[87] Morenga ist inzwischen gleichfalls gefangen.

[88] Ferner hatten im Oktober 1904 die Viehwächter des Missionars Fenchel in Keetmanshoop in Unkenntnis der Verhältnisse dessen Vieh den Leuten Morengas in die Hände getrieben. Es wurde sämtlich mit vielen Grüßen an den Missionar zurückerstattet.

[89] Der selbst aus der Familie des Oberhäuptlings stammende Tjetjo tat es z. B. weniger gutwillig. Er war ursprünglich selbst Konkurrent um die Oberhäuptlingswürde gewesen, später aber freiwillig zurückgetreten.

[90] Als dann durch Bemühung der Regierung zwei weißen Händlern die gestohlenen Pferde seitens der Ovambos zurückgegeben waren, behielten die bisherigen Besitzer sowohl Pferde wie den bereits erhaltenen hohen Schadenersatz (Kühe im Werte von etwa 1700 Mark pro Pferd), letzteren für die »Abnutzung«. Weder Verwaltung noch Gericht waren in der Lage, hiergegen einzuschreiten.

[91] An dieser Stelle sei Einwanderungslustigen die treffliche Broschüre des verstorbenen Farmers Hermann in Nomtsas »Viehzucht und Bodenkultur in Südwestafrika, zugleich Ratgeber für Auswanderer« (Deutscher Kolonial-Verlag, Berlin W. 62) vom Jahre 1902 auf das wärmste empfohlen.

[92] Lange pflegt sich das Wasser auch z. B. im Fischfluß zu halten, der überhaupt im Unterlauf fast ständig fließt. Von dessen Wassermassen — etwa mit der Lahn vergleichbar — während der Regenperiode zeugt jetzt wieder der bedauernswerte Umstand, daß nach den letzten Verlustlisten aus Südwestafrika drei Reiter beim Baden im Fischfluß ertrunken sind.

[93] Wer mehr über die Mittel zur Erbohrung wie zur Stauung des Wassers zu wissen wünscht, dem sei das Werk von Rehbock, »Deutsch-Südwestafrika«, empfohlen.

[94] Dinter.

[95] Frankfurter Zeitung vom 22. Februar 1906.

[96] In dieser Beziehung kann man jedoch Abhilfe schaffen durch strenge Durchführung des Verbotes, ungekochtes Wasser zu genießen.

[97] »Klopphengste« nannte man sie bezeichnenderweise in Südwestafrika.

[98] Namentlich seitens des damaligen stellvertretenden Truppenkommandeurs Major Mueller (jetzt in Kamerun), der für Pferdezucht besonderes Interesse zeigte.

[99] Farmer Hermann-Nomtsas rechnet bereits für die zweite Generation auf eine marktfähige Wolle.

[100] In der »Täglichen Rundschau«.

[101] Genau wie bei der Kolonne Estorff beim Vormarsch gegen den Grootberg während des Swartbooi-Feldzuges (Kapitel V, S. 149).

[102] Vergleiche auch das Schriftchen »Strauße und Straußenzucht in Südafrika« von C. W. S. Nolte. Sonderabdruck aus dem Journal für Ornithologie, XLIII. Jahrgang, Januar 1895.

[103] Dem Jagdlustigen empfehle ich das Buch von Wissmann: »In den Wildnissen Afrikas und Asiens«.

[104] In den zur Zeit in der »Südwestafrikanischen Zeitung« erscheinenden »Erlebnissen« des bereits genannten Farmers und Händlers Conrad in Orumbo klagt dieser selbst über den eingerissenen Zwang zum Kreditgeben und wünscht dessen Beseitigung.

[105] Siehe »Deutsches Kolonialblatt« Jahrgang XVII Nr. 6 vom 15. März 1906, Seite 160.

[106] Nach einer Berechnung der Landesvermessung in Windhuk stellen sich die Zahlen genau, wie folgt. 1. Gesellschaften 276450 qkm, 2. Eingeborene 287567 qkm, 3. Regierung 149860 qkm. Hierbei ist der sogenannte Caprivizipfel außer Betracht gelassen.

