Der leidende Christus ist nur eine Seite des Menschen. Der arbeitende Faust, der in der Arbeit, in der Benutzung der menschlichen Urarbeit für die letzten Ziele der menschlichen Freiheit die Erlösung sucht, sie in ihr findet und den Menschen diese Wirklichkeit heranbringt, nur diese Überwindung des Leidens gibt dem Idealbilde der Menschheit seine Vollendung.
Die Angliederung an die Ästhetik führt somit zu einer Harmonie der beiden methodischen Grundlinien: in der Schönheit, und nur in ihr vollendet sich die Einheit des Menschen, aber auch nur in derjenigen Schönheit, welche aus dem erhabenen Momente des Leidens hervorstrahlt. Ohne die Leitlinie der Schönheit bleibt auch das religiöse Leiden ein Zerrbild des menschlichen. Und wenn der Prophet seinen Knecht Gottes ohne die Schönheit der Gestalt entwirft, so umstrahlt er ihn mit aller Schönheit der Poesie, so daß dieses negative Moment kein ästhetischer Widerspruch bleibt. Der leitende Gesichtspunkt ist unverkennbar: das Leiden in Häßlichkeit muß ein Reizmittel der Schönheit werden; die Häßlichkeit darf nicht der letzte Ausdruck der Kunst sein. Und so auch darf das Leiden nicht der Triumph der menschlichen Religiosität sein. Warum nicht? könnte man immer noch fragen, wofern man nur die drei Glieder des Systems anerkennt, und ihren Zusammenschluß in der Einheit nicht als eine vierte Forderung des Systems gelten läßt. Wenn anders dagegen erst die Einheit des menschlichen Kulturbewußtseins die Einheit des Systems der philosophischen Probleme vollzieht, so kann das Leiden nimmermehr Selbstzweck, sondern nur Mittel der Einheit des Bewußtseins sein, die aber durch das, und zwar selbständige, Glied der Schönheit bedingt ist.
49. Wir kommen hier auf den Hauptpunkt zurück, den nach der vorherrschenden Ansicht das Gefühl bildet für das Bewußtsein der Religion. Und es ergibt sich ein neues Moment für die Ausschaltung dieser psychologischen Grundkraft. Jenes angebliche Grundgefühl der Religion wird als das Gefühl des Unendlichen durchgängig gedacht. Und gerade dieses Unendliche ist es, gegen das unsere Bedenken sich richten. Nicht nur die begriffliche Vieldeutigkeit des Unendlichen begründet unseren Widerspruch, sondern seine Mangelhaftigkeit im Begriffe des Menschen selbst, gegenüber der Korrelation von Mensch und Gott. Die Korrelation des Endlichen und des Unendlichen führt unausweichlich zum Pantheismus. Das Unendliche wäre dieses nicht, wenn es nicht das Endliche in sich enthielte. Wie Hegel schon gesagt hat, ist der Pantheismus nicht sowohl Atheismus als vielmehr Akosmismus. Von der Welt auf den Menschen übertragen, enthält dieser Gedanke die richtige Folgerung, daß der Mensch im Pantheismus vom All der Gottheit verschlungen und in seiner Individualität vernichtet wird. Die Rettung der Individualität ist aber die eigentliche Aufgabe der Religion. Daher wird sie gefährlich beschrieben, wenn sie, als Gefühl des Unendlichen, nur in diesem Unendlichen das Endliche aufkommen läßt. Paradox ausgedrückt, würde die Religion vielmehr das Gefühl des Endlichen sein müssen.
50. So erkennen wir wiederum den Vorzug unserer methodischen These der Korrelation. Ebenso wie Gott, soll auch der Mensch erhalten bleiben. Das ist der letzte Sinn der Religion. Das ist der Sinn, den die Religion insbesondere in der Angliederung an die Einheit des Bewußtseins zu bedeuten und zu vollziehen hat. Der Pantheismus hat keine Einheit des Bewußtseins. Es ist ein offenes Geheimnis, daß das Selbstbewußtsein eine Lücke ist in Spinozas Lehre von der göttlichen Substanz. Und wie Gott in dieser angeblichen Religion ohne Einheit des Bewußtseins ist, vielmehr diese Einheit auf die etwaige der Naturgesetze überträgt, so hat der Pantheismus überhaupt keine Einheit des menschlichen Bewußtseins, geschweige des Bewußtseins der Kultur. Ohne die Selbständigkeit des Endlichen aber gibt es keine Homogeneität für das Sein der Substanz. Die Verschiedenheit der modi, die schon in der ihrer unendlichen Attribute festgelegt ist, läßt es zu keiner Homogeneität der Einen »göttlichen« Substanz kommen.
