Der Bibeldruck.

Eine wesentliche Bedeutung für das Druckgewerbe hat der Bibel- und Gebetbuchdruck, der, was die autorisierten Ausgaben betrifft, noch ein Privilegium der Universitätspressen von Oxford und Cambridge ist. Eine grosse Bewegung rief die neue autorisierte Ausgabe der heiligen Schrift hervor, welche viele Jahre hindurch mit grossem Aufwand theologischer Arbeit vorbereitet war und am 17. Mai 1881 in sechs Ausgaben dem Publikum übergeben wurde. In Oxford allein wurden sofort zwei Millionen Exemplare bestellt, Amerika verlangte 300000, druckte jedoch, unter den enormsten Anstrengungen der Konkurrenten, sich gegenseitig den Vorsprung abzugewinnen, die Ausgabe nach. Ein typographisches Kunststück ist eine Oxforder Miniatur-Ausgabe für Lehrer, die mit dem Einbande nur 90 Gramm wiegt und auf 1416 Seiten 2430400 Buchstaben enthält.

Eine grosse Wirksamkeit zeigte The British and Foreign Bible Society, welche mit dem Jahre 1804 unter den Auspicien des Herrn Granville Sharpe begann. Bis 1881 hatte die Gesellschaft mit einem Aufwande von etwa 175 Millionen Mark nicht weniger als 93953000 Exemplare der heiligen Schrift gedruckt. 1881 wurden allein 2938000 Exemplare verbreitet. The Religious Tract Society verwendete in einem Jahre 2½ Millionen Mark auf Bücherdruck.

N. Trübner * 1817.

Unter den Verlegern in der theologischen und philologischen Richtung ist die Firma Rivington hervorragend. Der Stammvater dieser ältesten der noch bestehenden Verlagsfirmen Englands, Charles Rivington, gründete 1711 sein Geschäft in der Paternoster-Row in der „Bibel und Krone“, welche Insignia noch heute die Rivingtonschen Verlagswerke schmücken. Bedeutenden Ruf haben ferner die beiden, mit der Oxforder resp. Cambridger Universitätsbuchdruckerei eng verbundenen Familien Parker, dann James Nisbet. Ganz hervorragende Verdienste um die linguistische Litteratur erwarb sieh ein Deutscher, Nikolaus Trübner aus Heidelberg. Durch Zufall mit Longman bekannt geworden, ging er 1843 als Commis in das Longmansche Geschäft nach London. 1852 etablierte er dort ein eigenes Geschäft mit der Absicht, in der Weltstadt einen bisher fehlenden Zentralpunkt für die litterarischen Erzeugnisse Amerikas und Asiens zu schaffen. Er gab einen vortrefflichen Bibliographical Guide to American Literature 1817–1857 heraus und gründete, um seine Zwecke zu fördern, das Monatsblatt Trübners American and Oriental Literary Record und eine Anzahl von Agenturen in den fernsten Weltteilen. Durch das Heranziehen der bisher schwer zugänglichen Länder mit ihren litterarischen Produkten hat Trübner sich nicht allein um die Wissenschaft hochverdient gemacht, sondern auch sowohl direkt durch seinen grossen linguistischen Verlag, als noch mehr indirekt durch die Belebung dieses Verlagszweiges dem graphischen Gewerbe Vorschub geleistet.

Steht auch das Antiquariatsgeschäft den eigentlichen Zweigen des Buchgewerbes, die uns hier beschäftigen, etwas ferner, so hat dasselbe doch in England eine solche Weltbedeutung gewonnen und wirkt auch durch Verbreitung der Liebe zu Büchern auf das ganze Pressgewerbe vielfach so belebend ein, dass es am Platze sein dürfte, wenigstens die zwei hervorragendsten Vertreter des Antiquariats zu erwähnen, was um so lieber geschieht, als der eine, jetzt noch wirkende ebenfalls, wie Trübner, ein Deutscher ist.

H. G. Bohn * 4. Jan. 1796.

Der Bahnbrecher für den grossartigen Betrieb des Antiquariats war Henry George Bohn aus Richmond. Sein 1841 erschienener Guinea-Catalogue war die imposanteste Ankündigung eines Bücherlagers, welche man bis dahin kannte. Derselbe hatte einen Umfang von 1448 Seiten und verursachte einen Kostenaufwand von 40000 Mark. Bohn wirkte auch als Schriftsteller und Verleger; seine nach damaligen englischen Vorstellungen ausserordentlich billigen Standard Volumes zu 5 sh. 6 d. waren allgemein beliebt.

B. Quaritch * 23. April 1819.

Bernhard Quaritch aus Worbis, jetzt ohne Widerspruch der bedeutendste Antiquar der Welt, lernte in Nordhausen und ging 1842 nach London. 1849 gründete er dort mit einem Kapital von 200 Mark ein eigenes Geschäft zunächst für Penny-Litteratur. Durch Gewandtheit, Fleiss und Ausdauer brachte er bald seinen Handel in die Höhe, so dass er 1860 noch ein zweites, grösseres Lokal in Piccadilly mieten konnte. Hier sammelte er nun einen wahren Schatz sowohl von bedeutenden wissenschaftlichen Werken, als von ausgesuchten Seltenheiten für Bücherliebhaber. Neben seinen Spezial-Katalogen gab er ab und zu einen General-Katalog heraus. Unter den letzteren übertrifft der von 1880 noch Bohns Guinea-Catalogue, kostet aber auch 2 Guineen. Der Band ist 6½ Zoll stark und enthält auf 2166 Seiten die Titel resp. Beschreibungen von 28009 Werken. Ein Index von 228 Seiten giebt etwa 55000 Nachweise. Quaritchs eigener bedeutender Verlag besteht sowohl aus Werken, wozu er selbst die Initiative ergriffen, als auch aus solchen, die er von anderen Verlegern an sich gebracht hat[69].


