Zu Seite 353:
Null. Die Mayas, eine Gruppe mittelamerikanischer Völkerschaften, hatten selbständig, und vielleicht schon früher als die Inder, ein Zeichen für Null erdacht und mit seiner Hilfe den Stellenwert der Zahlen ausgedrückt (CAJORI, M. G. M. 16, 166). Über die ganze Frage s. die eingehende Abhandlung GÜNTHERS (Ber. Münchener Akad. 1917, 111), in der er auch hervorhebt, daß die Inder ein Dezimal-, die Mayas aber ein Vigesimal-System besaßen, wie dies zuerst SELER zeigte.
Zu Seite 353:
Indische Ziffern. Das indische Ziffer- und Rechen-System wird seit etwa 800 bei den Arabern wissenschaftlich gelehrt, ist aber bereits 662 einem syrischen Schriftsteller bekannt (RUSKA, „Der Islam“ 5, 272 und „Zur ältesten arabischen Algebra und Rechenkunst“, Heidelberg 1917; 47, 45); bisher ist der Gebrauch der Null bei einem Araber zuerst für 873 nachgewiesen, der bei einem Inder für 732 (ebd. 36). — Unvereinbar mit diesen genau belegten Angaben erscheinen vorerst jene des indischen Gelehrten KAYE: er behauptet, daß das Positions-System in Indien noch im 9. Jahrhundert verhältnismäßig neu und vielleicht überhaupt keine indische Erfindung war, und daß alle Berichte, die eine ältere Zeit (u. a. die um 600) betreffen, entweder unsicher oder sogar gefälscht sind (M. G. M. 17, 13).
Zu Seite 357:
Kopten. Über medizinische und Färberei-Rezepte der Kopten s. LEIPOLDT in BROCKELMANNS „Geschichte der christlichen Litteraturen des Orients“ (Leipzig 1907) 171, sowie ERMAN-KREBS, „Aus den Papyri des Kgl. Museums“ (Berlin 1899) 255.
Zu Seite 364:
DSCHABIR. Die Wahl der Namen DSCHABIR und GEBER zwecks Unterscheidung ihrer einschlägigen Werke rührt nicht von BERTHELOT her, sondern von WÜSTENFELD (vgl. S. 485 dieses Werkes), dessen „Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher“ (Göttingen 1840) BERTHELOT vielfach benützte.
Zu Seite 369:
Tutia wird von einigen arabischen Autoren als besonders kostbares Erzeugnis Indiens (der indischen Grenzländer?) angepriesen (E. WIEDEMANN, „Beitr.“ 54, 320). — Dieser Wertschätzung entspricht die Erwähnung von Tutia in höfischen Redensarten, die sich bis in die Neuzeit hinein erhielten und noch bei den Türken in Gebrauch standen: in einem Briefe aus dem 16. Jahrhundert an den letzten Pascha von Ofen heißt es z. B.: „Tutija ist der Fußstaub Euer Exzellenz“, wobei Tutija an Stelle des sonst auch vorkommenden „Kimija“ steht, des lebenspendenden Pulvers aus dem Steine der Weisen (JACOB, „Der Islam“ 8, 249).
Zu Seite 372:
Zauberquadrate. In den Schriften der „Treuen Brüder“ finden sich Zauberquadrate bis zu 9 Zellen beschrieben (CARRA DE VAUX, „Enzykl. des Islam“ 2, 258); der Name kommt jedoch erst im 15. Jahrhundert bei AGRIPPA von NETTESHEIM vor (GÜNTHER, M. G. M. 15, 209). — Über die Theorie der Zauberquadrate s. FERROLS „Neues Rechnungsverfahren“ (Bonn 1913) 165.