Die Mystik hat es schon richtig gefühlt, daß auch Gott nach der Kreatur schreit, ebenso, wie diese nach ihm. Die Korrelation allein drückt die methodische Beziehung zwischen Gott und Mensch aus. Das Gefühl des Unendlichen muß zugleich das Gefühl des Endlichen sein. Aber Gefühl erweist sich sonach als ein falscher Ausdruck für diese Korrelation, welche erst als systematische zu ihrer methodischen Bedeutung gelangt. Nach allen Gliedern des Systems hin muß die Korrelation durchgeführt werden. Nur so werden beide Begriffe, der von Gott und der vom Menschen, zur Klarheit gebracht.
51. Aus dem Gesichtspunkte der Einheit des Bewußtseins ergeben sich die systematischen Angliederungen. Die Erkenntnis erfordert ebenso die vom Menschen, wie die von Gott. Beide Arten des Gegenstandes der Erkenntnis werden von der Religion gefordert; keiner darf sie sich entziehen, geschweige ihr entgegentreten. Die Ethik fordert ebenso die Idee Gottes, wie die des Menschen. Aber die Einheit des Bewußtseins läßt einen neuen Begriff von Gott und einen neuen vom Menschen erkennen. Und die Religion hat diese neuen Seiten bei beiden Begriffen auf der grundlegenden Voraussetzung der Erkenntnis zu ergründen und zu beleuchten.
Das reine Gefühl endlich scheint nur den Menschen zum Gegenstande zu haben. Indessen schon die Natur des Menschen, und nun gar der Mensch der Natur, beide weisen über die Natur hinaus auf den Gott hin, der für beide Begriffe, für beide Probleme, für den Menschen, wie für die Natur, den unendlichen Fernpunkt bildet, der daher in jedes Kunstwerk einer jeden Kunst, in jede ästhetische Darstellung, als ob er deren eigentlicher Gegenstand wäre, hineinleuchtet.
Aus dem Gesichtspunkte der Einheit des Bewußtseins aber kann auch hier die Religion ihre Mitarbeit leisten, insofern sie durch die Korrelation von Mensch und Gott auch jedem Kunstwerke selbst zu seiner Einheit verhilft. Es ist nur Schein, daß das Unendliche in Gott allein zum eigentlichen Gegenstande jedes Kunstwerks würde; denn das Endliche muß nicht minder der hauptsächliche Gegenstand in jeder Kunst bleiben. Aber der Gesichtspunkt der Einheit des Bewußtseins hebt den Widerspruch auf, und macht es deutlich, daß das Unendliche ebenso das Endliche fordert, wie umgekehrt.
52. So hebt sich auch der Widerspruch zwischen dem Subjekt und Objekt in der Kunst erst durch die Korrelation der Religion zu voller Befriedigung auf. Wie jedes Kunstwerk nur das Objekt seines Subjektes ist, und zwar ebenso für das Empfangen, wie für das Schaffen, so bringt die Religion auch für das Problem der Einheit des Bewußtseins eine eigenartige Ergänzung, in welcher sich scharf und klar die Eigenart von der Selbständigkeit unterscheidet: indem sie in scheinbarem Widerspruch zur Logik, zur Ethik und beinahe auch zur Ästhetik, die allesamt das Aufgehen des Endlichen in der Allheit des Unendlichen fordern, bei aller gefügigen Angliederung an diese Selbständigkeiten des systematischen Bewußtseins dennoch ihre Eigenart für die Behauptung des Endlichen, des menschlichen Individuums seinem Gotte, dem Gotte seines Ich gegenüber, geltend macht. Die Korrelation von Mensch und Gott macht in der Methodik den Menschen Gott ebenbürtig.