[107] Auf die einzelnen Gesellschaften verteilt sich das benutzbare Gesellschaftsland, wie folgt: 1. Kolonial-Gesellschaft für Südwestafrika 33000 qkm, 2. Kaoko-Land- und Minengesellschaft 25000 qkm, 3. Hanseatische Land-, Minen- und Handelsgesellschaft 10000 qkm, 4. South African Territories Ltd. 10300 qkm, 5. Siedlungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika 10000 qkm, 6. South West Africa Company 13000 qkm.

[108] Auch auf einen von mir stammenden Aufsatz im August-Heft der »Deutschen Revue« 1906 darf ich verweisen.

[109] Namentlich unter ihrem mehrjährigen Leiter im Schutzgebiete, Dr. Rhode, welcher fortgesetzt große Unternehmungslust an den Tag gelegt hat.

[110] Diesen Standpunkt vertritt vor allem die seitens der Mutter des in Warmbad gefallenen Leutnants Jobst verfaßte Broschüre: »Mußte es sein?«. Nach der mir vor kurzem zu Gesicht gekommenen Vorrede zur 4. Auflage war die Verfasserin auch im November 1904 noch nicht anderer Ansicht geworden. Auch die Broschüre »Die Schutzverträge in Südwestafrika« von Dr. Hesse befleißigt sich dieses Standpunktes, obwohl sie erst 1905 geschrieben ist. Sie enthält außerdem mancherlei Irrtümer und Unrichtigkeiten. Im übrigen erscheint die Frage gerechtfertigt, warum der Herr Verfasser sein angeblich besseres Wissen nicht bereits vor Jahren zum besten gegeben hat. Damals hätte es noch nützen können. Jetzt aber setzt er sich dem Verdacht aus, lediglich die bekannte Weisheit der Rathaustreppe zu verkünden.

[111] Wurde dann vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und erschossen.

[112] Desgleichen.

[113] Siehe Skizze Seite 449.

[114] Anscheinend ist es eine Unterschätzung des Gegners, welcher der zwar tapfere, aber sonst klar denkende Offizier zum Opfer gefallen ist. Leutnant Jobst hatte seinerzeit den chinesischen Feldzug mitgemacht und von dort wie fast alle damaligen Kriegsteilnehmer eine Geringschätzung des kriegerischen Wertes Eingeborener mitgebracht. »Das sind keine Chinesen,« konnte man die ziemlich zahlreich bei der Schutztruppe vertretenen, ehemals in China gewesenen Offiziere nach dem ersten Zusammentreffen mit unseren Eingeborenen fast immer sagen hören.

[115] Siehe Kapitel V, S. 167.

[116] Vertreter der South African Territories Ltd.

[117] Dieser Platz ist auch im jetzigen Feldzuge vielfach als Sitz Morengas genannt worden.

[118] Der Platz Keetmanshoop selbst nebst Weidefeld war bereits 1898 Kronland geworden (Kapitel V, S. 155).

[119] Gefallen am 30. August 1904 bei Sjambokberg.

[120] Siehe Skizze Seite 449.

[121] Der deutsche Führer der auf unserer Seite gegen die Hereros im Felde stehenden Witboois, Leutnant Müller von Berneck, sagte mir auf meine Frage nach deren Verhalten anläßlich ihrer Entwaffnung und Gefangennahme später in Rehoboth wörtlich folgendes:

»Bei der Entwaffnung der Witboois in Otjosondu sagten wir dem Unterkapitän, daß ein Teil der Witboois aufständisch — ob der Kapitän selbst dabei sei, sei noch unbestimmt. Wir müßten, da Gefahr vorläge, daß, wenn seine Leute vom Aufstande hörten, noch mehrere mit Gewehren entlaufen könnten, ihnen diese abnehmen. Der Unterkapitän machte keine Schwierigkeiten und sagte, daß die Leute sich ruhig verhalten würden. Er glaube nicht, daß die alten Witboois den Orlog (Krieg) machten, dies wären jedenfalls nur Räuber. Als der Unterkapitän dies sagte, habe ich den Eindruck gehabt, daß der Mann aus innerer Überzeugung sprach. Den Tag vor der Entwaffnung hatten die Leute schon durch Frachtfahrer von Unruhen im Süden gehört; sie sagten, sie glaubten nicht daran. Hätten sie es getan und von dem Aufstande vorher gewußt, wäre es ein leichtes für sie gewesen, mit Pferden und Gewehren zu entkommen, denn wir waren nur wenige weiße Begleitmannschaften.«