Nach AHRENS gehen jedoch die Angaben des AGRIPPA (und auch die des CARDANUS) auf arabische Quellen zurück; schon DSCHABIRS „Buch der Wage“ soll der „magischen Quadrate“ (u. a. solcher von 9 Zellen) gedenken und sie den Planeten zuteilen, ferner erwähnen sie einige Schriftsteller des 9. und 10. Jahrhunderts, — bei den „Treuen Brüdern“ scheint die Stelle aber interpoliert zu sein —, und desgleichen auch noch der byzantinische Autor MOSCHOPULOS („Der Islam“ 7, 186, 205, 210; M. G. M. 16, 307; vgl. BOLTE, M. G. M. 16, 307 und E. WIEDEMANN, „Der Islam“ 8, 94).
Zu Seite 374:
Planeten-Seelen. Noch KEPLER schrieb 1604 den Planeten eigentliche Seelen zu, durch die er ihre Bewegungen erklärte (GERLAND, „Geschichte der Physik“, München 1913, 403).
Wie lange der Glaube an die Planetenseelen und ihre besonderen Beschaffenheiten Allgemeingut blieb, zeigt u. a. die Tatsache, daß noch 1676 der berühmte Komponist und Orgelspieler BUXTEHUDE, „Natur und Eigenschaften der Planeten in sieben (verschollenen) Suiten [Charakterstücken] artig abbildete“ (SPITTA, „J. S. BACH“, Leipzig 1916; 1, 259).
Zu Seite 374:
HERMES (MERCUR). Während die übrigen Sterne im Arabischen jeder sein bestimmtes Geschlecht haben, ist allein MERCUR zweigeschlechtlich, hat also hierin die alte Überlieferung seines Zwitterwesens gewahrt (LITTMANN, „Festschrift für A. C. ANDREAS“, Leipzig 1916, 86).
Zu Seite 374:
Planeten-Namen. ALKHWARIZMI gibt um 980 in den „Mafâtîh“ als persische Namen an: Chwâr (Sonne), Mâh (Mond), Tîr (Merkur), Nâhîd (Venus), Bahrâm (Mars), Hurmuz (Jupiter) und Kaiwân (Saturn) (E. WIEDEMANN, „Beitr.“ 47, 216). — Nach RUSKA lauten die arabischen und persischen Namen: Sonne, Schams, Aftâb; Mond, Qamar, Mâh; Jupiter, Muschtarî, Birdschis; Mars, Mirrîch, Bahrâm; Merkur, ʿUtârid, Tîr; Venus, Zuhrâ, Nâhîd; Saturn, Zuchal, Kaiwân.
Planeten-Einflüsse. Nach NÖLDEKE erfand im 6. Jahrhundert ein persischer Vezir als Gegenstück zu dem neuen Schach- das Nard-Spiel, das das menschliche Leben in seiner Abhängigkeit von den Planeten und Tierkreis-Sternbildern darstellte (RUSKA, „Zur Geschichte der Schachbrettaufgabe“, Leipzig 1916, 280).
Über den besonderen Zusammenhang zwischen den Tierkreis-Sternbildern und den Teilen des menschlichen Körpers s. SUDHOFF, „Studien zur Geschichte der Medizin“, Leipzig 1914, 198 ff. — Als unumstößlicher Wahrheiten gedenkt der überlieferten Einflüsse der Planeten auf die Körperteile noch das so weitverbreitete, um 1243 im Kreise Kaisers FRIEDRICH II. verfaßte „Buch SIDRACH“ (ed. JELLINGHAUS, Tübingen 1904, 164), in dem die Wandelsterne mit ihrer Macht, sowie die Astrologie, überhaupt eine hervorragende Rolle spielen (ebd. 65, 121, 159, 199).
Zu Seite 375:
Planeten und Farben der Metalle. Nach einer bei DANIEL von MORLEY (gegen 1200) erhaltenen Überlieferung ist die Farbe der Sonne feurig, jedoch ihres großen Glanzes wegen nicht genau erkennbar, die des Mondes weiß wie Zinn, die des Merkur schwarz, die der Venus weißlich, die des Mars goldig, die des Jupiter silbern, die des Saturn bleiähnlich (SUDHOFF, A. Nat. 8, 30).