Die Bibliophilie.

Ein mächtiger Hebel für die Entwickelung der Buchdruckerei war es, dass hochgestellte und reiche Männer sich nicht nur, wie Lord Stanhope, für die technischen Fortschritte interessierten, sondern auch eine Ehre darein setzten, das Schönste, Beste und Seltenste in ihren Büchersammlungen zu vereinigen. Als Liebhaber ersten Ranges ist John Herzog von Roxburgh zu nennen. Seine Bibliothek brachte bei der Versteigerung, welche in den Monaten Mai und Juni 1812 stattfand, einen Erlös von mehr als einer halben Million Mark. Die Nummer 6292 des Katalogs, das einzige bekannte vollständige Exemplar von Il Decamerone di Boccaccio, in Folio, von Christoph Waldarfer in Venedig im Jahre 1471 gedruckt, wurde dem Marquis von Blandford für die Summe von über 45000 Mark zugeschlagen, der höchste Preis, der je für ein Buch bezahlt worden ist. Zur Erinnerung an dieses bibliophilische Ereignis wurde von 31 der bedeutendsten Büchersammler Englands, unter dem Präsidium von Lord Spencer, der Roxburgh-Club gegründet. Zu keiner Zeit hatte die Bibliomanie eine solche Höhe erreicht und sie sollte auch nicht lange auf derselben bleiben, so dass Lord Spencer wenige Jahre später den Waldarfer für 18000 Mark kaufen konnte, also für fast nur den dritten Teil des in der Roxburgh-Auktion gezahlten Preises.

Lord Spencer.

Noch grössere Bedeutung in der Geschichte der Bibliophilie als der Herzog von Roxburgh hat George John, Lord Spencer auf Althorpe. Er war am 1. September 1758 geboren und folgte 1783 seinem Vater im Besitz von dessen Titeln und fürstlichem Vermögen. Es war sein Stolz, die Notabilitäten der Wissenschaft und der Litteratur um sich zu versammeln, und wo er konnte, stand er deren Bestrebungen in liberalster Weise bei. Von gleicher Gesinnung war sein Sohn beseelt, was sich durch die Caxton-Ausstellung 1877 deutlich zeigte, zu welcher Lord Spencer eine ganze Sammlung der seltensten Inkunabeln und Prachtwerke geliefert hatte. In seiner in der Stationary-Company gehaltenen Rede sprach er es auch aus, eine wie grosse Freude es ihm gewähren würde, seine Bibliothek recht oft von Fachmännern besucht zu sehen.

T. F. Dibdin.

Ein wesentlicher Förderer des Sammeleifers sowohl des Lord Spencer als auch anderer war Thomas Frognall Dibdin. Derselbe stammt aus Calcutta, erhielt jedoch, nachdem seine Eltern dort gestorben waren, in England eine sorgfältige Erziehung und wählte den geistlichen Beruf. Von Lord Spencer wurde er als Pfarrer nach Althorpe berufen, zugleich um als Bibliothekar des Lords zu fungieren. In den Jahren 1814–1815 erschien die Beschreibung der Sammlung als: Bibliotheca Spenceriana; von 1810–1819 Typographical Antiquities; 1817 Bibliographical Decameron; 1821 A bibliographical, antiquarian and picturesque tour in France and Germany (2. Ausgabe 1827), in welchem Werk der Verfasser eine in Begleitung des Zeichners George Lewis im Interesse der Spencerschen Bibliothek unternommene Reise schildert. 1838 folgte A bibliographical, antiquarian and picturesque tour in the northern countries of England and Scottland.

Lord Brougham.

In praktischer Weise interessierten sich andere Edle für die Presse. Henry Lord Brougham war die Seele der schon erwähnten Society for the Diffusion of usefull Knowledge. Francis Egerton, Lord Bridgewater bestimmte vor seinem Tode im April 1829 gegen 120000 Mark als Honorar für den Verfasser eines Werkes, welches die Weisheit, Macht und Güte Gottes, wie sie sich in der Schöpfung offenbaren, zum Gegenstand haben sollte. Dies gab Veranlassung zu den sogenannten Bridgewater-Büchern, die der populärwissenschaftlichen Litteratur einen mächtigen Anstoss gaben.

Lord Arundel.

Thomas Howard, Lord Arundel wirkte wieder auf andere Weise. Als eifriger Bewunderer der alten christlichen Kunst gab er Veranlassung zur Begründung der Arundel Society (1848), deren Hauptziel es ist, die leichtvergänglichen, dem Verderben besonders ausgesetzten älteren, namentlich vorrafaelischen Werke der Kunst wenigstens in vorzüglichen Farbendrucken der Nachwelt zu erhalten. Die Reproduktion geschieht hauptsächlich unter Beihülfe von den besten Anstalten des Auslandes, besonders der von Storch & Kramer in Berlin, Hangard-Maugé und Engelmann & Graf in Paris.


Die Buchbinderkunst.

