Fußnoten
[1] In Heppe's Werke: »Zur Geschichte der evangelischen Kirche Rheinlands und Westfalens« (2 Bände, Iserlohn 1867-70), II, 32.
[2] Vgl. Rotermund's »Lexikon aller Gelehrten, die seit der Reformation in Bremen gelebt haben, nebst Nachrichten von gebohrenen Bremern, die in andern Ländern Ehrenstellen bekleideten« (Theil 1, Bremen 1818).
[3] Heppe in seinem bereits genannten Werke, II, 462.
[4] Wol absichtlich für adorabile aus Erbitterung gegen das katholische Unwesen.
[5] Der Stock, an dem der Klingelbeutel befestigt ist.
[6] Dieses Buch befindet sich im Besitze des Buchhändlers Friedrich Volckmar in Leipzig, dessen Mutter, Johanna Justina, die jüngste Tochter des Pastors Melchior war; sie hat später ebenfalls mehrere interessante biographische Notizen eingetragen.
[7] Diese (nicht in den Buchhandel gekommene) Schrift führt den Titel: »Sammlung von eilf Actenstücken über und aus der Proceß-Sache des Herrn G. W. Hiltrop in Dortmund gegen die ehemalige Firma Brockhaus und Mallinckrodt ebendaselbst, oder jetzt gegen den Buchhändler Brockhaus in Leipzig. Als Manuscript gedruckt. 1. July 1822« (4. VIII, 158 S.). Später ausgegebenen Exemplaren ist noch ein zwölftes Actenstück vom 22. September 1822 (4 S.) beigefügt; noch später ist ein dreizehntes, ohne diese Ziffer und ohne Datum, gedruckt worden (18 S.).
Ein Theil dieser Schrift war von Brockhaus schon früher (wol 1805) ausgegeben worden und Hiltrop veröffentlichte eine Antwort darauf unter dem Titel: »Nähere Erklärung und geschichtliche Darstellung des Processes in Sachen G. W. Hiltrop gegen die Firma von Brockhaus und Mallinckrodt. Ueber die von dem ersten an S. M. Bethmann in London remittirte und von den letzteren in Empfang genommene 1800 £ Sterling. Erster Theil. Dortmund 1806« (8. 128 S.). Ein zweiter Theil nebst den im ersten versprochenen Actenstücken ist unsers Wissens nicht gedruckt worden.
[8] Diese Angabe ist ein seltsamer Irrthum, da Brockhaus nach dem dortmunder Kirchenbuche am 4. Mai 1772, nicht 1774, geboren ist. An dieser Selbsttäuschung scheint er auch später festgehalten zu haben, wie aus gelegentlichen Aeußerungen in seinen Briefen hervorgeht, und daraus erklärt sich auch, daß auf seinem Leichensteine ebenfalls diese falsche Jahreszahl angegeben war.
[9] Auch diese Angabe ist eine irrthümliche und beruht auf der Annahme, daß er 1774 statt 1772 geboren sei; er war damals (30. September 1798) 26, seine Frau 20 Jahre alt.
[10] Er behielt diese Firma auch später noch, in Leipzig und Altenburg, bei, sodaß sie auf den Verlagsartikeln bis 1814 abwechselnd mit den drei Städtenamen Amsterdam, Leipzig und Altenburg erscheint, bis er von 1814 an blos F. A. Brockhaus firmirte, zuerst Altenburg oder Leipzig, von 1817 an blos Leipzig als Verlagsort angebend.
[11] Jener frühere Brief ist nicht mehr vorhanden; es hätte sich aus demselben der genauere Zeitpunkt ergeben, von welchem an ihn die Idee, eine Buchhandlung zu errichten, beschäftigte.
[12] Auch diese hier in Aussicht gestellte spätere Mittheilung findet sich nicht vor und ist vielleicht gar nicht erfolgt. Ebenso wenig hat sich der dem Großpensionär Schimmelpenninck vorgelegte »Plan« des neuen Etablissements auffinden lassen.
[13] Unter Bezugnahme auf diese Correspondenz übersandte Brockhaus einige Wochen später demselben Hause sein Circular mit einer Nachschrift, und diesem Umstande verdankt die Firma F. A. Brockhaus das ihr von jenem Hause freundlich überlassene einzige Exemplar ihres Begründungscirculars. Sie erhielt dasselbe im Jahre 1856, aus Anlaß ihres am 13. und 14. Juli jenes Jahres gefeierten funfzigjährigen Jubiläums, das somit schon am 15. October 1855 hätte begangen werden können.