So bringt die Religion auch zu begrifflicher Bestimmtheit, was sie im biblischen Gleichnis zu ihrem Wahrzeichen gemacht hat: daß der Mensch im Bilde Gottes geschaffen sei. Im Begriffe Gottes besteht sein Sein. Und wenn anders der Mensch ebenso auch die Aufgabe hat, Gott zu erkennen, zu lieben, und wenn anders die Erkenntnis seines Wesens nur reflektiv aus dem sittlichen Wesen des Menschen hervorgehen kann, so wird auch Gott durch den Menschen bedingt. Und der Gesichtspunkt der Einheit des Bewußtseins gibt diesem Gedanken seine Bestimmtheit und seine Einschränkung.
Wie das menschliche Bewußtsein die Einheit seiner reinen Richtungen erfordert, ebenso fordert die Korrelation auch für den Begriff Gottes die Einheit des Bewußtseins an diesen ihren Grundrichtungen. In dieser Einheit des Bewußtseins ist daher alles enthalten, was im Dasein, in der Existenz, im Leben Gottes gedacht und gefordert werden kann. Und sie schließt demgemäß auch alles aus, was dieser reinen Einheit widerspricht.
Machen wir die Probe bei der Wirklichkeit, so lehrt die Erkenntnis: daß diese der Einheit im systematischen Begriffe Gottes widerspricht. Denn Wirklichkeit setzt Dasein voraus und dieses wiederum diejenige Teilerscheinung des Bewußtseins, welche die Sinnlichkeit bildet. Dahingegen richtet sich die systematische Einheit des Bewußtseins, sofern sie auf dem Grunde der reinen systematischen Richtungen sich erhebt und in und an ihnen sich vollzieht, nicht auf die einzelnen verschiedenen Betätigungsmittel des Bewußtseins überhaupt, sondern allein auf die zweckhaften erzeugenden Richtungen der systematischen Inhalte. Diesen erzeugenden Richtungen schließt sich die Religion mit der Eigenart ihres Sonderbeitrags für das Kulturbewußtsein der Menschheit an: insofern es in einer Einheit gipfelt für alle seine Begriffe vom Menschen und von Gott, und zwar in der Korrelation von Mensch und Gott.
53. So ist die Religion in das System der Philosophie eingefügt, und das psychologische Glied des Systems hat für den Begriff des Menschen diese Einfügung sichergestellt. Die systematische Philosophie ist die Lehre von der Einheit des Menschen in seinen Erzeugungsweisen der Kultur. Aber diese Einheit des Menschen ist bedingt durch seine Korrelation mit Gott. Worin besteht nun die Einzigkeit Gottes, wenn er doch an diese Korrelation mit dem Menschen gebunden ist?
Die Korrelation mit dem Menschen ist nicht die Korrelation mit der Natur. So unterscheidet sich der Monotheismus vom Pantheismus. Die Verknüpfung mit dem Menschen bedeutet die mit dem Bewußtsein der Erkenntnis. Die Erkenntnis aber setzt sich selbst die Grundlegung des Seins, als einer Realität, die nicht innerhalb des Bewußtseins selbst gelegen und beschränkt sei. Für alles Sein der Erkenntnis errichtet sich diese selbst die Grundlegung der Absolutheit, der Transzendenz. Indessen schlingt sich diese wieder zurück in die Erkenntnis kraft der Korrelation.
Die Korrelation ist nicht schlechthin Wechselverhältnis, sondern Gott wird ihr Schwerpunkt. In diesen Schwerpunkt wird das Sein verlegt. Und als dieser Schwerpunkt trägt Gott einzig das Sein, bedeutet und verbürgt er allein das Sein. Der Natur und dem Menschen gegenüber ist er daher der Einzige. Aber aus dem Systembegriffe des Menschen heraus allein begründet sich seine Einzigkeit. Die Natur hingegen trägt nicht die Einheit des Kulturbewußtseins in sich.
54. Der systematisch begründete Begriff der Religion entwertet alle Desiderate der sogenannten Metaphysik. Es ist nicht richtig, daß die systematische Philosophie, die in der reinen Erkenntnis ihr methodisches Fundament hat, in dieser auch aufginge. Wie zur reinen Erkenntnis die drei anderen Glieder des Systems hinzutreten, so tritt als gleichartige Grundlegung zu allen vier Gliedern die Religion hinzu. Aber sie bildet keineswegs ein eigenes Lehrgebiet, das man unter dem sachlich, wie geschichtlich, unklaren Worte der Metaphysik immer wieder der wissenschaftlichen, der systematischen Philosophie entgegenstellt, sondern der wissenschaftlichen Philosophie fügt sich die Religion ein. Sie ergänzt ihre Probleme. Sie ergänzt so auch die Probleme der menschlichen Kultur, die lückenhaft und schadhaft bleibt ohne die Beziehung aller ihrer Probleme auf die Einzigkeit Gottes.