Zu Seite 379:
Sandarach. Das einer nordafrikanischen Cupressinee entstammende Harz wird unter diesem Namen zuerst in einem Papyrus von etwa 900 erwähnt (SEIDEL, „Der Islam“ 1, 150); vgl. die Angaben bei ALQAZWINI (E. WIEDEMANN, „Beitr.“ 54, 291, 307).
Essig. Die so besonders „kalte Natur“ des Essigs erklärte EPIKUR (jedenfalls auf Grund älterer griechischer Quellen) daraus, daß er aus dem Weine, der kalte und heiße Atome enthält, unter Austreibung dieser letzteren entstehe; nach EMPEDOKLES sollte sich hinwiederum der Wein auch durch eine bloße σῆψις (Sépsis) des Wassers bilden (GILBERT 213, 342).
Zu Seite 385:
Ton der Philosophen. Einer Vorschrift zu seiner Herstellung aus Ton, Kohlenpulver, Kalk, Salz, Haaren und anderen Bestandteilen gedenkt SEIDEL („Der Islam“ 1, 263).
Zu Seite 388:
Syrische Schriften. Nach RUSKA dürften diese Schriften auf griechisch-persische Vorlagen zurückgehen, wonach es sich auch erklären würde, daß einzelne Namen von Präparaten an mittelpersisches Sprachgut anklingen. Genaueres hierüber wird sich wohl kaum ermitteln lassen, da die gesamte syro-persische Litteratur, die von Gondisapur her so tiefgehenden Einfluß ausübte, restlos zugrunde gegangen zu sein scheint. (Vgl. BROCKELMANN, „Geschichte der christlichen Litteraturen des Orients“, Leipzig 1907, 44 ff., 50.)
Zu Seite 394:
Porzellan. Die Erfindung des Porzellans in China erfolgte etwa um 600 n. Chr. (ZIMMERMANN, „Chinesisches Porzellan“, Leipzig 1913; 1, 22 ff.; „Orientalisches Archiv“ 1911, Bd. 2; SARRE, „Der Islam“ 5, 183).
Ziwaka (syr. = Quecksilber), im Persischen zîbak, von zîsten = leben, also „das lebendige“ wie „argentum vivum“; zîbak ist auch sprachlich verwandt mit vivum und quick, das den urindogermanischen Anlaut kw zeigt (JACOB). — Im heutigen Persischen heißt Quecksilber auch sîmâb = „Silberwasser“ (übersetzt aus dem griechischen ὑδράργυρος?), und falls dieses Wort wirklich alter Herkunft ist, könnten sich von ihm alle westorientalischen Bezeichnungen ableiten, ohne daß sich aber bestimmt entscheiden ließe, wo in dem Herüber und Hinüber die frühesten Umformungen liegen. Im neupersischen Arzneibuche des ABU MANSUR MUWAFFAK (um 975) heißt es zîbak, im Mittelpersischen žiwâk, im Syrischen zîwag (auch zijûg und zijûkâ), im Arabischen meist zîbak, aber auch zîbâk, zâwûk, zuwâk usw. (RUSKA).
Zu Seite 407:
ALBIRUNI gedenkt u. a. der Anwendung des Diamanten zum Bohren von Gesteinen, sowie der giftigen Natur seines Staubes (E. WIEDEMANN, „Der Islam“ 2, 352).
Zu Seite 409:
DIMISCHQI. Ein nicht näher bekannter Schriftsteller dieses Namens verfaßte im 11. Jahrhundert ein „Handbuch der Handelswissenschaften“, in dem er auch der Kniffe und Schwindeleien der Alchemisten gedenkt, die Verfahren zur Verfälschung, aber auch zur Prüfung der Edelmetalle schildert (z. B. die Feuerprobe nach QALQASCHANDI), und dem Gläubigen ein „Hüte Dich!“ vor den Alchemisten zuruft, „gegen die Allah Dich beschütze“! (RITTER, „Der Islam“ 7, 50 ff., 166, 73; WEISS, ebd. 7, 252).