Dass die Bücherliebhaberei auf die Buchbinderkunst ungemein fördernd einwirken musste, ist leicht begreiflich. Es entstanden für die reichen Privatsammlungen Meisterstücke, die zu hohen Preisen verkauft wurden. Dieselbe Eigenschaft, die den englischen Bücherdruck auszeichnet: die Verwendung der vollendeten Technik auf dem vorzüglichsten Material, findet sich in der englischen Buchbindung wieder. Die Behandlung des Leders, der Pappen, des Schnittes, des, das gute Aufschlagen des Buches bedingenden Rückens, kurz des ganzen Körpers des Buches ist eine so überaus sorgfältige, dass man leicht eine mitunter nicht ganz kunstgerechte Komposition der Ornamentierung übersieht.

Berühmte Buchbinder.

Merkwürdig genug ist der Umstand, dass ganz besonders Deutsche zu den ausgezeichnetsten Meistern in England gehören. Unter den Eingeborenen war einer der berühmtesten Buchbinder Roger Payne (gestorben 1797), ein eben so talentvoller, wie in seinem Leben unordentlicher Mann[70]. Als sein Meisterwerk gilt ein Aeschylos im Besitz des Lord Spencer. In seinen Ornamenten, die er selbst fertigte, wird er mitunter bizarr, seine Technik bleibt jedoch immer unvergleichlich. Schöne Bände von ihm wurden mit 400 Mark und mehr bezahlt. Ein Einband von dem Boydellschen Shakespeare in neun Bänden kostete über 2500 Mark. Eine zeitlang arbeitete er zusammen mit Richard Wier, auch ein höchst geschickter Mann, aber eben so unordentlich wie Payne. Die Verbindung artete in einen oft mit den Fäusten ausgekämpften innern Krieg aus. Wiers Frau war bekannt als unübertroffen in der Restauration alter Bücher. Nächst Payne wurde Charles Lewis, aus Hannover stammend, gelobt. Seine durch Harmonie und Eleganz sich auszeichnenden Bände werden als die grössten Zierden der Bibliotheken reicher Sammler betrachtet.

Der Buchbinder Kalthöfer hatte einen solchen Ruf erlangt, dass die Kaiserin von Russland einen besonderen Abgeordneten sandte, um ihn zu bewegen, nach Russland zu kommen, was er jedoch, trotz der glänzenden Bedingungen, ablehnte. In neuester Zeit gilt als erster Meister nicht nur in England Joseph W. Zähnsdorf, ein Böhme von Geburt, der auch durch Herausgabe von The Art of Bookbinding theoretisch wirkte, ohne damit ganz den Erwartungen zu entsprechen, die man hegen durfte, wenn ein so eminenter Praktiker seine Erfahrungen zu Papier bringt.


Stationary.

Die Stationary-Artikel, die teils auf typographischem, teils auf chromolithographischem Wege hergestellt werden, veranlassen ein sehr bedeutendes Geschäft. Die Zahl der Neujahrskarten allein berechnet man auf mehr als 12 Millionen Stück. Welchen Wert man auf solche Kleinigkeiten legt, geht daraus hervor, dass ein Fabrikant 14 Prämien, zusammen von 10000 Mark, für die besten Zeichnungen bestimmte. Von den in London von Weihnachten bis Neujahr versandten 8–9 Millionen Couverts wird bei weitem die grössere Zahl eine Neujahrskarte mit enthalten. Ebenfalls bedeutend ist der Verkehr in Osterkarten und Valentines, schöne, manchmal kostbar ausgestattete Huldigungskarten für das zarte Geschlecht, die am St. Valentinstag, den 14. Februar, in grosser Zahl anonym versandt werden. In der Regel ist der Preis einer solchen Karte 6 Pence bis zu 1 Shilling, es kommen aber auch nicht selten solche vor, die 10 bis 20 Guineen und mehr kosten.

Da jährlich 1200 Millionen Briefe versandt werden, so erfordern diese allein eine enorme Anzahl von Couverts. Diese Fabrikations-Branche beschäftigt gegen 3000 Menschen.

Wie bedeutend der Kalenderdruck in England ist, kann man daraus beurteilen, dass ein Kalenderdrucker, A. Cooke in Leeds, allein bei einer einzigen Holzhandlung 1700000 Stäbe als Halter für Kalender in Bogen bestellte.

Von Spielkarten-Fabriken hat England 18, die etwa 1200000 Pack liefern.

Unter den Firmen, die besonders für die Stationers arbeiten, sind: Marcus Ward, der mit 60 Schnellpressen namentlich Weihnachtskarten und Valentines nebst illustrierten Kinderbüchern druckt; de la Rue & Co., die in ähnlicher und Spielkarten-Fabrikation, so wie mit Herstellung von Luxuspapieren 1000 Personen beschäftigen; Ch. Goodall & Sons, die in ihren Camden-works mehr als 600 Sorten Spielkarten liefern.

Eins der bedeutendsten Stationery-Geschäfte in London ist das der Regierung, von welchem etwa 250 öffentliche Institute ihren Bedarf beziehen. Der jährliche Umsatz beträgt etwa 13 Millionen Mark, von welchen gegen 4 Millionen auf Indien kommen. Dass dabei auch Makulatur vorkommt, ergiebt der jährliche Verkauf von solcher zu einem Betrag von ungefähr 320000 Mark, die einen ursprünglichen Wert von etwa 1600000 Mark repräsentieren.

Das Papier.