55. Und was bedeutet diese systematische Sicherung der Religion für das naive Bewußtsein der Menschen, sofern es noch nicht zur systematischen Philosophie gereift ist?
Wäre es etwa die richtige Würdigung der Religion, daß sie nur dem ungebildeten Volke vorzubehalten sei, als Ersatz ebenso, wie als Trost? Solche Xenienspiele sind ebenso überwunden, wie der spätere Versuch, durch die Kunst die Religion zu entsetzen.
Der systematische Begriff der Religion stellt es freilich außer Zweifel, daß die wahre Religion auf der Wahrheit der systematischen Philosophie, und demgemäß subjektiv die wahrhafte Religiosität auf der Reife und Klarheit der systematischen Erkenntnis beruht. Indessen klärt diese Einsicht doch auch die Tatsache der Kultur auf und hebt den mystischen Schleier von ihr hinweg: daß der ungelehrte, ungebildete Mensch, der Mensch gleichsam ohne alle Kultur, dennoch nach einem Gotte Verlangen trägt. In dem Verlangen nach Gott besteht die Religion. In dem Verlangen nach einem Wesen außer dem Menschen, aber für den Menschen besteht sie. Sie besteht nicht und sie begründet sich nicht in dem Verlangen nach Verewigung des eigenen menschlichen Wesens. Sie besteht nicht und sie begründet sich nicht in dem Verlangen nach Unsterblichkeit des Menschen. Dieses Verlangen sucht seine Befriedigung auch in der Selbstvergötterung, in der Vergottung des Menschen. Diese Gedanken gehören dem weiten Heerzuge des Mythos an. Religion entsteht erst mit dem Einzigen Gotte, mit dem Gotte ohne Gleichnis und ohne Bildnis.
Aber dieser Einzige Gott hat in allem Wirrsal der Zeiten, der Ansichten, der Kämpfe und Bestrebungen der Menschen, dennoch stets aus aller Mystik der Mythologie sich herausgehoben als die »feste Burg«, welche die Psalmen dem religiösen Bewußtsein gegründet haben. So konnte zwar die Illusion entstehen, als ob mit diesem einzigen Sein das menschliche Bewußtsein überhaupt befriedigt würde; als ob alle Erkenntnis nur eitel Luxus, alle sonstige Angelegenheit des Menschen nichtig und überflüssig wäre. In der Einzigkeit Gottes prägte sich auch für das populäre Bewußtsein die Unvergleichbarkeit des Inhaltes und des Schatzes der Religion mit allen Reizen der Kultur aus.
Und man täusche sich darüber nicht, daß es in der Tat nur die Einzigkeit ist, welche das Wesen Gottes in dem christlichen Weltalter ausmacht. Man irre sich nicht an der Aufstellung und dem Festhalten der Trinität. Denn umgekehrt muß man fragen, wie die Trinität als Monotheismus behauptet, wie der dreieinige Gott als ein einziger Gott gedacht, gelehrt und in dem Herzen der Menschen gehegt werden konnte. Mehr als die Einigkeit war es die Einzigkeit Gottes, auf die es auch dem christlichen Bewußtsein ankam. Und vermöge dieser Differenz hat sich der Begriff Gottes in der christlichen Religiosität und in der Religion des gemeinen Mannes erhalten. Die Entwicklung aber der religiösen Idee, als der Idee vom Einzigen Gotte, bildet nicht ein, sondern das Problem der Weltgeschichte.
Wenn der Gedanke zulässig ist, daß die Erziehung des Menschengeschlechts zur Erkenntnis der systematischen Philosophie das Problem einer nicht nahen Zukunft sei, so darf eine nähere Aufgabe darum doch nicht hinausgeschoben, durchaus nicht mit jenem letzten fernen Ziele praktisch und pädagogisch gleichgemacht werden: der Begriff des einzigen Gottes in seiner logischen und ethischen Eindeutigkeit ist zum Mittel- und Schwerpunkte des Religionsunterrichts innerhalb der Volksbildung zu befestigen. Jede Religion des Monotheismus muß einer solchen Konzentration auf den Grundbegriff des einzigen Gottes fähig sein.