Zu Seite 412:
ALQAZWINI. Völlig übereinstimmend mit den Lehren des ALQAZWINI (gest. 1283) über die Entstehung der Metalle aus Schwefel und Quecksilber, und sichtlich aus den nämlichen syrischen, arabischen und griechischen Quellen geschöpft, sind die Ansichten des Syrers SEVERUS BAR SCHAKKU (gest. 1241) im „Buch der Dialoge“. Ihre Richtigkeit, so versichert er, stehe auf Grund von Versuchen für alle jene fest, die mit der Kunst „Chimalia“ der Philosophen vertraut sind (RUSKA, „Studien zu SEVERUS BAR SCHAKKU“; „Zeitschrift für Assyriologie“ 12, 157).
Zu Seite 413:
Magnetberge: vgl. das „Steinbuch“ des TIFASCHI (gest. 1253), üb. BISCIA (E. WIEDEMANN, „Gesch.-Blätter“ 3, 281).
Zu Seite 420:
1001 Nacht. Über die große Rolle der Astrologie, der Alchemie, und des gesamten Aberglaubens in „1001 Nacht“ handelt eingehend der wichtige Aufsatz RESCHERS („Der Islam“ 9, 1; Alchemie: 33, 76).
Zu Seite 420:
Tâliqûn führen die arabischen Augenärzte um 1000 als „gelbes, dehnbares Kupfer“ an, neben einem anderen weißlichen (HIRSCHBERG-LIPPERT, a. a. O. 2, 186); letzteres ist wohl ein helles Messing. — Der Name rührt vielleicht vom Herstellungsorte her, da ALDSCHAHIZ (gest. 869) „talikanische Filze“ erwähnt (RITTER, „Der Islam“ 7, 21).
Zu Seite 424:
Arsen. Das Grundwort lautet im Altpersischen zaranya, im Neupersischen zar, zarnich, zarniq (= Gold, goldig), im Armenischen zarik, im Syrischen zarnîkâ (SCHRADER, „R. L.“ 46, 151 ff.; „Ur.“ 2, 32). Bei HIPPOKRATES kommt ἀρρενικόν (Arrenikón = Auripigment) mit σανδαρακή (Sandaraké = Realgar) zusammen vor (üb. FUCHS 3, 293), letztere aber auch allein (ebd. 2, 416; 3, 480, 492, 494). THEOPHRASTOS bezeichnet beide als aschenartig, wie von Feuer angebrannt, von trockener und rauchartiger Natur und sagt, daß sie als Farbstoffe dienen, so wie μίλτος (Rötel) und ὦχρα (Oker), die man in „Kaminen“ brennt, und zwar in mit Ton ringsum verschmierten Gefäßen (περιπλάσαντες). Nach FESTUS gleicht Sandaraka, die eine Art Farbstoff ist (coloris genus), dem σάνδυξ (Sándyx, d. i. ein rötlichgelbes, der Mennige ähnliches Mineral), was nach ihm eigentlich Krapp bedeuten soll (LINDEMANN, „Corpus grammat. veterum“, Leipzig 1832, 136, 854, 693); über die kleinasiatischen Sandyxgruben berichtet STRABON (lib. 12, cap. 40), vgl. CELSUS, üb. FRIBOES (Braunschweig 1906, 669). Dem PHILOSTRATOS (um 215 n. Chr.) ist Sandarake ein Erdreich, aus dem in Indien eine heiße Quelle entspringt („APPOLONIUS VON TYANA“, lib. 3, cap. 14), dem Lexikographen HESYCHIOS (5. Jahrhundert) eine metallartige Masse, εἶδος μεταλλικόν („Lexikon“, ed. SCHMIDT, Jena 1867; 1136). — Das Wort „Realgar“ scheint erst in nacharabischer Zeit aufzutauchen; vermutlich leitet es sich von Risigallo (Risigiallo = Rauschgelb) ab, das selbst wieder aus dem vieldeutigen Chrysokolla entstellt sein dürfte.
Zu Seite 429:
DOUTTÉS angeführtes Werk heißt: „Magie et religion de l’Afrique du Nord“ (Algir 1909). — Vgl. für Ostafrika: BECKER, „Der Islam“ 2, 33 ff.