Da der Konsum von Papier ein ausserordentlich grosser ist und billige Preise verlangt werden, so konnte es nicht anders sein, als dass die Stoffmischungen der Neuzeit in der Papierfabrikation, welche für die Zukunft der Bücher im höchsten Grade gefahrdrohend geworden, auch in England nicht ohne Verwendung blieben, jedoch wird dort immer noch am meisten auf ein gutes Papier selbst bei gewöhnlichen Arbeiten gehalten[71]. Die Fabrikation des Maschinenpapiers ist zwar keine englische Erfindung (vgl. Kap. V), aber, wie die Schnellpresse, kam auch die Papiermaschine erst in England zur praktischen Geltung, namentlich durch die Bestrebungen Donkins. Der Name Whatman ist typisch geworden für das vorzügliche Büttenpapier, welches bei den Ausgaben für Liebhaber verwendet wird. Whatman selbst zog sich vom Geschäft zurück aus Verdruss, weil er seinen Arbeitern nicht denselben Sinn für Erreichung der höchsten Ziele einflössen konnte, der ihn selbst beseelte.

ASIEN, AUSTRALIEN UND SÜD-AFRIKA.

An die typographische Geschichte Englands schliesst sich eng diejenige Asiens, Australiens und Süd-Afrikas.

In ihren Anfängen lernten wir bereits die Presse in Asien kennen (I, S. 282), sie sollte rasch an Bedeutung gewinnen.

Indien, Calcutta.

Calcutta, die Hauptstadt Indiens und der wichtigste Sitz des dortigen Pressgewerbes, erhielt erst im Jahre 1778 durch Charles Wilkins, einen berühmten Sanskritforscher, eine Buchdruckerei mit einer Schriftgiesserei. Hier wurden neben den Missionsschriften eine Menge wissenschaftliche und belehrende Schriften in den Landesidiomen, ausserdem auch englische Bücher und Zeitschriften gedruckt. In dem naheliegenden Serampur, dem wichtigsten Platz der Baptisten-Mission, besass Dr. Carey zu Anfang des Jahrhunderts eine Presse, auf welcher er 1801 das Neue und bald nachher das Alte Testament druckte. Eine Schriftgiesserei und eine Papiermühle liessen nicht lange auf sich warten und eine lebhafte Thätigkeit entwickelte sich, um die heiligen Schriften in verschiedenen Sprachen der Eingeborenen zu veröffentlichen. Die Offizin brannte zwar 1811 vollständig nieder, da jedoch glücklicherweise alle Matern gerettet waren, konnte man bereits nach Verlauf von kaum einem Jahre wieder heilige Schriften in 18 Sprachen herausgeben. Ein 1818 gedrucktes Probebuch enthält das Vaterunser mit 51 verschiedenen Sorten einheimischer Typen gesetzt.

Benares.
Madras.

Benares, die heilige Stadt der Hindus am Ganges, wo sich eine englisch-indische Hochschule zur Ausbildung der Hindus befand, besass eine, später sehr thätige, Offizin. In Negapatnam hatte der aufgeklärte Rajah von Tanjore eine von Europäern bediente Presse im Gang. Die Britische Bibelgesellschaft gründete dort ebenfalls eine Buchdruckerei. Auch Madras, die zweitwichtigste Stadt an der Ostküste, entwickelte seit 1772 eine rege Thätigkeit.

Bombay.

Aus dem Hauptorte der Westküste, Bombay, finden sich Bücher mit der Jahreszahl 1792; der Aufschwung der dortigen Presse datiert jedoch erst von 1813. In Cotym, auf der Malabarküste, versuchte der Missionär Benj. Baley Typen der Landesschrift selbst zu schneiden und zu giessen, um damit heilige Schriften zu drucken; 1820 kam ihm die Bibelgesellschaft in Calcutta mit einer ordentlich eingerichteten Buchdruckerei zuhülfe.

Am 18. Mai 1818 erschien die erste Zeitung in einheimischer Sprache „Spiegel von Serampur“ durch den Missionär Marshman. In demselben Jahre erhielt Bombay seine Zeitung in der Gujurati-Sprache.

Die einheimische Presse.

Der Generalgouverneur von Indien, Marquis Wellesley (1798 bis 1805), späterer Lord Wellington, war der Presse nicht sehr zugethan; selbst englische Bücher sah er nicht gern entstehen und gestattete nicht die Anlegung von Buchdruckereien ausserhalb Calcuttas. Ein grösserer Freund der Kunst war Wellesleys Nachfolger, der Marquis Hastings, welcher den „Spiegel von Serampur“ zu einem halbamtlichen Blatte erhob. Auch Lord Amherst trat der Presse nicht feindlich entgegen, doch verblieb sie unter sehr strenger Aufsicht. Zur Errichtung einer Buchdruckerei bedurfte es einer Konzession und zur Begründung einer Zeitung Stellung von Kaution. Erst im Jahre 1835 erhielt Indien, hauptsächlich durch die Anstrengungen des Lord Th. Macaulay, den Genuss der Pressfreiheit, die nun mit Jugendfeuer benutzt wurde. Man griff die Massregeln der Regierung, namentlich die gegen die Weiberverbrennung gerichteten, rücksichtslos an.