56. Erst diese Konzentration der religiösen Dogmatik des Monotheismus und des Religionsunterrichts in der Volksschule, solange sie besteht, wie in allen gelehrten Schulen der Nationalerziehung, wird erstlich die sittliche Kultur im Wechselverkehr und in der Wechselstimmung der Völker wahrhaft begründen, und weiter zum mindesten auch die Toleranz wahrhaftig machen, sofern sie nicht nur Duldung, sondern Anerkennung und Sympathie zu bedeuten hat.
Aus diesem Mangel in der Klarheit des eigentlichen Schwerpunktes der Religion in der heutigen Welt erklären sich die gewaltigen sittlichen und geistigen Widersprüche in der Politik der Kulturvölker, die zur Verzweiflung des Pessimismus und des Quietismus führen könnten. Hiergegen dürfte es kein anderes Heilmittel geben als diejenige Idealisierung des christlichen Dogmas, der gemäß der Gottesbegriff durchaus von der Zweideutigkeit befreit wird: daß dem Menschen selbst Anteil an der Gottheit zukäme. Nur durch die Scheidung zwischen Gott und Mensch kann der Mensch die wahrhafte Überwindung dieser Welt erlernen, und zwar nicht etwa als Weltverachtung, sondern als Hintansetzung aller Güter der Welt, aller irdischen Machtgelüste gegen das einzige Gut, welches das einzige Sein ist. Nur in dieser wahrhaftigen Demut vor dem einzigen Gotte wird alles Streben der Menschen und der Völker einhellig lenkbar, und aus ihr allein erhalten alle Lebenswerte ihre feste Norm und ihr sicheres Maß. Alles Menschliche, daher auch alles Nationale muß immerdar auf das einzige Sein Gottes bezogen werden. Auch dem Ideal der Weltgeschichte, dem Staatenbunde muß sein tiefster Grund gelegt werden in dem einzigen Sein des einzigen Gottes, der für jedes menschliche Individuum, für jedes Volk der Menschheit die unerschütterliche Bürgschaft bildet für alles sittliche Streben und Handeln, für alle Aufgaben und Ziele der Weltgeschichte.
Dieser in der Unterscheidung beruhende Zusammenhang des Menschen mit Gott muß der klare, genaue, von allen mystischen Zweideutigkeiten befreite Sinn des Religionsunterrichts werden, den die künftige Weltkultur zu gestalten hat. Und ohne diese Klarstellung des Religionsunterrichts wird es keine sittliche Weltkultur geben, — solange als die Religion nicht für alle Menschen aller Völker in der systematischen Philosophie begründet sein wird.
Register.
Schuld nicht A. von Gott 68;
Momentaner A. und Sündhaftigkeit 117.
A. des Gefühls vom Universum bei Schleiermacher 96;
A. der Theologie von der Wissenschaft 112.
A. in der Religionsphilosophie 2;
Behauptete A. der eigenen Religion 120;
das Absolute bei Aristoteles 49;
Grundlegung der A. für alles Sein der Erkenntnis 137;
Gott als das Absolute in der Ethik 50;
der Mensch als absolutes Individuum 92;
absolute Befriedigung 105;
absolute Theodizee des Leidens 132.
s. a. Transzendenz.
A. als Abkehr von dem Wirklichen der Gegenwart 20—22;
A. des Guten 33;
Ethische A. und Wirklichkeit 69;
A. und Geschichte 79;
der Mitmensch als A. 76;
A. der Liebe zu Gott beigemischt 82;
ästhetische Liebe als A. 92;
A. eines Menschenbegriffs 92;
neuplatonische A. vom Nichtsein des Leidens 129.
A. bei der Erlösung 63.
A. als ethischer Grundbegriff 79;
A. vor dem Sittengesetz 102;
Liebe auf dem Grunde der A. 80.
s. a. Verehrung.
A. der Erkenntnis 28.
Ä. und Religion 85—107, 121 ff., 17, 39 ff., 79 u. ö.;
Ä. bei Plotin 85;
ästhetischer Gottes- und Menschenbegriff der Christologie 40;
Gott im ästhetischen Bewußtsein nur Mittelbegriff 85.
