F.

Faber III. Latinisierung für Schmid.

FN. Faber. Gen. Fabri. Patronymisch weiter gebildet: Fabricius (um dadurch in die Namenverwandtschaft dieses berühmten altrömischen Geschlechts hineinzukommen — so Magister Phil. Fabricius, der 1561 als Zeuge unterzeichnet: D. philips Smidt, s. Gesch. des Gymnas. zu Dortmund Progr. 1875 S. 5) — daraus verkürzt: Fabriz.

Fabianus II. christlicher Märtyrer unter dem röm. Kaiser Decius.

FN. FabianFabigan — auch Pfabian (Wien). Gen. Fabiani.

Fabri, Fabricius s. Faber.

Fach-, Fack- s. Fag.

FAG I. mit der Erweiterung Fagin zu got. fahêds „Freude“, got. und ahd. faginôn sich freuen.

FN. (Faghard): Fackert.

Fagenold: Gen. Feinholtz.

Einstämmige Kürzung Fag-.

Facho: Fache; Fach (Fachmann) — Vack.

Fahland III. mhd. vâlant der „Teufel“, auch von Menschen gebraucht; so wird der wilde Hagen des Gudrunliedes „Vâlant aller künege“ genannt.

FN. Fahland, ValandVohlandVolland.

Fahlen III. niederd. „Füllen“ — in FahlenkampVahlbruch, Fahlbusch, -kampf, -teich.

Fähnrich III. urspr. der „Fahnenträger“.

FN. Fähnrich; FähndrichFenrich.

Fahr- s. Far.

Fahre III. niederd. „Föhre“ — in Fahrenbruch, Fahrendorf, Fahrenhorst, Fahrenkamp, FahrenkrugFahrenbauer.

Fährmann a) I. s. Far b) III. „Fährmann, Ferge“.

Fait, Faith s. Wid (einst. K.).

Faichner s. Falkner.

Fälgenmacher s. Felgenhauer.

Falke III. ahd. falco, falcho, mhd. valke, der „Falk“, beliebt in der ritterlichen Zeit als Stoßvogel auf der Jagd, bes. der Reiherbeize; in der mhd. Dichtung ein Bild des Geliebten.

FN. Falke; Falk. Zss. Güldenfalk. Praunfalk.

Falkner III. mhd. valkenaere „der Falken abrichtet“, bes. zur Reiherbeize.

FN. Falkner; oberd. Falchner. Mit Umlaut Felkner.

Fallmerayer III. von dem ehemals romanischen Hofe Valmarei (vallis Mariae), der früher im Besitze der Familie war (Steub).

-fänger III. in mehreren Zss.: Aalfänger. Bärenfänger.

FAR I. zu dem burgund. und langobard. fara, angels. faru „Geschlecht, Familie“.

FN. Faraman: Fährmann, Fehrmann.

Einst. Kürzung Faro: FahreFehre. Gen. Vehrens. Patr. A. Fehring. Zss. Fehrensen.

Vklf. (l): Fehrle. Patr. A. Ferling. (k) Farago: FarrachFahrke.

Farrach s. Far.

Faßbänder s. Binder.

Faßhauer s. -hauer.

Faßlabend III. zu den Zeitnamen gehörig. Petrus Fastelavent 1561. So auch Faßnacht vgl. Ulrich Vaznacht 1367; mhd. vastnaht und vasnaht der Vorabend vor den großen Fasten.

Fäßler III. „Faßbinder“.

FAST I. ahd. fasti, mhd. veste „fest, standhaft“.

Fastheri: Faster. Patr. A. Vesterling.

Fastman: Fastmann.

Fastrad: Fastert.

Fastrih: Fastrich.

Fastwig: Vestewieg.

Einstämmige Kürzung Fast-.

(Fasto): FastFestFöste. Patr. A. FastingFesting.

Vklf. (l): Fastl (bayr.). (k): Fastje (fries. Oldenb.).

Fauk s. Fulc (einst. K.).

Faust II. III. a) lat. Faustus „der Glückliche“ b) das Körperglied. Peyne mit der Vust 1366 (Drübeck).

Fechner III. der mit „Fech“, mhd. vêch buntem Pelzwerk, bes. Hermelin, handelt.

Fedd- s. Frith (V., einst. K.).

Federwisch III. ein bis ins 13. Jh. zurückgehender N. (Embricho Federwisch 1213) = Gosewisch.