Die Zahl der Blätter nahm jedoch nicht in dem Masse zu, wie man hätte vermuten sollen, und steigerte sich wesentlich erst nach der Verbreitung der Lithographie, welche sich mit weit grösserer Leichtigkeit dem Geschmack des Publikums anschmiegen konnte, als die Typographie. Da viele des Lesens unkundig sind, so wird das Vorlesen für grössere Kreise sehr geübt und auf mündlichem Wege verbreiten sich dann die neuen Nachrichten schnell. Die Thätigkeit im Buchhandel ist eine sehr bedeutende und Sanskrit-Werke finden unschwer Verleger.

Nach dem Sipahi-Aufstande 1857 wurden die englischen Behörden zur Unterdrückung jeder Buchdruckerei ermächtigt und viele der letzteren bei dieser Gelegenheit auch geschlossen. Noch bis vor kurzem befand sich die einheimische Presse in strengen Ausnahmezuständen, jetzt ist jedoch eine Änderung eingetreten und der Wunsch der Regierung in London, allen ihren Unterthanen gleiche Rechte zu gewähren, erfüllt. Eine Presskommission hat alle Verhältnisse der Presse mit der Regierung zu regulieren.

Die Presse Indiens.

Von Zeitschriften erscheinen gegen 700, davon der dritte Teil (230) in Landessprachen. Die Auflagen sind durchweg klein, gewöhnlich 350, die höchste Auflage ist noch nicht 2000. Die Versendung geschieht unter Kreuzband. Der Abonnementspreis für Tagesblätter beträgt etwa 40 Mark, für Wochenblätter etwa 4 Mark. Die Einfuhr von Papier ist für das Mutterland ein wichtiger Gegenstand und erreichte 1879 einen Wert von über 2½ Millionen Mark.

In Bengalen haben die einheimischen Blätter einen schweren Stand gegen die englischen. Mehrere der letzteren sind jedoch in Besitz und unter geschickter Leitung von Eingeborenen. In den nordwestlichen Distrikten, zwischen Lucknow und Lahore, erscheinen in der Hindustani- und Urdusprache gegen einhundert, zumteil sehr gut redigierte Zeitschriften. Ziemlich eine ähnliche Zahl, in der Maharati- und Gujurati-Sprache geschrieben, werden in Bombay gedruckt. Die tamulische und Telegupresse in Madras ist nicht von Belang.

Die Bücherproduktion, unter der Führung Bengalens, ist eine sehr bedeutende und erreicht an Zahl fast die Englands. Im Jahre 1878 erschienen 4193 Bücher, davon 576 in europäischen, 3148 in einheimischen Sprachen, 673 in dem klassischen Idiom Indiens. 2495 Schriften waren originale Neuheiten, 340 Übersetzungen, die übrigen Bücher neue Auflagen. Die Theologie erschien mit 1502 Nummern; die Technik mit 961, die Linguistik mit 612; Biographie, Länder- und Völkerkunde, Politik waren nur äusserst spärlich vertreten.

Ceylon.

Auf Ceylon gingen aus der bereits vom Freiherrn von Imhof gegründeten Druckerei (I, S. 288) im Jahre 1771 das Neue Testament in cingalesischer Sprache und später manche, zumteil vorzüglich ausgestattete wissenschaftliche Werke hervor. Die Pressthätigkeit in der Hauptstadt Colombo ist jetzt eine bedeutende und die sehr gut geleitete Regierungsdruckerei beschäftigt über 150 Personen, unter welchen sich nur zwei Europäer befinden. Sie disponiert über 5 Schnellpressen, 10 Handpressen, 1 Eisenbahn-Billetdruck-Maschine und 5 Liniiermaschinen.

Hinterindien.

Nach Ranguhn in Hinterindien, der Hauptstadt von Birma, war bereits 1808 eine Presse gekommen. 1814 erhielt Dr. Carey in Serampur von dem Kaiser von Birma den Auftrag, in Ava eine Druckerei zu errichten, und bereits 1822 war das Neue Testament in 29 Sprachen und die ganze Bibel in 6 Sprachen gedruckt, darunter eine mit beweglichen Typen gesetzte chinesische Bibel. Noch viele wissenschaftliche Werke entsprangen der thätigen Presse.

In Malacca druckte der Missionär Milne anfänglich nach chinesischer Art. Später traf eine europäische Druckeinrichtung ein. Das dort errichtete englisch-chinesische Kollegium, das für Religion und Wissenschaft gute Früchte getragen hatte, ward später nach Singapur verlegt.

Die Inseln.

Von den Inseln des Indischen Archipels erhielt Java eine, 1823 von dem Missionär Medhurst in Batavia eingerichtete Offizin, aus welcher im Jahre 1835 des Genannten Wörterbuch der chinesischen, japanischen und der Korea-Sprache hervorging. Auf Sumatra befanden sich um 1820 in Benkulen und dem benachbarten Fort Marlborough Missionspressen.

China.

In China war einer der wichtigsten Druckorte Macao bei Canton. Dort machte im Jahre 1810 Morrison Versuche, das Neue Testament von Holztafeln zu drucken. 1814 wurde ihm von der Ostindischen Handelsgesellschaft eine vollständige Druckerei unter der Leitung von P. Thoms übersandt, doch gelang es erst 1822, das englisch-chinesische Wörterbuch in 6 Quartbänden zu vollenden. In diesem Jahre erschien auch die erste Nummer einer portugiesischen Zeitschrift „Die chinesische Biene“. Medhursts „Dictionary of the Hok-Kien dialect of the Chinese language, containing 12000 characters“ konnte erst 1832 ausgegeben werden. In Canton selbst wurde ebenfalls sehr viel gedruckt. Die grösste Buchdruckerei ist die der presbyterianischen Mission in Shanghai, mit der eine Schriftgiesserei verbunden ist. Im Jahre 1868 wurden dort 25 Millionen Seiten gedruckt, 1869 ein illustriertes Neues Testament und verschiedene Andachtsbücher mit dort angefertigten Abbildungen in vortrefflichen Galvanos. Hier erschien auch das grosse japanische Lexikon des Dr. Hepburn in Yokohama. In hohem Grade hemmend ist bei der Anwendung der europäischen Druckmethode die enorme Zahl der Fächer (gegen 6000) in den Setzkästen; jeder Setzer befindet sich förmlich inmitten eines Amphitheaters von Kästen.