[122] Von etwaigen Empörungsabsichten des Kapitäns muß z. B. auch der Unterkapitän Samuel Isaak bis zuletzt nichts gewußt haben. Wenigstens kam noch Anfang Oktober einer von dessen Wagen durch Rehoboth, um in Windhuk Fracht zu holen. Ich habe ihn dort persönlich mit Beschlag belegen und die Begleitmannschaft gefangensetzen lassen.

[123] In diesem Jahre verheiratete sich auch Herr v. Burgsdorff, der mittlerweile zum Bezirksamtmann ernannt worden war, mit Malta geb. v. Dallwitz, die ihm als Lohn für seine lange Einsamkeit in Gibeon eine schöne Häuslichkeit geschaffen hat.

[124] Die Witboois und die Gochaser Hottentotten.

[125] Es ist derjenige, der im Kapitel X mehrfach (S. 360, 363) genannt ist.

[126] Im Hererolande.

[127] Nach meiner Abreise gingen zwei Offizierpatrouillen gegen die Stellung der Witboois bei Rietmond vor. Das Ergebnis war: 2 Offiziere (v. der Marwitz, Roßbach) und 9 Mann tot.

[128] Siehe beiliegende Skizze.

[129] Das genaue Verzeichnis befindet sich in Rust, »Krieg und Frieden im Hererolande«, Seite 145.

[130] An Witbooi.

[131] d. h. Der noch auf dem südlichen Kriegsschauplatz befindliche Teil der Schutztruppe.

[132] Auch die Gattin des Stabsarztes Dr. Kuhn, eine Nichte des bekannten Schiffsreeders Woermann, war während der Belagerung mit in der Feste eingeschlossen und hat durch ihr unerschrockenes Verhalten den übrigen Frauen ein gutes Beispiel gegeben wie auch ihrem Gemahl wertvolle Unterstützung geleistet.

[133] Siehe Bild Seite 370.

[134] Elise Sonnenberg: »Wie es am Waterberg zuging«.

[135] Welch andere Kriegsweise zeigten demgegenüber die Hottentotten. Bei diesen waren die Überraschung und die Verluste in der Regel auf deutscher Seite.

[136] Ein übel beleumundetes Subjekt, er hatte es bisher stets vorgezogen, zu verschwinden, wenn ihr Weg die Truppe in seine Nähe führte.

[137] Siehe Karte zwischen S. 496/497.

[138] Siehe Karte zwischen S. 496/497.

[139] Leutnant Leutwein.

[140] Nach dessen Anfang März wegen Malaria erfolgter Rückkehr nach Windhuk von Oberleutnant v. Winkler mit übernommen.

[141] Dagegen waren von den Pferden der Abteilung bei Ankunft am Ziel 12 vH. unbrauchbar geworden; ein Beispiel für die Überlegenheit der Infanterie über die Kavallerie bei länger dauernden Märschen.

[142] Siehe Karte zwischen S. 496/497.

[143] Beide, Hauptmann v. François und Oberleutnant Eggers, namentlich der letztere, hatten von jeher zu einer Unterschätzung der Hereros geneigt. Ich habe in Privatgesprächen manchmal versucht, sie zu einer anderen Überzeugung zu bringen.

[144] Wer an diesem unbestimmten Ausdruck Anstoß nehmen sollte, würde sich doch zu sehr auf dem Boden europäischer Anschauungen bewegen.

[145] Siehe S. 520.

[146] Siehe Karte zwischen S. 496/497.