Fegebank III. Satz-N. „einer, der nicht stillsitzen kann.“

Feghelm III. „Waffenschmied“.

Fehr- s. Far.

Feichte ahd. fiehta „Fichte“, in Feichtmayr.

Feierabend III. Zeitname; Jac. Firabend 1313.

Feig- s. Frith (einst. K.).

Feinaigle III. „Feinäuglein“, mit schönen Augen (schwäb. Fröhn.).

Feinholtz s. Fag.

Feith s. Wid (einst. K.).

Feld III. ahd. feld, mhd. velt „freies, flaches, unbewaldetes Land; bebauter Acker“. Ist Asfeld bei Paulus Diaconus (I, 20) wirklich aus dem 5. Jh. überliefert, so gehört -feld zu den ältesten deutschen Ausgängen in ON.; das 8. Jh. bietet schon eine große Menge.

Mit dativischer Ellipse alt -felda, -feldum, neu -felde, -felden; doch dieses e des Sing. fällt in FN. fast immer ab, ebenso wie in -berge.

FN. von Beerfelde. — Hirschfeld (O. Hirschfeld und -felde). Lichterfeld (O. Lichterfeld und -felde). Steinfeld. von Winterfeld. Marienfeldt (O. meist -felde). Mucksfeldt (O. Muggesfelde in Holstein). Neufeldt. v. Meerveldt. Staffeldt.

Ableitung auf -er (oberd.):

   1)  Hirschfelder. Obstfelder. Schönfelder. Schwengfelder. Weidenfelder.
2)  Feldner. Seefeldner (O. -felden).
3)  Fellner (O. Felden). Langfelner (O. -felden). Leinfellner (O. -felden) Neufellner (O. -felden).

Felgenhauer III. mhd. velgenhouwer „der die Radfelgen zuhaut“, Radmacher, Wagner.

Felkner s. Falkner.

Fels III. ahd. fels, mhd. vels, in alten N. wie Rotenvels weit seltener als -stein; neue N. wie Drachenfels, Weißenfels verhältnismäßig häufiger.

FN. Fels (vgl. franz. La Roche). Hartenfels. Lichtenfels. Neuenfels.

Ableitung auf -er (oberd.):

Dannenfelser. Steinfelser.

Felsch s. Fulc (einst. K.).

Felten s. Valentin.

Femmer s. Frith (V.).

Fend III. ahd. fendo, mhd. vende „Fußknecht“. Rudolfus dictus Vende.

FN. Fendt. Fent. Zss. Grotefend.

Fenner III. mhd. venre, verkürzt aus vanaere, ahd. fanâri „Fähnrich“.

Fenrich s. Fähnrich.

Ferber s. Färber.

Ferd- s. Frith (V.).

Ferg III. ahd. farjo, mhd. verge „der Ferge“ d. i. Fährmann.

FN. FergFörg, Vörg.

Ferling s. Far.

Fernand s. Frith (V.).

Fernkorn III. „altes Korn“ (vgl. Firnhaber).

Fesenbeck III. der aus „Fese“ d. i. Spelt backt.

Fetkenheuer s. Pfettenhauer.

Fett- s. Frith (einst. K.).

Fetthake III. zu den Küchengeräten s. S. 44.

Feuchtner s. Fichtner.

Feuerrohr III. (S. 45).

Feuerstacke III. „Feuerstange“ zum Einreißen und Wegziehen brennender Balken. Niederd. Fürstake 1484.

Fichtner III. „einer aus Fichten“ (Bayern, Österr.). Feuchtner (O. Feuchten). Feichtner (Österr.). Vom mhd. viehte „Fichte“.

Fick s. Frith (einst. K.).

Fidicin III. abgekürzt aus fidicinus, einer Weiterbildung des lat. fidicen „Lautenschläger“.

Fidrich s. Frith (V.).

Fiedler III. mhd. videlaere „der Geiger“.

FN. Fiedeler; Fiedler, selten Viedler.

Fieg-, Fietz, Figge s. Frith (einst. K.).

FIL I. got. ahd. filu, mhd. vil „viel“, vgl. manag.

FN. Filibert: FilbertVielbert.

Filiman: FillmannFielmann.

Filmar: VilmarFillmer.

Filter III. niederd. „Filzer, Hutmacher“.

Fimmen s. Frith (zweist. K.).

Findekeller III. Satz-N.: einer, der den Keller zu finden weiß, ein guter „Zechbruder“ (S. 52).