In Peking erscheint die offizielle Zeitung King-Pao, welche die kaiserlichen Dekrete bringt und deren Geschichte bis an die Dynastie Tang, d. h. bis an das siebente bis zehnte Jahrhundert n. Chr., reicht. Jede Nummer bildet ein Heft von 20, wohl auch von 40 Seiten in gelbem Umschlag. Die Ausstattung ist eine klägliche, der jährliche Preis beträgt 27 Mark. Die Offizin befindet sich in dem kaiserlichen Palast. Seit mehreren Jahren erscheint eine Quintessenz aus der Zeitung in englischer Übersetzung. In Hongkong wurde die erste gedruckte Zeitung vor etwa 25 Jahren gegründet. In Shanghai werden zwei grosse chinesische Zeitungen nach europäischem Zuschnitt gedruckt, die nicht allein den Inhalt der kaiserlichen Zeitung reproduzieren, sondern auch Belehrendes und Ankündigungen bringen. Die eine, „Shénpao“, vertritt europäische Interessen, die andere, „Sinpao“, ist Organ europafeindlicher Mandarinen. Die Blätter sind gern gelesen und das eine hat gegen 10000 Abnehmer. Überhaupt ist das Publikum sehr wissenslustig und man findet in Shanghai fast an jeder Thüre eifrige Leser.

Eine besondere Bestimmung über das litterarische Eigentum giebt es in China nicht, es ist ein Eigentum wie jedes andere und Nachdruck wird mit 100 Stockschlägen und Deportation bestraft.

Japan.

In der Hauptstadt von Japan, Yeddo (Tokio), wurde seit 1785 in europäischer Weise gedruckt und entwickelt sich dort eine rege Thätigkeit. Jedenfalls ist Japan, dieser ferne Kulturposten im Osten, bestimmt, einen hervorragenden Platz in der Geschichte der Civilisation einzunehmen. Das Tick-Tack der Typen und das Klappern der Pressen haben jedenfalls dort grössere Eroberungen gemacht, als alle Flotten der alten und der neuen Welt mit ihren Kanonen und Soldaten fertiggebracht haben würden. Die japanische Druckindustrie ist in fortwährender Steigerung begriffen und die Ausüber sind fast alle Eingeborene. Noch vor 15 Jahren hatte Japan kein Journal in einheimischer Sprache, jetzt zählen die Journale nach hunderten, unter welchen weder Mode-, Witz- noch illustrierte und photographische Blätter fehlen. Das verbreitetste Blatt ist Yomiri Schimbun mit 20000 Exemplaren. Nach einzelnen Zeitungsnummern gerechnet, erreichte die Produktion jährlich 33 Millionen, von welchen ungefähr der dritte Teil durch die Post befördert wurde. Die Redaktion einer Zeitung ist keine ganz gefahrlose Beschäftigung, denn ein der Regierung missliebiger Artikel hat Haft und Geldstrafe zur Folge.

Die Produktion von Büchern ist eine ausserordentlich starke. Namentlich werden englische, deutsche und italienische Wörterbücher, Grammatiken, Parleure, Übersetzungen von astronomischen, nationalökonomischen und namentlich auch medizinischen Werken gedruckt[72]. Der Buchhandel steht unter der Aufsicht der Regierung, geniesst jedoch Abgabenfreiheit. Der Verkauf der Verlagsartikel findet durch Versteigerungen dreimal im Jahre statt, zu denen die Sortimentshändler oder vielmehr die Bücherverleiher — denn das Verleihen ist ein Hauptgeschäft — zuströmen, um die Lücken ihres Vorrates auszufüllen. Es giebt Leihbibliotheken mit 25000 und mehr Bänden. Die Romane, die sehr gern gelesen werden, sind sehr bändereich. Eine deutsche Buchhandlung besteht seit 1870 und viele deutsche Unterrichtsschriften werden nach dort versandt.

Früher liess Japan sein Papiergeld bei Naumann und Dondorf in Frankfurt a. M. drucken; jetzt besitzt es in Tokio eine Staats- und Geldpapier-Fabrik. Die Gebäulichkeiten, von einem französischen Architekten in Backsteinen aufgeführt, bestehen in einem grossen Vordergebäude mit zwei Flügeln und in mehreren Hintergebäuden. Das Institut ist mit dem vorzüglichsten Material und vortrefflichen Maschinen, grösstenteils von König & Bauer, ausgerüstet und arbeitet mit einem fast ausschliesslich einheimischen Personal, von Männern sowohl als von Frauen.