[14] Gubitz hatte sich von seiner ersten Jugend an mit großem Eifer der Holzschneidekunst gewidmet, um deren Wiederbelebung und Vervollkommnung in Deutschland er sich bekanntlich große Verdienste erworben hat. Ueber die hier erwähnten Anfeindungen theilt sein Memoirenwerk: »Erlebnisse von F. W. Gubitz. Nach Erinnerungen und Aufzeichnungen« (3 Bände, Berlin 1868-69), I, 79 fg., Näheres mit.
[15] Hiernach ist also Brockhaus im October 1795 (der »berühmte XIII. Vendémiaire« ist der des Jahres IV, 5. October 1795, an welchem der Aufstand der pariser Sectionen oder der Nationalgarde gegen den Nationalconvent stattfand) in Paris gewesen, kurz vor oder nach seiner ersten Etablirung in Dortmund.
[16] Letzteres Werk, »Gemälde von Valencia« von Christian August Fischer, erschien 1803 in Leipzig; die übrigen Namen sind Titel Cramer'scher Uebersetzungen: »Bardiete« ist Klopstock's »Hermannsschlacht«; »Die Tempelherren« heißt ein Trauerspiel von Raynouard.
[17] Dies ist der Name, mit welchem Cramer stets in seinem Werke Brockhaus bezeichnet; die Anwendung derartiger erfundener Namen statt der wirklichen war damals vielfach Sitte und eine specielle Liebhaberei Cramer's. Die oben angewendeten Punkte sind ebenfalls in dem Werke selbst gebraucht.
[18] Das hier weggelassene Wort enthielt schwerlich einen Namen, da Brockhaus in Amsterdam keinen Associé seines kaufmännischen Geschäfts hatte; es ist wol »Glück« oder ein ähnliches Wort absichtlich weggelassen.
[19] Hier ist von Cramer, als für den vorliegenden Fall unwichtig, wol ausgelassen: »französische Leser«; es ist damit jedenfalls die französische Zeitschrift »Le Conservateur« gemeint, von der später die Rede sein wird.
[20] So nennt, wie schon bemerkt, Cramer seinen Freund Brockhaus stets in den »Individualitäten«.
[21] Der frühere Associé von Brockhaus.
[22] Wiederholt sei bemerkt, daß derartige Auslassungen einzelner Worte von Cramer selbst herrühren.
[23] Diese und die folgenden Notizen sind meist einer kleinen Abhandlung des 1859 verstorbenen verdienstvollen Geschichtschreibers und Publicisten Professor Christian Friedrich Wurm in Hamburg entnommen, die unter dem Titel: »Beiträge zur Geschichte der Hansestädte in den Jahren 1806-1814. Aus den nachgelassenen Papieren von Carl von Villers«, in einem 1845 gedruckten Lectionsverzeichniß des Hamburgischen Akademischen Gymnasiums enthalten ist.
[24] Es sei hier bemerkt, daß diese patriotischen Klagen Wurm's im Jahre 1845 erhoben wurden.
[25] Auch in Amsterdam, wie bereits erwähnt.
[26] Vgl. über ihn W. von Bippen: »Charles von Villers und seine deutschen Bestrebungen«, in den »Preußischen Jahrbüchern«, herausgegeben von H. von Treitschke und W. Wehrenpfennig (27. Band, 3. Heft, Berlin1871). Dieser interessante und werthvolle Essay macht den dankenswerthen Versuch, »die Erinnerung an einen Mann wieder zu erwecken, der, ein geborener Franzose, einst von vielen der Besten unsers Volks geachtet, von manchen geliebt, der Ehrenbürger einer deutschen Stadt, jetzt fast der Vergessenheit anheimgefallen ist«. Wir verfolgten mit obiger Darstellung (die vor dem Erscheinen jenes Aufsatzes geschrieben wurde) den gleichen Zweck, und so möge es uns gestattet sein, hier den Wunsch und die Hoffnung auszusprechen, daß der dazu gewiß vorzugsweise geeignete und berufene Verfasser jenes Aufsatzes auf Grund des auf der hamburger Stadtbibliothek befindlichen und dieser von Dorothea Rodde geschenkten literarischen Nachlasses ihres Freundes dem deutschen Volke ein Lebensbild von Charles von Villers liefern möge, das in der gegenwärtigen Zeit doppelt willkommen sein würde.
[27] Den Rest seines frühern kaufmännischen Geschäfts.