Findeklee III. Satzname: glücklicher Finder von (vierblättrigem) Klee.

Finger III. s. S. 49.

Vklf. Fingerlin (schwäb.); Fingerli (schweiz.).

Fingerhuth III. der „mit dem Fingerhut“, etwa = Schneider.

Finke III. ahd. finco, mhd. vinke der „Fink“, ein lustiger Mensch.

FN. Finke, Vincke; Finckh. Fink von Finkenstein. Finkennest (O. in Sachsen).

Finkler III. der „Finkler“ d. i. Vogelfänger, von finkeln Finken, dann allg. Vögel fangen.

Firnhaber III. „alter Hafer“, vom ahd. firni, mhd. virne alt (wie auch in „Firnewein“).

Fisch III. Auch in mannigfachen Zss.: Backfisch = Bratfisch. Buckfisch (vgl. Bückling, gepökelter Fisch). Faulfisch. Maifisch. Seefisch. Vklf. Fischli; Fischlein.

Fischer III. ahd. fiskâri, mhd. vischaere.

FN. Fischer, Vischer. Gen. Fischers (niederrhein.).

Zss.: Deichfischer; Teichfischer. Hechtfischer. — Fischermanns (Gladbach).

Friesisch: Fisser, Visser (vgl. holländ. Visser) — auf Norderney sehr häufig.

Fischhaber III. „einer aus Fischau“ — (alt Fischhauer und Fischower Buck).

Fischnaller III. (romanisch-deutsch) „einer aus Vischinal“ (vicinala „Gemeinweide“).

Fisser s. Fischer.

Fittighauer s. Pfettenhauer.

Fitz- s. Frith (einst. K.).

Flachsmann III. „Flachsbauer, -händler“. Niederd. Flaßmann.

Flacke s. Flad.

FLAD I. mhd. vlât „Sauberkeit, Reinheit, Glanz“ (vgl. den Gegensatz im Nhd. „Unflat“). Fladebert 7. u. a.

FN. (Fladerich): FladerichFlädrich.

Einst. Kürzung: FladeFlatt. Gen. Flatten. Patr. A. Fladung.

Vklf. (k): FlackeFlege (Preuß).

Flammenkamp III. 1517 Hermann im Flamenkampe (niederländische Ansiedelung Preuß 33).

Flas III. niederd. „Flachs“ — in Zss. wie FlashaarFlaßkamp; Flaßdieck.

Flatt- s. Flad.

Flege s. Flad.

Fleisch III. In mehrfachen Zss. (vgl. Eggihart Sulzeflaiske 1180): Gensfleisch (der ursprüngliche FN. Gutenbergs). Kalbfleisch. Jungfleisch. Klopffleisch. Rindfleisch (vgl. ital. Delmanzo). Sötefleisch (niederd. = Süßfleisch).

Fleischhacker, Fleischhauer III. = „Fleischer“.

Fleischfresser III. Spottname, der Seitenstücke findet in Brodesser und Holtfreter „Holzfresser“. Auch Verkenesser in Kölner Urkunden.

Fleischmann III. „Fleischverkäufer“. Vergriecht Sarkander.

Flemisch III. „ein Vlame“.

Flemming III. mhd. Vlaeming ein „Flamänder, Vlame“.

FN. Flemming; Flemmig.

-fleth s. Fließ.

Fleuchaus III. Satz-N. „flieh aus“ (wohl urspr. Fleugaus).

Fleugimtanz III. Satz-N. „flieg im Tanz“, ein flotter Tänzer.

Fliedner III. „einer aus Flieden“ (in Hessen).

Fliegauf III. Satz-N. Ähnlich Fliegaus (der immer „ausfliegt“?). Fleuchaus; Fleichaus.

Fließ III. mhd. vlieȥ, altfries. flet (niederl. fleete) „Bach“. Hochdeutsch Fließ, -fließ, doch vorherrschend in niederd. Gestalt: Fleeth, -fleth (bes. an Elb- und Weser-Mündung).

FN. Schönflies. Niederd. Bardenfleth; daraus entstellt Bahnfleth, Bornfleth (S. 87). Stockfleth (ehem. O. Stocflethe in der Wilstermarsch).

FLOD I. mundartliche Nebenf. von Hlod (Stark 15. 56).

FN. Flothar: FloderFluderFlöter.

Patr. A. Floderer.

Flodomar: Flömer.

Einstämmige Kürzung Flod-.