Zu Seite 465:
Alchemie. DANIEL von MORLEY, der vor 1187 in Toledo weilte, wo sich eine Art Lehrstätte oder Hochschule befand, und daselbst Schüler GERHARDS von CREMONA war, verfaßte zwischen 1175 und 1200 ein Werk „Liber de naturis inferiorum et superiorum“; er erwähnt darin, die Wissenschaft habe acht Teile, handelnd über Recht (de iudiciis), Medizin, Landbau (agricultura), Spiegel (de speculis; Brennspiegel?), Sternbilder (de ymaginibus, über die schon König PTOLEMÄOS aus Philadelphia in Ägypten eine „Astronomie“ schrieb), Vorzeichen (de praestigiis), Nigromantie und Alchemie (Alckimia); letztere befaßt sich mit der Umwandlung der Metalle in andere Arten, „quae est scientia de transformatione metallorum in alias species“ (SUDHOFF, A. Nat. 8, 2, 40; 28; 34).
Zu Seite 490:
ALBERT DER GROSSE. Sein Geburtsjahr ist unsicher und fällt zwischen 1193 und 1207 (HERTLING, „ALBERTUS MAGNUS“, Münster 1914; 2, 20). Nach einer aus den Jahren 1240–1256 herrührenden Äußerung besuchte er erzreiche Gegenden, vermutlich die des Harzes, da er sich 1240 in Hildesheim aufhielt, und unterrichtete sich über die Transmutationen der Alchemisten, um so Natur und Eigenschaften der Metalle zu ergründen (ebd. 5, 8). — Als „ALBERTO DELLA MAGNA“ = ALBERT DER DEUTSCHE [entstellt aus ALBERTUS MAGNUS?] findet er sich frühzeitig in Italien genannt, z. B. in den um 1375 verfaßten Novellen des SACCHETTI (ed. GIGLI, Florenz 1860; 2, 241).
Zu Seite 494:
ARNALDUS von VILLANOVA. Sein Name findet sich später entstellt zu RINALDI TELANOBEBILA (KOPP, „Beitr.“ 327; BERTHELOT, „Intr.“ 199). SALADIN D’ASCULOASCULO (um 1450) spricht von RAINALD von VILLANOVA (s. „MESUAE Opera“, Venedig 1570, 293).
Zu Seite 496:
Kabbala. Einige nähere Angaben über sie s. bei HESZ (A. Nat. 7, 117). Vgl. DEUSSEN 2 (2), 421.
Zu Seite 504:
Alchemie in Italien. Bei den Schriftstellern des 14. Jahrhunderts ist archimia = Fälschung und archimiato = gefälscht schon allgemein gebräuchlich, vgl. z. B. die um 1375 verfaßten Novellen des SACCHETTI (ed. GIGLI, Florenz 1860; 1, 60, 70, 367; 2, 296).
FOLENGO (1491–1544), der Verfasser des makaronischen Gedichtes „Merlin Coccaius“ (1517), dessen anonyme französische Übersetzung von 1606 als wichtiges Vorbild des RABELAIS anzusehen ist, kann sich gleich letzterem nicht genug tun an Spöttereien über die Falschheit der Alchemie und Astrologie, die unsinnigen Verbindungen zwischen Metallen, Planeten und Sphären usf. (ed. P. L. JACOB, Paris 1859; 107, 228 ff., u. oft); u. a. erwähnt er auch den „Schwefel aus Quecksilber“ (ebd. 402) und die giftige Natur des gepulverten Diamanten (ebd. 88).
Zu Seite 510:
JAKOB BÖHME preist insbesondere auch im „Seraphinischen Blumengärtlein“ mit begeisterten Worten die Macht der Tinktur, die Tugenden des „edlen hochteuren Steines der Weisen“, die Kräfte der Signaturen, usf. (Neudruck, Berlin 1918, 81, 145, 239 ff.; 89, 129; 171 ff.).