[147] Ich betone dies ausdrücklich, weil ein Teil der deutschen Presse die Rückkehr des Obersten Dürr sofort auf Rechnung angeblich vorgekommener Differenzen zwischen ihm und mir gesetzt hat. Nichts ist unrichtiger als dies. Oberst Dürr ist mir seit seiner Fähnrichszeit bekannt, um nicht zu sagen befreundet. Trugen wir doch sogar eine Zeitlang auch dieselbe Regimentsnummer (113 zu Freiburg i. Br.). Umsomehr hatte ich mich gefreut, gerade ihn zur Unterstützung erhalten zu haben. Daß er selbst ungern wegging, ohne seine Aufgabe erfüllt zu haben, brauche ich wohl nicht besonders zu betonen. Indessen war sein Leiden derart, daß ein längeres Verweilen hätte zur Katastrophe führen müssen.

[148] Gefallen am 13. April bei Oviumbo.

[149] Schwer verwundet am 9. April bei Onganjira und am 25. gestorben.

[150] Anscheinend war es dieser Brief, der damals einen Ansiedler in Swakopmund veranlaßte, einer großen deutschen Zeitung zu telegraphieren, ich hätte Friedensverhandlungen mit den Hereros angeknüpft. Die Redaktion blieb dann auch einem Dementi gegenüber bei dieser Behauptung, da ihr die Nachricht von »unbedingt zuverlässiger Seite« zugegangen sei. Ich habe vergeblich versucht, diese »unbedingt zuverlässige Seite« festzustellen.

[151] Der Brief ist nie in seinem Wortlaut veröffentlicht worden; ich gebe daher hier auch nur dasjenige, was von dessen Inhalt allmählich durchgesickert ist.

[152] Gefallen am 13. April 1904 bei Oviumbo.

[153] Wegen Typhus. Siehe S. 507.

[154] Die 8. Kompagnie war mit zwei Geschützen und zwei Maschinengewehren nach dem Bezirk Grootfontein, die 12. in den Bezirk Omaruru entsendet.

[155] Geschrieben Anfang März 1906.

[156] Ist auch im »Deutschen Kolonial-Blatt« von 1896 veröffentlicht.

[157] Diese Meldung stammt aus der Zeit vor dem Aufstande 1896, denn in diesem haben die Hereros auf ihre Stammesgenossen geschossen.

[158] 1893/94.

[159] Kapitel V, Seite 143.

[160] Veröffentlicht im Beiheft 1 des Militär-Wochenblattes von 1899.

[161] d. h., wenn er keine Viehherden zu decken hat, oder wenn er nicht mehr die Kraft in sich fühlt, diese zu decken.

[162] Geschrieben im März 1906.

[163] In einem Briefe eines unserer für die Minen in Johannesburg angeworbenen Hereros, datiert aus Banksdrift (Transvaal) vom 25. Januar 1904, ist folgende Stelle enthalten, die beweist, daß der Briefschreiber den Unterschied zwischen deutscher und englischer Eingeborenenbehandlung rasch erkannt hat.

»Ich teile Dir mit, das Land der Engländer ist wahrlich ein gutes Land; da sind keine Mißhandlungen; Weißer und Schwarzer stehen auf gleicher Stufe, und wenn er Dich schlägt. (unleserlich) allenthalben, wo Du willst. Und da ist viel Arbeit und viel Geld, und wenn auch Dein Vorgesetzter da ist, so schlägt er Dich nicht, aber wenn er Dich schlägt und hat das Gesetz übertreten, so wird er auch bestraft.«

[164] v. Brandt stellt in seiner Broschüre »England in deutscher Beleuchtung« folgende Statistik auf:

1893 waren von 824 höheren Stellen im Dienst der Zivilverwaltung 93 den Eingeborenen vorbehalten, in den Provinzen im ganzen 2450 Eingeborene im höheren Verwaltungs- und Justizdienst beschäftigt, endlich von 114150 mittleren Beamtenstellen mit einem 1000 Rupien übersteigenden Gehalt nicht weniger als 96 vH. in den Händen von Eingeborenen.

[165] Nach welcher die Verordnung vom 1. Januar 1899 (Seite 561) auf Drängen der Kaufleute vorläufig suspendiert worden war.

[166] Dieser Entwurf ist dann dem Kolonialrat zur Beratung vorgelegt worden. (Seite 246.)


Sachverzeichnis.

A.

B.