(Flodo): Flude.

Vklf. (k): Flöck. (k + n): Flötgen.

Flohrschütz s. Flurschütz.

Florus II. lat. „blühend“. Schon ins Altdeutsche aufgenommen, wo sich Florebert u. a. findet.

FN. Flohr. Patr. A. Flöring.

Vklf. (l): Flörl. (k): Flöricke; Flörke.

Von Florus abgeleitet Florianus, dah. FN.: Florian.

Flüh III. ahd. fluoh, mhd. vluo „Felswand“, Fluh (schweiz.). Niklas von der Flühe.

FN. Zurflüh (schweiz.). FluhmannFlühmann.

Flurschütz III. mhd. vluorschütze „der Feldhüter“.

FN. FlurschützFlohrschütz.

Fobbe s. Fulc (zweist. K.).

Fock-, Föck- s. Fulc (einst. K.).

Fokes s. Fulc (einst. K.).

Fol-, Föl- s. Fulc (V., einst. K.).

Fopp- s. Fulc (zweist. K.).

-förde s. Furt.

Förg s. Ferg.

Förster III. ahd. forstâri, mhd. vorstaere „Aufseher, Verwalter“ der Forst.

FN. FörsterFerster (österr.). Zss. Holzförster. Waldförster. Wildförster (Wolfram wiltforstere 1211).

Ohne Umlaut (wie noch heutzutage in Schwaben und Bayern „der Forster“): Forster, Vorster.

Mit dem n der schwachen Bildung Förstner; Forstner.

Forstmann III. = Förster.

Föse s. Funs.

Foss s. Fuchs.

Föste s. Fast.

Foth s. Fuß.

Fräd- s. Frith (V.).

Frahn- s. Fraw.

FRANC I. zum Volksnamen der „Franken“; (ahd. Franko, mhd. Vranke) gehörig. Dieser Volksstamm wiederum ist nach (ahd. francho), angels. franca, altnord. frakke „Wurfspieß“ genannt. Francobert 8., Francard 6.

FN. (Francolf): Frankloff.

Einstämmige Kürzung Franc-.

Franco, Frenko: Franke; FranckFrenk. Gen. FrankenFrenken (niederrhein.). Patr. A. Frenking. Patr. Zss. Franksen.

Vklf. (l): FranklFrenkel. (l + n) Francolin: Franklin.

Franciscus II. latinis. aus dem Vorigen; der h. Franciscus von Assisi.

FN. Franz (Zss. Franzmann und SchäferfranzFranzmeyer) — Frentze. Gen. Franzen (niederrhein.) — Frentzen. Patr. Zss. Frenssen. Wieder latinis.: Frantzius.

Vklf. (l): Frenzel (Zss. Mühlfrenzel). Latinis. Frenzelius. (z + l): Franzelin. (k): Franzke.

Frank- a) I. s. Franc. — b) III. als N. des Stammes vgl. „Bentz der frank“ 1373.

Franz- s. Franciscus.

Fraß III. mhd. vrâz ein „Fresser, Schlemmer“, so Heinrich der Fraz 1292 (Bacm.), s. S. 48. Johann Hambsterfraß, Hans Ziegenfraß 16. Jh.

Fraude s. Frod.

Frauer s. Fraw.

Frautz s. Frod.

FRAW I. in der Hauptsache zu got. frauja, ahd. frô „Herr“, frôwa „Herrin, Frau“, bes. in ihrer mythologischen Beziehung auf Fro und Frouwa — weniger zum Eigensch. frô „froh“.

FN. Frawipreht: Frobarth.

(Frawiher): FrauerFreuer.

Frauirat: Frorath.

Frorich: Froreich.

Frowin: Frohwein.

Mit dem durch n erweiterten Stamme (vgl. Frowinlint u. a. Först. S. 417). (Frowinhart): FrahnertFrohnert.

Einst. Kürzung: FrohneFrahne (niederd.). Patr. A. FroningFröhning.

Vklf. (k): Frohncke.

Fred-, Freed-, Freel- s. Frith (V., einst. K.).

Freerks s. Frith (V.).

Freier, Freiert s. Fri.

Freimann III. mhd. vrîman 1) ein „Freigelassener“, libertus 2) „Freiknecht“, carnifex.

Freischmidt III. ein „unzünftiger Schmied“, wie „Freifleischer“, „Freischuster“ (DW.), ferner „Freischlächter“, „Freischneider“ (KB.).