Zu Seite 511:
Aufleben des Mystizismus. Schon HERDER, der diesem sonst völlig fernstand, verfaßte „Gespräche des HERMES und POEMANDER“, d. i. POIMANDRES („Werke“, ed. SUPHAN, Berlin 1885; 23, 515, 532).
Zu Seite 514:
Planeten-Darstellung. Hierüber vgl. HAUBERS „Planetenkinder und Sternbilder“ (Straßburg 1916); LITTMANN, „Der Islam“ 8, 135.
„Maistre Piccatrix“, zusammen u. a. mit MICHAEL SCOTUS, findet sich als Verfasser der „großen Zaubertafel des Piccatrix“ erwähnt in FOLENGOS „Merlin Coccaius“ (1517), ed. P. L. JACOB (Paris 1859) 321.
Zu Seite 527:
Bergwerke bei den Arabern. Näheres über die merkwürdigen und schon im 8. Jahrhundert sehr verwickelten rechtlichen und steuerlichen Verhältnisse, die bereits ALEXANDER (gest. 798) ausführlich erörtert, s. bei SCHMIDT („Der Islam“ 1, 327 ff., 350 ff.).
Zu Seite 534:
Elektron. Noch THOMAS von AQUINO sagt hierüber: „es bezeichnet nichts anderes als unseren Herrn JESUS CHRISTUS, den Mittler zwischen Gott und Mensch; das Elektron verbindet die Vorzüge des Goldes mit denen des Silbers, dieses gewinnt höheren Glanz, jenes vermindert den seinigen; so ist auch in Gottes Sohn die Natur der Gottheit verbunden mit der unserigen, diese gewinnt höheren Glanz, jene mäßigt für unser Auge den ihrer Majestät“ (üb. SCHNEIDER 9, 11).
Zu Seite 541:
Kupfer. Für die andauernde kultische Bedeutung des Kupfers bezeichnend ist es, daß der assyrische König TIGLAT-PILESAR I. (um 1100) als Zeichen der völligen Zerstörung einer Stadt einen „Blitz aus Kupfer“ anfertigen und in einem Tempel aufstellen ließ (PETERSEN, „Der Islam“; Beiheft 3, 105).
Zu Seite 552:
Bronze. HAMMURABI befiehlt u. a., Eidbrüchigen einen Block aus Bronze in den Mund zu schlagen (PETERSEN, „Der Islam“; Beiheft 3, 190).
Zu Seite 555:
Bronze in Italien. Über die vorgeschichtliche Periode in Italien, besonders die Bronze- und die Anfänge der Eisen-Zeit, über die Bedeutung der Etrusker, die Einflüsse der Phönizier usf., vgl. den lehrreichen und vom Herkömmlichen in vielem abweichenden Artikel PHILIPPS (PW., Spl. 3, 1278).
Zu Seite 559:
Bronze der Tschuden. Bei den Tschuden und den ural-altaïschen Völkern entstand die Bronzekultur anscheinend unter chinesischem Einflusse, reicht zum Teil bis 300 v. Chr. herab, und macht dann den Anfängen der Eisenzeit Platz, die zunächst die meisten Formen der ersteren beibehält (HOERNES, bei HOOPS 4, 193).
Zu Seite 564:
Bronze. Zur Ableitung von Bronte s. nach einem Hinweise von Herrn Dr. H. SCHUNCK in Ludwigshafen das italienische brontolare = brummen, surren; dessen Stammwort ist hinwiederum jedenfalls das spätlateinische bruntulare (= susurrare, murmurare) (MAIGNE D’ARNIS 361). — Brontolare findet sich u. a. schon in den um 1375 verfaßten Novellen des SACCHETTI (ed. GIGLI, Florenz 1860; 2, 163).
Nach THOMAS von AQUINO bedeuten die Glöckchen am Gewande des Hohenpriesters den Donner (üb. SCHNEIDER 6, 440).
Zu Seite 570:
Messing bezeichnen die arabischen Augenärzte um 1000 als „gelbes Erz“ oder „gelbes Kupfer“ (HIRSCHBERG-LIPPERT, a. a. O. 2, 131, 174; 2, 152).