[28] Dieses damals großes Aufsehen erregende Werk, dessen weiterer Titel lautet: »seit dem Tode Friedrich's II.«, erschien 1807 anonym und war von dem vielgenannten Kriegsrath von Cölln verfaßt (geb. 1766, gest. 1820), der nach den für Preußen so traurigen Ereignissen von 1806 die preußische Verwaltung heftig angriff, deshalb 1808 in Untersuchung gezogen, später aber im Bureau des Staatskanzlers Hardenberg angestellt wurde. Die Schrift trägt die bekannte pseudonyme Firma »Peter Hammer« mit dem Verlagsort »Köln und Amsterdam«. Nach Obigem und nach andern Mittheilungen war Brockhaus jedenfalls bei dem Verlage derselben betheiligt, obwol sie in keinem seiner Verlagsberichte aufgeführt ist; in Heinsius' »Bücher-Lexikon« ist sein damaliger Commissionär in Leipzig, Heinrich Gräff, als Verleger genannt.
[29] Der früher erwähnte Pastor Adolf Heinrich Brockhaus in Meyerich bei Welver.
[30] Ihre an den Kaufmann W. Rittershaus in Dortmund verheirathete älteste Schwester.
[31] Nicht der Buchdrucker Friedrich Richter, von dem Brockhaus das »Conversations-Lexikon« gekauft hatte, sondern ein leipziger Bankier.
[32] Das Taschenbuch »Urania«.
[33] Brockhaus' an Fauriel gerichtete Briefe sind nach des Letztern Tode in den Besitz der mit ihm näher befreundeten geistvollen Gemahlin des berühmten Orientalisten Julius von Mohl in Paris übergegangen und von derselben uns freundlichst zur Einsicht und Benutzung überlassen worden; zu bedauern ist, daß die Antworten Fauriel's nicht gleichfalls erhalten sind.
[34] Dieser Brief von Brockhaus an Baggesen scheint leider gleich ihrer gesammten Correspondenz nicht erhalten zu sein; sollte letztere oder wenigstens ein Theil derselben sich noch irgendwo vorfinden, so würden wir für eine Notiz darüber sehr dankbar sein.
[35] Sprengel's »Historia rei herbariae«.
[36] Brockhaus' damaliger Commissionär in Leipzig.
[37] Wol Reichardt's schon erwähnte »Vertraute Briefe, geschrieben auf einer Reise nach Wien und den Oesterreichischen Staaten &c.« (Amsterdam 1810). Ein früher von Brockhaus verlegtes Werk Reichardt's ist uns allerdings nicht bekannt; seine »Briefe eines reisenden Nordländers« erschienen erst Ende 1811 mit der Jahreszahl 1812.
[38] Ein 1783 in Zürich erschienenes, angeblich aus dem Französischen übersetztes Werk »Briefe eines reisenden Franzosen über Deutschland«, von Kaspar Risbeck.
[39] Denkwürdigkeiten des eigenen Lebens, elfter Abschnitt (dritte Auflage, Th. 2, S. 38 fg., Leipzig 1871).
[40] Veit Hans Schnorr von Karolsfeld, der damals in Leipzig lebte und mit Brockhaus wie mit der Hofräthin Spazier befreundet war, der Vater von Julius Schnorr von Karolsfeld, seit 1816 Director der leipziger Zeichenakademie, als welcher er 1841 starb.
[41] Thomas Willis, berühmter englischer Arzt, geb. 1621, gest. 1675.
[42] Wir verdanken diese Briefe von Jean Paul und dessen Frau sowie einige andere Mittheilungen der Güte des bekannten Kunstschriftstellers Ernst Förster in München, des Schwiegersohns Jean Paul's. Er durchforschte auf unsere Bitte zu diesem Zweck nochmals Jean Paul's schriftlichen Nachlaß, um dessen Herausgabe er sich bekanntlich besonders verdient gemacht hat; wir nennen namentlich das interessante Werk: »Denkwürdigkeiten aus dem Leben von Jean Paul Friedrich Richter« (4 Bände, München 1863), das er zu Jean Paul's hundertjährigem Geburtstage (21. März 1863) veröffentlichte.
[43] Diese Uebersetzung erschien unter ihrem Namen 1812 in Brockhaus' Verlage mit folgender eigenthümlichen Bezeichnung des Verlagsorts: »Leipzig, im Kunst- und Industrie-Comptoir aus Amsterdam«, während gleichzeitige und spätere Verlagswerke meist »Altenburg« oder »Altenburg und Leipzig« als Verlagsorte nennen.