Freitag III. schon 1197 Sifridus Vrietak s. Tag. (Doch findet sich schon ahd. Frittag, zu Frith gehörig.)

Als FN. meist Freytag. Niederd. Friedag.

Frenk- s. Franc.

Frenssen, Frenz- s. Franciscus.

Frer- s. Frith (V.).

Fressenteufel III. Satz-N.: „friß den Teufel“. Vretenduvel 1383 Gött. Urk.-Buch. (S. 52).

Freuer s. Fraw.

Freund I. III. schon im 8. Jh. Friunt. Niederdeutsch Fründt. Zss. Bierfreund. Tausendfreund. (Vgl. franz. Bonami).

Frevert s. Frith.

Frey- s. Fri.

FRI I. got. freis, ahd. frî, mhd. vrî „frei“.

FN. Friard: Freiert.

Friher: Freier, Freyer.

(Friolt): Freyhold.

Einstämmige Kürzung: Frey.

FRIAS I. zu dem Volksnamen der „Friesen“. Friskaer, Fresger 9.

FN. Friaso: Friese; FriesFreseFreise. Gen. Friesen (doch auch ahd. Friasini) — Fresen (lat. Fresenius) — Freisen. Patr. A. Friesenga (ostfries.).

Vklf. (k): Friesicke.

Frick- s. Frith (V., einst. K.).

Frieb- s. Frith (zweist. K.).

Fried- s. Frith (V., einst. K.).

Friel s. Frith (einst. K.).

Fries a) I. s. Frias b) III. deutlich in de Fries, de Vries.

Frille s. Frith (einst. K.).

Frimmer s. Frith (V.).

Frischauf III. Satz-N.

Frischmuth III. s. S. 48.

FRITH I. ahd. fridu, mhd. vride, altsächs. frithu „Friede“, bes. in dem Sinne von „Sicherheit, Schutz“. Nachweislich in N. seit dem 4. Jh. (Gotenfürst Frithigern).

FN. Frithuger: Fricker.

Fridehere: FriederFräderFedder (Jever). Gen. Frieders. Patr. A. Frederling. Patr. Zss. Feddersen (Hamb.). Verkleinert: Feddercke.

Friduleib: Friedlieb.

Fridumar: FrimmerFemmer (fries.).

Fridenand: FerdinandFernand (wenn nicht zu Fart).

Frithuric (seit 5. Jh.): Friederich; FriedrichFräderichFredereckFrerick (westf.) — FrerichmannFidrich. Gen. Fried(e)richsFrerichs. — Frericks (Papenburg). — Latinis. Friederici. Patr. A. FrederkingFrerking. Patr. Zss. FriedrichsenFreerksen.

Fridwald: Friedewald; Friedewold.

Frithuward: Frevert (Preuß 5).

Friduwin: Friedwein.

Fridulf: Gen. Freelfs (ostfries.).

Einstämmige Kürzung Frith-.

Frido, Feddo (aus Ferdo s. Stark 27): FriedeFredeFedde (Oldenb.) — Fette. Gen. Frieden. Patr. A. FredingFitting.

Vklf. (l) Fridilo, Frillo: Friedel; FriedleFrilleFriel. Gen. Freels. (l + n) Fridulin: Friedlein. (k) Frideco, Fricco, Feddeco, Ficcho: FredikeFricke (lat. Friccius) — FettkeFicke (häufiger VN. Klemp.) — VieckFiggeFiegeFeige. Gen. Ficken. (k + l): FrickelFickelFiegelFeigl. (z) Frithezo: Fritze; Fritz (Zss. Langfritz) — Fritsche; Fritschi (schweiz.) — FitzeFietz. Gen. FritzenFritschenFitzen. (z + l): Fritzel. (z + k): FritzkeFitzke.

Zweistämmige Kürzung Frithb-.

(Fribo): Friebe; Frieb.

Vklf. (l): Friebel. (k): Fiebig.

Zweistämmige Kürzung Frithm-.

Gen. Fimmen (Jever).

Auslautend (220 mal Först.).

-fried: Siegfried. Gen. -fritz (st. frids): Seifritz.

-fert: Siefert. Gen. -ferts: Nieferz.

-fart: Seifart. Herrfahrdt. Gen. -fartz: Hoffartz.

-fer: Diefer.

Fritsch-, Fritz- s. Frith (einst. K.).

Frobarth s. Fraw.

Froböß s. Frühbuß.

