabe, 1. und 2. Lieferung (Vorparlament und Fünfzigerausschuß), Sauerländer, Frankfurt 1848. Andere Quellen sind im Text nachgewiesen. —
[106] Biedermann, Beiträge, S. 117 (geschrieben 1877).
[107] Profile, Berlin, Oppenheim 1878. Essay über Thiers S. 171 fg.