Die erste mechanische Papierfabrik nach europäischer Art wurde 1875 in Tokio eingerichtet. Das Gebäude ist aus Ziegelsteinen aufgeführt, misst 225 englische Fuss in der Länge, 106 Fuss in der Breite. Der Maschinensaal ist 130 Fuss lang, 32 Fuss breit, die Maschine selbst nach dem System Fourdrinier hat eine Länge von 76 Fuss. Durch zwei Zentrifugalpumpen können pro Minute bis zu 1600 Gallonen Wasser auf einen Turm von 26 Fuss Höhe, wo die Wasserreservoirs der Fabrik sich befinden, hinaufgepumpt werden. Die Beleuchtung geschieht durch selbstfabriziertes Gas. Es werden seitens der japanesischen Regierung grosse Anstrengungen gemacht, um den Verkauf des Fabrikats am Londoner Markt zu fördern, doch findet man es dort zu teuer.

Australien.

Australien hat den Engländern die Bekanntschaft mit der Kunst Gutenbergs zu verdanken. In Sidney entstand 1802 die erste Presse, deren Begründer ein Creole, George Howe, war. Der Durst nach politischen Nachrichten und öffentlichen Mitteilungen rief 1803 die erste Zeitung hervor, der bald andere folgten. Die Zügellosigkeit der Presse veranlasste ein sehr strenges Pressgesetz von 1827, das jedoch später aufgehoben wurde. Hobarttown auf Vandiemensland (Tasmanien) erhielt 1818 eine Druckwerkstätte.

Seit der Zeit haben sich die Verhältnisse sehr günstig für die Kunst in Australien gestaltet. In dem jungen aufblühenden Lande mit einer energischen, vorwärtsstrebenden Bevölkerung eröffneten sich für die Zeitungspresse die schönsten Aussichten. Sie ist denn auch in Australien in einem gewaltigen Vorwärtsschreiten begriffen und Zeitungen wie The South Australian Register in Adelaide, Argus und Age in Melbourne, Morning-Herald in Sidney nehmen es mit grossen englischen und amerikanischen Zeitungen auf, selbst in Bezug auf den Umfang der telegraphischen Korrespondenz. Jede kleine Stadt besitzt eine Zeitung oder doch ein Wochenblatt. Bei einer Bevölkerung von nur 2500000 Menschen hatte Australien 478 Zeitungen, davon in der Kolonie Victoria 151, in Neu-Süd-Wales 118, in Süd-Australien 46, in Queensland 48, auf Neu-Seeland 114, auf Tasmanien 12, in Westaustralien 3. Sie sind fast alle in englischer Sprache; die deutsche ist fast gar nicht vertreten. Die Ausstattung der Druckereien daselbst ist eine entsprechende. Die Setzer sind vorzugsweise Europäer, das Lehrlingswesen liegt im Argen.

Die Fabrikation für die Typographie ist noch in der Kindheit und das Mutterland hat in Australien einen sehr guten Kunden. Melbourne allein zahlt für Typen, Papier und Stationary-Artikel jährlich mehr als 6 Millionen Mark an England, doch schafft jetzt die amerikanische Konkurrenz, welche fast alle Accidenzschriften liefert, diesem einen schweren Stand.

Die Inseln der Südsee.

Nach den Gesellschafts-Inseln brachten die Missionäre 1818 die Kunst. Von einer auf der Missionspresse gedruckten Bibel wurden 3000 Exemplare in wenigen Tagen verkauft. Der Preis für ein Exemplar war ein Quantum von etwa zehn Kannen Kokosöl.

Auf den Sandwichs-Inseln wird in der Hauptstadt Honolulu seit 1821 gedruckt und 1835 erschien eine Zeitung. Der König gab dazu seine Erlaubnis mit den folgenden Worten: »Ich gebe meine Einwilligung, denn es freut mich, die Werke anderer Länder kennen zu lernen, sowie Dinge zu hören, die neu sind und die ich gern sehen möchte, wenn ich dort wäre. Ich habe zu dem Minister gesagt: »„Mache Druckerpressen««. Mein Gedanke ist zu Ende. König Kanegeaguli“. Auch der König Kalakaua war Redacteur und fleissiger Leitartikelschreiber. — Die Fidschi-Inseln haben vier Druckereien.


Afrika.

Der Norden Afrikas wird weiter unten (Romanische Gruppe) Erwähnung finden.

Über die frühzeitige Verbreitung der Buchdruckerkunst durch die Portugiesen in Abessinien und auf der Westküste von Afrika liegen keine begründeten historischen Nachrichten vor. Erwiesen ist nur, dass im Jahre 1583 auf der Insel Terceira gedruckt und zwar sehr gut gedruckt wurde.

In Freetown auf der Westküste gründeten Missionäre Schulen und Druckereien. Die Insel St. Helena erhielt aus Veranlassung der Gefangenschaft Napoleons eine Buchdruckerei.

In der seit 1806 den Engländern gehörenden Kapkolonie blühte die Presse bald empor. Die erste eigentliche Zeitung erschien 1824. Seit 1830 werden auch im Innern des Landes Zeitungen gedruckt. Der Zeitungsstempel wurde 1848 abgeschafft. 1854 wurde die erste mit Dampf betriebene Schnellpresse aufgestellt und 1860 hatte die Kolonie 29 periodische Schriften. Bereits damals beschäftigte die vorzügliche Druckerei von Saul Salomon & Co. über 100 Arbeiter und zwei Dampfschnellpressen und lieferte auch eine grosse Zahl von Accidenzarbeiten in bester Ausführung. 1880 war die Zahl der Zeitungen 52, von denen 43 in englischer, 6 in holländischer Sprache, 3 in beiden Sprachen zugleich erschienen.