FROD I. got. frôds, ahd. fruot, mhd. vruot, altsächs. frôd (lat. prudens) „verständig, weise“.

FN. Frothar: Frodermann.

Frodrich: Frödrich.

Frodulf: Froloff.

Einstämmige Kürzung Fruoto: FrohdeFrödeFruthFraude. Gen. Frödden.

Vklf. (l): Frodl. Gen. Fröhls. (k): Frutig. (z): FrutzFrautz.

Fröd-, Frohde s. Frod.

Fröhlich a) I. s. Frod (Vrolicus VN. Klemp.) b) III. schon 1373 der frölich.

Fröhls s. Frod.

Frohm-, From-, Fröm- s. Frum.

Frohn-, Froning, Frohwein s. Fraw.

Frommann a) I. s. Frum b) III. mhd. vrumman „Ehrenmann, Biedermann“.

Frosch III. ahd. frosc, mhd. vrosch zu den Tiernamen.

Früchtenicht III. Satz-N. „fürchte nichts“.

Frühbuß III. O. Frühbuß in Böhmen, Friebus in Böhmen und Sachsen.

FN. FrühbußFroböß.

FRUM I. ahd. mhd. frum „fromm“, d. i. „tüchtig, wacker“, ahd. fruma das „Frommen“.

FN. (Frumihard): Frommert.

Frumiher: Frommer.

Frumirih: Frömmerich.

Frumold: Frommelt; FrommholdFrömmelt. Gen. Frommholz.

Einstämmige Kürzung frum-.

FrummFromme; FrommFrohme. Patr. A. Fruming: Frömming.

Vklf. (l): FrommelFrömmelFrömel. (k): FromkeFrömcke.

Fründt s. Freund.

Frut- s. Frod.

Fuchs III. meist nach der Farbe des Haares; so wird in der Lübecker Bürgerrolle für das J. 1322 der eine von zwei Brüdern Richard Vos, der andere Johannes de rode genannt, offenbar nach derselben Ursache. Peter der fuhs 1360. Emercho dictus de Jungefos 1298.

FN. Fuchs, Fux — latinis. Fuchsius (daher die Blume Fuchsie) und Vulpius. Verkleinert: Füchsel.

Zss. Rotfuchs. Sandfuchs. Schreckenfuchs (imperat.). Niederd. de Vos; Voß, Foß. Gen. Vossen (niederrhein.). Patr. A. Vössing. Zss. RothfosSandvoß. Voszal, (vgl. Jäck fuchsschwantz 1466 Bacm.). — Voßwinkel.

Fuck- s. Fulc (V.).

-fues s. Fuß.

Fuglsang s. Vogelsang.

Fuhrmann III. Auch Gen. Fuhrmanns (niederrhein.).

Fuhse s. Funs.

Ful- s. Fulk (V.).

FULC I. ahd. folc, folch, mhd. volc „Volk“ (Kriegsvolk).

FN. Folcberaht: Fulbrecht; FulprachtVolbrecht; Volprecht; Volbert; Vollbracht; Vollborth; Vollbrod; VollbehrVölber. Gen. VolbersFolpts (ostfries. Rup. 7: Folpt = Volcbert). Patr. A. Vollbring; Vollbeding.

Fulbrand: Volbrand.

Folhker: Volger.

Fulchard: FuckartVolkhart; Volckardt; VolkertFolchertFolgertVolhardt; Vollard; Vollert. Gen. Folkerts.

Fulchar: VolckerVölckerFöller. Gen. FolkersVölkersVollers. Patr. A. Völkerling.

Folcleih: Volley.

Folcman: Volkmann.

Folcmar: Volkmar; VolkmerVollmar; FolmerFöllmer. Patr. A. Vollmering.

Folmuot: VolkmuthVollmuth.

Folcnand: Volkenand.

Fulcrad: Vollrath; Vollrad.

Fulcrich: Gen. Folrichs.

Fulcuald, Volcold: VollgoldVolkelt. Gen. Volkholtz.

Folcward: Volkwarth; Volquardt. Gen. Vollquards, Vollquarz. Patr. Zss. Volquardsen (schlesw.).

Folcwin: Folkwein.

Folculf: Gen. Fulfs (ostfries.).

Einstämmige Kürzung Fulc-.

Fulco, Focko: Volke; VolkFolgVölkVollFöllVocke; FockFauk. Gen. VolkensFölksFokes (ostfries.) — Fockena (ostfries.). Patr. A. FöllingFöckingFockenga (ostfries.).