[44] Von Joseph von Lucenay im »Neuen Nekrolog der Deutschen«, dritter Jahrgang, 1825, S. 1370 (Ilmenau 1827).
[45] Sein damaliger Commissionär in Leipzig.
[46] Baron Meinau heißt bekanntlich der Menschenfeind in August von Kotzebue's zuerst 1789 erschienenem und damals sehr populärem Schauspiele: »Menschenhaß und Reue«.
[47] Ein Aufsatz von Spiritus Asper (Ferdinand Hempel). »Fragment einer Reise um den Tisch« in der »Urania« für 1812.
[48] Hofadvocat Anton Scholber in Altenburg, den Brockhaus in einem andern Briefe seinen »intimsten Freund und einen ganz vortrefflichen Menschen« nennt.
[49] Der Verfasser kann es sich nicht versagen, bei dieser Gelegenheit einen an ihn gerichteten poetischen Brief Rückert's mitzutheilen, der sich auf diese Gedichte bezieht, zu denen er durch Uebersendung einer Nummer der »Deutschen Allgemeinen Zeitung« (in welcher der Sänger der Freiheitskriege zu einem Aufrufe an das deutsche Volk für die Sache Schleswig-Holsteins aufgefordert wurde) überhaupt den ersten Anstoß gegeben.
Er frug nach Empfang des Manuscripts bei dem Dichter an: ob »Schleswig-Holstein« in dieser allgemein üblichen Schreibweise oder so, wie es Rückert geschrieben hatte: »Schleswigholstein«, gedruckt werden solle. Darauf erfolgte unterm 3. December 1863 nachstehende charakteristische Antwort:
»Also sind wir handelseins, das freut mich. Nur Schleswigholstein lassen Sie ungetrennt, wenn Sie es nicht schon getrennt haben und die Wiedervereinigung zu viel Zeit raubt.«
[50] So schreibt sie selbst die beiden Namen in einem uns vorliegenden Briefe mit der ausdrücklichen Bemerkung: »nicht Hellvig und Imhof«, wie dieselben meist und selbst auf ihren Werken gedruckt sind.
[51] Das Original dieses Briefs wie mehrerer anderer von Brockhaus an Villers gerichteter Briefe, die wir später mittheilen, befindet sich unter dem früher (S. 91) erwähnten literarischen Nachlasse des Letztern auf der hamburger Stadtbibliothek; durch gütige Vermittelung des Syndikus Dr. Geffken wurde dem Verfasser Abschrift und Benutzung dieser Briefe gestattet.
[52] Ein Privatbrief, den Bankier Reichenbach in Altenburg aus Leipzig erhalten hatte.
[53] Der Fuhrmann zwischen Leipzig und Altenburg.
[54] Wahrscheinlich war nicht der Orientalist: Ignaz, Freiherr von Stürmer, damals in Leipzig, sondern einer seiner beiden Söhne, Bartholomäus (später auch Internuntius bei der Pforte) oder Karl (später Feldmarschalllieutenant).
[55] Eine im Juni 1814 anonym erschienene Broschüre gegen Napoleon, die, wie hieraus hervorgeht, von Charles von Villers und Professor Friedrich Jakob Christoph Saalfeld in Göttingen gemeinsam verfaßt war.
[56] Von dieser Broschüre August Wilhelm von Schlegel's ist in Verbindung mit andern von Brockhaus verlegten Zeitbroschüren später die Rede.
[57] Die seit 21. Mai 1811 sonst vollständig vorhandenen Copirbücher der Firma haben leider eine unerklärliche Lücke zwischen 2. Juli 1813 und 12. October 1815, wodurch uns viele wichtige Briefe entgangen sind.
[58] Historisches Taschenbuch. Herausgegeben von Friedrich von Raumer. Neue Folge. Siebenter und achter Jahrgang (1846 und 1847).
Anmerkungen zur Transkription
Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Text, der im Original in Antiqua gesetzt ist, ist hier kursiv dargestellt, mit Ausnahme der römischen Ziffern, wie bei Karl XII. Kursiver Text innerhalb von Antiqua wurde kursiv fett dargestellt.
Zeichensetzung und Rechtschreibung des Originaltextes wurden übernommen, auch dort, wo mehrere verschiedene Schreibweisen eines Wortes benutzt wurden, wie 'wol' und 'wohl'.
Auf Seite 235 war der Tag der Ankunft von Brockhaus in Münster unleserlich. Hier wurde der 3. eingesetzt, da dies der einzig plausible Wert ist.
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