Zu Seite 576:
Blei. Über Blei als Fugenfüllung beim Aufbau mächtiger Säulen, über Bleirohre von großem Durchmesser, sowie über Bleimarken bei den Arabern des 8. und 9. Jahrhunderts s. SCHWARZ („Der Islam“ 6, 273), HERZFELD (ebd. 5, 200), und BECKER (ebd. 2, 370 ff.).
Zu Seite 590:
Verbreitung des Zinns. Für diese ist es wichtig, daß fraglos schon während der jüngeren Steinzeit in der gesamten Nord- und Ostsee ein Seeschiffahrts-Verkehr auch auf weitere Entfernungen stattfand (VOGEL, bei HOOPS 4, 156).
Zu Seite 594:
Galmei. Die „Augenheilkunde“ des IBN MASAWAIH (777–857) erwähnt häufig Galmei oder Cadmia (PRÜFER und MEYERHOF, „Der Islam“ 6, 249, 250, 252, 254, 256), auch solche aus Kirman (ebd. 251) und aus Indien (ebd. 253), worunter aber (wie so häufig) nicht Vorderindien, sondern nur das Gebiet der indischen Grenzländer zu verstehen sein dürfte. — Des Galmeis gedenkt ferner ein syrisches Lehrbuch der Augenheilkunde etwa aus dem 7. Jahrhundert (MEYERHOF, ebd. 6, 263), das nach BROCKELMANN im wesentlichen nur eine Übersetzung aus GALENOS ist (ebd. 7, 108).
Zu Seite 603:
Quecksilber. Über das von den Arabern aus Persien, Marokko, Kolchis (?) usf. bezogene Quecksilber s. SEIDEL („Der Islam“ 1, 262); vgl. RUSKA (ebd. 5, 272).
Zu Seite 603:
Salmiak. Betreff des natürlich vorkommenden und des künstlich bereiteten Salmiaks s. SEIDEL („Der Islam“ 1, 263).
Zu Seite 607:
Eisen im Altai. Bis zum Sturze des asiatischen Reiches der Avaren (um 550 n. Chr.) hatten für diese, als ihre Herren, die Türken das Eisen im Altai herzustellen und zu bearbeiten; ihr Name „Türken“ bedeutet die „Eisenhelmigen“ (HESS, „Der Islam“ 9, 160).
Zu Seite 610:
Schmiede. In Innerafrika bilden die Schmiede auch jetzt noch in manchen Gegenden eine besondere Kaste (BECKER, „Der Islam“ 3, 261).
Zu Seite 625:
Eisen. Über Gebrauch und Verarbeitung des Eisens bei den Arabern schon vor MUHAMMED und während der Eroberungszeit berichtet BECKER („Der Islam“ 4, 311).
Zu Seite 630:
Antimon. Mesdem, „die echte Augenschminke“, erwähnt als ein Augenheilmittel schon ein zu Ägypten um 1250 v. Chr. abgefaßter Brief (SPIEGELBERG, M. G. M. 17, 167).
Plättchensonden zum Schminken der Augenlider aus spätantiker Zeit sind nach SUDHOFF zahlreich erhalten (ebd. 17, 136).
Zu Seite 635:
Antimon oder Ithmid, auch solches aus Ispahan, verordnet öfters IBN MASAWAIH (777–857) in seiner oben erwähnten „Augenheilkunde“ (PRÜFER und MEYERHOF, „Der Islam“ 6, 247, 252, 253, 254). Das gleichfalls erwähnte syrische, aus dem GALENOS übersetzte Lehrbuch des 7. Jahrhunderts gebraucht Kuhl oder Kuhlâ nur für Ithmid, dagegen Kahal allgemein für Schminken (MEYERHOF, ebd. 6, 262, 265). Später und auch noch in neuerer Zeit kann Kuhl die verschiedensten Augenheilmittel bezeichnen (RECKENDORF, ebd. 6, 101).
Abgeschlossen am 1. September 1918.