Vklf. (l): Fölkel; VölkleFöckel. (l + n): Völklein. (z) Folzo: VolzFölz. (z + l): Völzel. (z + k): Völzke (daraus Fölsch, Felsch in Pomm.).

Zweistämmige Kürzung Fulcb-.

Foppo: FobbeFopp. Gen. Foppen.

Zweistämmige Kürzung Fulcm-.

Fulmo: Völm.

Vklf. (l): Völmle. (k): Völlmicke.

Füllekrus III. Satz-N. „fülle den Krug“ (s. Kraus); auch Füllkruß.

Fullgraf = Vollgraff s. Graf.

Füllkrug III. Satz-N. „fülle den Krug“ (s. Füllekrus).

FUNS I. ahd. funs, altsächs., altfries. fûs „bereit, willig“ (vgl. Alfons).

FN. Einst. Kürzung Fuso: FuhseFöse. Gen. Fusen.

Auslautend (14 mal Först.):

-fus (Arifus 8., Garifus), umgedeutet in -fuß: Siefuß (Sigifuns). Beilfuß (Bilifuns?). Gailfuß (Gailfuns). Heidfuß; Heitefuß (Heidfuns?). Pernfuß (Bernefuns).

Fürbringer III. der eine Sache vorbringt, „Rechtsanwalt“.

Fürchtegott III. Satz-N. „fürchte Gott!“ Auch Förchtegott.

Fürchtenicht III. Satz-N. „fürchte nichts“. Niederd. Früchtenicht (Hamburg).

Furt III. ahd. furt, mhd. vurt „Furt, Bahn“.

In ON. Furth, -furt, -forth — niederd. -ford, -forde, -förde.

FN.  1)  Steinfurt. Dittfurth. Herfurth. Schweinfurth. Erfurdt.
2)  Haßforth (O. -furt). Reckforth. Sandfort. Steinforth.
3)  Herford.
4)  v. Beverförde. Böckenförde.

Ableitung auf -er (oberd.): Weinfurter. Hasenforter.

Fusen s. Funs.

Fuß a) I. von Funs, woher der altd. PN. Fuso — namentlich in den Zss. Gailfuß, Siefuß u. a. (s. Funs).

Umdeutung aus latinisierten N.: Dolfus aus Dolf, Abkürzung für Adolf (als PN. in Köln Dolfes, s. Andresen S. 23), dann Dollfuß geschrieben. Ebenso Rolfus, Rollfuß aus Rudolf zsgz. Rolf.

b) III. den Körperteil bezeichnend, vgl. Otto Vuoz 1212. Vklf. (l): Füßel; Fuißel (Wien). Füßli (schweiz.) und Füeslin (oder zu a) gehörig?).

Bes. in vielen Zss. Barfuß (niederd. Barfot, Barfft 1511 Klemp.). Blaufuß. Breitfuß (vgl. Henricus dict. Breytfuz 1306). Gelbfuß. Großfuß. Gugelfuß (württ). Holzfuß. Kaulfuß. Krumfuß. Leichtfuß, halbniederd. Lichtfuß. Platzfuß. Rauchfuß, halbniederd. Ruhfuß. Scharrfuß. Schmalfuß. Schneefuß. Schönfuß. — Niederd. Kliefoth. Stolterfoth. Holtfoeth (oe = ô Viersen).

Sehr häufig sind Zss. mit Tiernamen, wie schon im J. 1212 Hartlieb Gensevuz:

Hasenfues (vgl. das Appellat. „Hasenfuß“). Hühnerfuß. Kalbfus. Kranefuß; Krohnfuß. Kuhfuß; Kühfuß (eine württ. Familie d. N. ließ sich vor 30 J. in Reiff umtaufen). Lammsfuß. Muckenfuß, Muggenfuß. Rehfues (wohl wegen der Zierlichkeit). Rindsfuß. Schweinefuß. Ziegenfuß.

Imperativisch: Regenfuß. Streckfuß.

Fütterer III. mhd. fuoteraere „Futterhändler“, (in Halle früher eine besondere Zunft bildend. Kleemann.)

G.

Gaab s. Gab.

GAB, GIB I. got. giban, angels. gifan, ahd. kepan, mhd. geben „geben“. Freigebigkeit, bes. auch als Gastfreundschaft, ein schöner Zug des altgermanischen Lebens.