Recht fröhlich gedieh die Kunst auf Madagascar. König Radáma I. (gestorben 1828) war ein aufgeklärter Mann und Freund des Christentums und der Presse, welche von Missionären in den zwanziger Jahren eingeführt wurde. Diese brachten erst die Sprache der Eingeborenen in ein orthographisches System, um dieselbe geschrieben und gedruckt wiedergeben zu können. In der Hauptstadt Antananarivo wurden sechs periodische Schriften herausgegeben, darunter die Monatshefte „Gute Worte“ in einer Auflage von 3000 Exemplaren und das halbmonatlich erscheinende Blatt „Reis mit Honig gemischt“.

Fußnoten:

[53] Anecdotes biographical and literary of W. Bowyer. London 1778.

[54] Der bekannte Thom. Curson Hansard behauptet in seiner Typographia, dass, wenn die besten Prachtwerke Englands nicht ganz die besten der Franzosen und Bodonis erreichen sollten, dies in der schwierigeren Behandlung der Farben liege, deren Konsistenz in der wechselnden Temperatur Englands nicht ganz gleichmässig erhalten werden könne.

[55] 1879 rechnete man, dass jedes Parlamentsmitglied während der Dauer des letzten Parlaments 20 Zentner an Drucksachen empfangen habe.

[56] Biographical Memoir of Luke Hansard. London 1829.

[57] Thom. Landseer, Life and letters of W. Bewick. 2 Bde. London 1870. — J. G. Bell, A descriptive and critical Catalogue of works illustrated by T. and J. Bewick. — Th. Hugo, The Bewick Collector, London 1866. Supplement 1868. — Bewicks wood cuts, ed. by Th. Hugo. London 1870.

[58] History of the Balantyne Press. Edinburgh 1871.

[59] R. Lindau setzte dem Verstorbenen ein ehrendes Denkmal in der „Gegenwart“, abgedruckt im Börsenbl. f. d. d. B. 1879, Nr. 293.

[60] Autobiography and Memoir of R. & W. Chambers. Philadelphia 1872.

[61] C. Mitchell & Co., The newspaper press directory 1881. London. 36. Jahrg. — F. L. May & Co., Press-guide. — A. Andrews, The history of british journalism to 1855. 2 Bde. London 1859. — James Grant, The newspaper Press. 3 Bde. London 1871. — Jul. Duboc, Geschichte der englischen Presse. Hannover 1873. — R. R. Madden, The history of Irish periodical Litterature. London 1867. — Zur Charakteristik des Journalismus in England. Deutsche Vierteljahrsschrift 1853. — H. Sampson, A history of Advertising. London 1874.

[62] G. Bullen, Caxton Celebration. London 1877. — Catalogue of the Loan Collection etc. London 1877.

[63] Börsenbl. f. d. d. B. 1834, Nr. 17, 18.

[64] Ch. Knight, The old Printer and the modern Press.

[65] Merkwürdigerweise war das „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel“ der heftigste Antagonist der ganzen Richtung und wurde nicht müde, das Pfennig-Magazin auf das heftigste anzugreifen.

[66] Kelly, Directory of Stationers, Printers etc. of England. 3. Ausg. London 1880. — Whitaker, Reference Catalogue of current Litterature (periodisch). — H. Curven, A history of booksellers. London 1874. Ein kritikloses, aber viele interessante Details enthaltendes Buch.

[67] Diese grossartige Offizin wurde ausführlich von Th. Goebel im Journ. f. B. 1875, Nr. 40 u. f. beschrieben.

[68] Deutsch bearbeitet von L. Mohr in Strassburg (in Waldows Archiv), französisch von Léon Degeorge.

[69] A. Ulm, Bernh. Quaritch, N. Anz. f. Bibliogr.; ebenfalls Börsenbl. f. d. Buchh. 1880, Nr. 21.

[70] J. A. Arnett, Bibliopegia. London 1835.

[71] Einen sehr hübschen Überblick sowohl über die zu feineren Accidenzarbeiten zur Verwendung kommenden, in Qualität und Färbung oft ganz vorzüglichen Papiere, als auch über die englische Art, Accidenzien zu behandeln, giebt das bei Field & Tuer in London jährlich (1882 zum drittenmale) erscheinende The printers international Specimen Exchange in connection with the Paper and Printing-Trades-Journal. Es beruht das Unternehmen, das nicht in den Handel kommt, auf einem eigentümlichen internationalen Umtausch von Accidenzien. Wer eine solche in angegebener Weise ausgestattete in der nötigen Zahl von Exemplaren liefert, erhält ein Exemplar des Buches gegen eine mässige Vergütung für den Einband. Die Ausführung ist meistens technisch gut und zeugt von dem Streben, etwas mit dem Material zu machen. Ob Hansard (vgl. S. 16) sich freuen würde: that is the question!

[72] Der Buchhändler Herr W. v. Braumüller in Wien erhielt vom Kaiser von Japan als Gegengeschenk für eine, der deutschen medizinischen Schule in Tokio übersandte Sammlung der hervorragendsten Artikel seines wissenschaftlichen Verlages eine Auswahl von 144 von den besten und seltensten japanischen Werken in 1408 Bänden. Herr v. Braumüller liess ein Verzeichnis davon als Bibliotheca Japonica drucken. Die Titel sind mit deutscher Übersetzung versehen und gewähren einen belehrenden Einblick in die Bücherproduktion Japans.