Affekte ersten und zweiten Grades 83;
Affekte der Ehre und der Liebe 83;
das Leid als A. im Mitleid 76;
Mitleid A. der Religion 79;
Rührung als A. 97;
Sehnsucht als A. 102;
Hoffnung und Zuversicht als A. des prophetischen Messianismus 101;
Beherrschung der Affekte 106.
Das Allgemeine bei der Induktion 1.
A. und Mehrheit in der Ethik 52;
Menschheit als A. 116;
Antinomie zwischen Individuum und A. 55 f., 57, 92;
Streben zur A. 55;
Selbstverwandlung des Individuums in die A. 56;
Natürliches Ich und ethische A. 57;
Gott als Bürge der A. 77;
A. des Unendlichen 135.
s. a. Staat.
Naivetät der alten Klassiker im Verhältnis der Religion zur Philosophie 7.
s. a. Antik, Griechentum.
A. der Religion an das Bewußtsein der Erkenntnis 111 ff.
A. der Eigenart der Religion an die selbständigen Glieder des Systems 111.
A. der Seele in den Psalmen 99, 103.
A. zur Nähe Gottes 105.
A. in der Liebe zu Gott 81 f.
s. a. Vermenschlichung.
A. und sentimental 129.
A. des Staates und der Gesellschaft 73;
A. von Krieg und Frieden 78;
A. zwischen Individuum und Allheit 55;
A. zwischen Individuum und Gemeinschaft 118.
A. p. der Religion 18;
die Offenbarung und das a. p. der Erkenntnis 111;
das a. p. und das Ewige 111;
apriorische Ethik 12.
Sittliche A. des Individuums unter der Kontrolle der Autonomie 59 ff.;
sittliche A. und Gott im Christentum 66 f., 115;
sittliche A. und Moralstatistik 61;
der arbeitende Faust 133.
Bußarbeit s. Buße.
A. als Metaphysiker 11;
Teleologie und Ethik 13;
das Absolute 49;
die Kultur als Ziel des menschlichen Daseins 75;
Aristotelismus auf platonischer Grundlage in der jüdischen Philosophie 14.
Inbegriff des sozialen Menschenelends im Messianismus 72;
A. und Gerechtigkeit Gottes bei den Propheten 73;
A. und Frömmigkeit in den Psalmen und bei den Propheten 74, 100, 127 f.;
die Armen als die Bürgen der Sittlichkeit 75;
die Religion faßt das Leiden bei der A. 88;
Recht der Armen 79; Armenfürsorge 79.
Negative A. bei Nicolaus de Cusa 46;
A. Gottes in der arabisch-jüdischen Philosophie 106;
A. bei Spinoza 134.
Setzen der A. des Denkens 29;
Erkenntnis als unendliche A. 80;
das Unendliche als A. 121 f.;
Einheitliche A. des Menschen 34;
Aufschwung zur Allheit durch die Autonomie als A. des Menschen 58;
Korrelation des Menschen mit Gott als A. 63;
sittliche Freiheit als A. 65;
das Selbst als A. 59;
Persönlichkeit als A. des Individuums 57;
Aufgaben des Geistes 121 f.;
Rettung der Individualität als A. der Religion 134.
A. der Seele in den Psalmen 101.
A. zwischen Affekten ersten und zweiten Grades 83 f.;
A. zwischen dem religiösen Bewußtsein und dem ästhetischen 91;
A. zwischen Religion und humaner Kultur 122.
Grundgesetz der A. 115;
Ethische Arbeit unter der A. 59;
die A. hat keine psychologische Selbständigkeit 117;
sie wird nicht verletzt durch die Gebrechlichkeit des Individuums 58;
A. und Religion bei Kant 95;
A. und Christus als Mittler 115;
Vorbereitung der A. durch das Christentum 120.
A. des Staates 73;
A. der Tradition 111.
A. einer Philosophie geprüft an ihrem Verhältnis zur Logik 28;
A. als Grundlegungen 35.
B. der Rettung von der Sünde 57, 103;
Liebe als B. im Sprachgebrauche 87;
Sehnsucht als B. des Individuums 99;
relative B. und absolute Befriedigung 105.
s. a. Gebrechlichkeit, Schwäche.
B. der Guten und Frommen 99.
s. a. Erlösung.
B. des Verlangens der Sehnsucht 105.
Der B. als positive Schöpfung 5;
Der B. und das Ewige 5;
B. und Gesetz 48;
B. der Philosophie und Philosophie in ihrem systematischen Begriffe 43;
Begriffsbildung und Zwecksetzung 47;
Sokrates und der B. 28;
Begriffslosigkeit der Romantik 96.
s. a. Grundbegriff.
B. bei Parmenides 24.
B. der Affekte 106.
B., in die sich das Menschenleben abspaltet 34.
s. Partikularität.
B. im Vertrauen 104.
B. als Begleitung der Sehnsucht 102.
Psychologie als Ordnung der Vorstellungen und Tätigkeitsweisen des Bewußtseins 108;
Arten des Bewußtseins und Systemglieder 44;
systematische Regulierung des Bewußtseins 85;
systematische Bestimmung des religiösen Bewußtseins 107;
Problem der Religion im Gesamtbewußtsein 108 ff.;
Gefühl als Grundrichtung des Bewußtseins in der Ästhetik 40;
religiöse Bewußtseinsart nicht durch ein Wort festzustellen 106;
das betende Ich als eine eigentümliche Form des Bewußtseins 104;
das religiöse B. und das Unendliche 89;
das religiöse B. und das Kunstgefühl 91;
Gipfelpunkt des menschlichen Bewußtseins in Hoffnung und Zuversicht bei den Propheten 101;
Unbestimmtheit des religiösen Bewußtseins bei Schleiermacher 95.
s. a. Einheit, Kulturbewußtsein, Selbstbewußtsein, System.
Die beiden Sektionen biblischer Exegese 4;
der Stil der alten B. 71;
Bibelexegese und Philosophie 22;
Verhältnis zu Gott als Erkenntnis in der B. 25;
altbiblische Sittlichkeit 126.
s. a. Pentateuch, Propheten, Psalmen, Hiob, Kohelet, Paulus, Monotheismus, Tradition.
Zweck in der B. 48;
der biologische Mensch 52;
biologisches und ethisches Selbst 57.
s. a. Leben.
Herzenstrieb des Menschen b. (Gen. 8, 21) 54;
das radikale B. bei Kant 59;
das radikale B. und der Pessimismus 59;
das radikale B. bei der Buße 68;
Vertilgung der Bösen in den Psalmen 99;
Wohlergehen der Bösen 125;
die Bösen und die Versöhnung bei den Propheten 130.
Gott als Bürge der Allheit 77;
Gott als Bürge für die Realität des Sittlichen 78, 81, 101, 103;
persönliche B. Gottes 116;
Gott als Bürge des Seins in der Korrelation mit dem Menschen 137;
Idee als Grundlegung letzte B. der Wahrheit 36;
das Mitleid als B. des Erdendaseins 54;
die Armen als die geschichtlichen Bürgen der Sittlichkeit 75, 126.
s. a. Gewährleistung.
B. Gottes mit Noah und mit Abraham 51, 96;
B. Gottes mit dem Individuum im Gebet 103.
B. und Vergebung 65 ff.;
B. und Strafe 68 f.
Sittlicher C. 68;
sozialer C. 80;
geschichtlicher C. 30.
Gottesbegriff des Christentums 13, 66, 120;
C. und Autonomie 120;
das Leiden des Menschen sein Gegenstand 93;
Einbeziehung der Sünde in den Begriff des Leidens 125;
Hegel über das C. 125;
praktisches C. 125;
Idealisierung des christlichen Dogmas 139;
christliche Literatur 114;
Kulturbegriff des Christentums 114.
s. a. Protestantismus, Theologie.
s. a. Jesus.
s. Jesus.
Dämonenglauben 4;
Wesen Gottes als eines D. im Polytheismus 32.
Gott als Ursprung des Daseins nach Maimonides 47;
Gott und die Zukunft des Daseins 48;
D. der Natur 48;
die Natur als Daseinsgrund des Guten 51;
D. Gottes und Korrelation mit dem Menschen 136;
D. als Voraussetzung der Wirklichkeit 136;
Mitleid als Bürgschaft des Erdendaseins 54.
s. a. Realität, Sein, Wirklichkeit.
D. des Gefühls mit dem Universum bei Schleiermacher 96.
s. a. Mangel.
D. einer Philosophie geprüft an ihrem Verhältnis zur Logik 28.